Hinauf, mein Geist, zu Gott empor    

1) Hinauf, mein Geist, zu Gott empor,
zum Schöpfer, den im Jubelchor
die höhern Geister loben!
Auch dich hat er hervorgebracht,
auch dich mit weiser Huld und Macht
in seinem Reich erhoben.
Vater! Vater!
So ihn nennen,
so ihn kennen
und verehren,
was kann höhern Rang gewähren?

2) Mit welcher stillen Sorgsamkeit
verfolgt dein Blick mich jederzeit
auf allen meinen Wegen!
Du weißt, wie schwach die Menschen sind,
und leitest mich, dein schwaches Kind,
dem Ziele sanft entgegen.
Vater! Vater!
Dir vertrau ich,
o, wie stärkt mich
der Gedanke!
Du bist bei mir, wenn ich wanke!

3) Mein Leben hier in dieser Zeit
ist nur der Gang zur Ewigkeit,
nur Bildungszeit der Jugend.
O Gott, wie gut erziehst du mich,
wie führest du so väterlich
mich hin zur wahren Tugend!
Vater! Vater!
Alles leitest
und bereitest
du mit Liebe.
O, dass ich dir folgsam bliebe!

4) Schau ich in deiner Welt umher,
wie sichtbar wird des Segens Meer,
das hier schon mich umfließet!
Da strömen tausend Freuden hin
für meinen Geist, für jeden Sinn
und selbst der Wurm genießet.
Vater! Vater!
Deinen Segen
zu erwägen,
das ist weise,
das versüßt des Lebens Reise.

5) Dem Freudenbecher mischest du
zwar oft auch bittre Tropfen zu,
doch nur, dass er nicht schade.
Und ist die Trauerstunde da,
o dann ist auch dein Beistand nah,
dann tröstet deine Gnade.
Vater! Vater!
Wenn auch Leiden
mich der Freuden
oft berauben,
deiner Liebe will ich glauben.

6) Ich sehe, dass du Vater bist,
selbst dann noch, wenn mein Herz vergisst,
dir, Höchster, sich zu weihen.
Wie grenzenlos ist deine Huld!
Wie gern willst du der Sünden Schuld
bekümmerten verzeihen.
Vater! Vater!
O, wer wollte,
wie er sollte,
dich nicht ehren,
nicht getrost sich zu dir kehren?

7) Ergeb ich dir mein ganzes Herz,
so wird einst über jeden Schmerz
mich deine Huld erheben.
Bald ist das Tal hier durchgereist,
wie Herrlich schwingt sich dann mein Geist
empor zum höhern Leben!
Vater! Vater!
Dann erst seh ich
ganz und ewig
deine Treue.
Ach, wie ich schon jetzt mch freue!

8) Dass diese Freude mich durchdringt
und dir mein frohes Herz lobsingt,
das dank ich deinem Sohne.
Er hat mit der uns ausgesöhnt.
Dein holder Vatername tönt
nun hier, wie dort am Throne!
Vater! Vater!
Nie verhalle,
ewig schalle,
selbst bei Schmerzen,
dieser Ton in Christenherzen!

Text:
Melodie: Wie schön leuchtet der Morgenstern