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Predigten zu 1. Könige 18,24

"Und rufet ihr den Namen eures Gottes an, und ich, ich werde den Namen des HERRN anrufen; und der Gott, der mit Feuer antworten wird, der sei Gott! Da antwortete das ganze Volk und sprach: Das Wort ist gut. -"

Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
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"Welcher Gott mit Feuer antworten wird, der sei Gott."

Um das Volk zum Glauben an Jehova zurückzuführen, griff Elia zu dem außergewöhnlichen Mittel eines Gottesgerichtes. Er forderte das versammelte Volk auf, den Baalspriestern und ihm je ein Opfertier zu geben. Dann sollten beide Teile ihren Gott anrufen, dass er auf das geschlachtete Tier Feuer herabfallen lasse. An der Erfüllung dieser Bitte sollte der wahre Gott erkannt werden und allein Geltung haben. Woraufhin durfte der Prophet das wagen? Was gab ihm den Mut zu diesem Vorschlag? - Die Heilige Schrift sagt uns, dass Gott schon früher in der Geschichte seines Volkes mehrfach gerade solche Feuerwunder getan hat, um dem rechten Gottesdienst Anerkennung vor allem Volk und bleibende Geltung zu verschaffen. Feuer war herabgefallen auf das erste Opfer Aarons (3. Mose 9, 24) und auf das Brandopfer bei der Einweihung des salomonischen Tempels (2. Chr. 7, 1). Elia aber konnte außerdem in seinem Gebet sprechen: "Herr, lass kundwerden, dass ich solches alles nach deinem Wort getan habe!" (V. 36). Daran ist zu erkennen, dass er damals einer ausdrücklichen Weisung Gottes folgte. - Was uns betrifft, wollen wir das Ziel des Elia, Menschen zum Glauben zu führen, nie aus dem Auge verlieren. Ein Mittel aber, wie Elia es anwandte, dürfen wir nur gebrauchen, wenn wir göttlichen Auftrag dazu haben. - Elia hatte solchen Auftrag. Daher kommt sein nicht wankender Glaubensmut und sein weisheitsvolles Benehmen. Er ließ den Baalspriestern in jeder Weise den Vorrang. Sie durften das Opfertier aussuchen, durften die beste und längste Zeit des Tages in Anspruch nehmen und alle ihre Kunst und Macht entfalten. Elia war nicht ängstlich besorgt um den Ausgang des Kampfes. Er war der Ohnmacht dieser falschen Propheten und des göttlichen Sieges unbedingt gewiss. - Lasst uns nie zaghaft werden, als könne der Unglaube den Sieg gewinnen. Nicht die falschen Propheten, sondern der Glaube wird das Feld behalten.


Autor: Jakob Kroeker (* 1872; † 12.12.1948) wichtigster Vertreter des freikirchlichen russländischen Protestantismus
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"So ruft ihr den Namen eures Gottes an, und ich will den Namen des Herrn anrufen. Welcher Gott mit Feuer antworten wird, der sei Gott! Da antwortete das ganze Volk und sprach: Das Wort ist gut!" 1.Kön. 18,24

Göttliches Prophetentum zwingt das weltliche Prophetentum eines Tages zu Handlungen, durch die die ganze innere Hohlheit und Haltlosigkeit desselben vor aller Welt kund wird. Göttliche Wahrheit zwingt die Lüge, Wege zu gehen, wo sie sich durch ihre Handlungen vor aller Welt selbst richten muss.

Das geschah auch hier auf dem Karmel. Die Baalspriester bauten ihren Altar, rüsteten ihr Opfer und riefen vom Morgen bis zum Abend: "Baal erhöre uns, Baal erhöre uns!" Allein das weltliche Prophetentum und die Träger jener falschen Religion blieben ohne Antwort. Elia spottete ihrer und rief ihnen um die Mittagszeit zu: "Ruft laut, denn er ist ein Gott; er dichtet oder hat zu schaffen, oder ist über Feld gegangen oder schläft vielleicht, dass er aufwache!" Innerlich empört über diesen Hohn des Jehovapropheten ritzten sie sich mit Messern und Pfriemen, bis dass ihr Blut herabfloss, und in ihrem Eifer riefen sie lauter und lauter um Erhörung. Aber der Gott der Phönizier schwieg. Er musste schweigen, weil der Herr gegenwärtig war. Götter können nur da reden, wo der lebendige Gott schweigt, denn Gottes Gegenwart machte noch immer alles Götterleben stumm und unmöglich.

Und da Baal schwieg, so war keine Stimme, noch Antwort, noch Aufmerken. "Keine Antwort!" Das war der Ausgang jener großen Volksreligion, die nicht aus dem Umgang mit Gott, sondern aus der Pflege sinnlicher Leidenschaften und eines äußerlichen Kultuslebens floss. Mochte sie auch von manchen sehr ehrlich und sehr warm gepflegt worden sein und sich des weitgehendsten Einflusses im Volke erfreuen, sie konnte nie dem Betenden eine Antwort geben, die über den Betenden hinausgegangen wäre. Religionen führen nie über das hinaus, was der Mensch in sie hineinlegt, denn in ihnen wirkt sich nicht Gott in seiner Offenbarung, sondern der Mensch in seiner Stimmung und in seiner Blindheit aus. Wirklich Antwort erhält die Seele allein, wenn sie mit dem lebendigen Gott im persönlichen Umgang steht.

Wer daher nur im Dienste einer Religion steht, kann mithin den ringenden Menschen nie über die Ohnmacht der Götter hinausführen. Baaldienst konnte nie Heilsdienst fürs Volk werden, nie dem Volk Antwort geben auf die letzte Frage nach Gott, dem lebendigen Gott.