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Predigten zu 1. Könige 18,21

"Da trat Elia zu dem ganzen Volke hin und sprach: Wie lange hinket ihr auf beiden Seiten? Wenn der HERR Gott ist, so wandelt ihm nach; wenn aber der Baal, so wandelt ihm nach! Und das Volk antwortete ihm kein Wort."

Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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ZWEI RELIGIONEN

Die Menschheit hielt von jeher zwei Religionssysteme bereit. Eines kommt von Gott und basiert auf seinem gnädigen Wirken. Das andere kommt vom Menschen und basiert auf seinen eigenen guten Werken. Beim einen finden wir souveräne Gnade durch Glauben, beim anderen aus dem Fleisch vollbrachte Menschenwerke. Das eine ist der Ausdruck eines aufrichtigen Herzens, beim anderen finden wir nur Äußerlichkeiten und Heuchelei.

Sogar das Gesetz des Mose, obwohl von Gott selbst gegeben, war kein Mittel zur Errettung. Es sollte den Menschen vielmehr aufzeigen, dass sie Errettung nötig hatten. „Darum: aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden; denn durch Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde“ (Röm 3,20). Als Jesus kam, lehrte er, dass niemand in der Lage sei, dieses vollkommene Gesetz einzuhalten. Er machte eindeutig klar, dass wir uns für Gnade und Glauben entscheiden müssen anstatt für Gesetz und Werke.


Autor: Jakob Kroeker (* 1872; † 12.12.1948) wichtigster Vertreter des freikirchlichen russländischen Protestantismus
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"Da trat Elia zu allem Volk und sprach: Wie lange hinkt ihr nach beiden Seiten? Ist der Herr Gott, so folgt Ihm nach; ist es aber Baal, so folgt ihm!" 1.Kön. 18,21

Es gibt Stunden im Leben des einzelnen und ganzer Völker, die für die Zukunft von entscheidender Bedeutung sind. Solch eine Stunde war auch für Ahab und ganz Israel gekommen. Und der Prophet Elia schuf sie. In prophetischer Vollmacht rief er Ahab und das ganze schwankende Israel samt allen Baalspriestern zu einem Gottesgericht auf den Karmel. Und wunderbar, der König fühlte, dass er dem lebendigen Worte des Propheten nicht widerstehen konnte. Er, der in seiner königlichen Macht Monde lang nach dem Leben des Propheten gesucht hatte, um es zu vernichten, musste sich beugen vor der verborgenen Vollmacht, die im Worte des Propheten lag. Im richtig gedolmetschten Gotteswort lagen noch immer weltüberwindende und Leben gestaltende Kräfte, vor denen auch ein Ahab sich in seiner weltlichen Macht beugen musste. Denn alsbald sandte der König Israels hin und versammelte die Propheten Baals auf die Spitze des Berges Karmel.

Das war der erste Sieg, den der äußerlich ohnmächtige Prophet über die damalige Welt trug. Elias atmete den Geist der Ewigkeit, daher triumphierte die Ewigkeit. Er lebte im lebendigen Wort, daher sah er die Macht des lebendigen Wortes. Er war innerlich allein auf Gott eingestellt, daher rief er zur Entscheidung alles Hinkende und Schwankende seiner Tage. Bisher war Gott noch immer mit jenen Entschiedenen, die im Urteil der Welt vielfach als einseitig galten. Eine gebrochene oder halbe Stellung zu Gott hat noch nie die Welt zurück zu Gott geführt und den Sieg des Lebens über den Tod gebracht. Einen Ruck vorwärts ist die Welt immer wieder durch jene Eliaseelen gebracht worden, die eines Tages in prophetischer Vollmacht dem Volke ins Gewissen zu reden vermochten: "Wie lange hinkt ihr nach beiden Seiten? Ist der Herr Gott, so folgt Ihm nach!"

Denn nur Starke können Schwankende stützen. Nur ein zielsicheres Handeln zeigt Tastenden und Irrenden den Weg zu einem neuen Leben. Wer bis zu Gott führen will, muss von Gott her kommen. Wer Christus zum Inhalt seines Evangeliums machen will, muss von Christus Jesus ergriffen worden sein. Erst wer Ihn sah, fand auch das Wort für sein Evangelium. Nur der eine frohe Botschaft kündet, der in der Erlösung steht und unter der Knechtschaft des Nächsten leidet.


Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Wie lange hinket ihr auf beiden Seiten?"

Entschiedenheit ist eine herrliche Sache. Ein wankelmütiges, halbherziges Wesen ist hier verglichen mit einem hinkenden Gang. Wie viel schöner ist ein aufrechtes, zielbewusstes Vorwärtsschreiten! - Das Volk, zu dem Elias diese Worte sprach, war geteilt zwischen Gott und Baal. Die heutige, sogenannte Christenheit steht auch in ihrer großen Maße schwankend da. Falsche Götter machen sich unter allerlei Namen von religiösen und auch religionslosen Systemen breit, nicht zu sprechen vom großen Götzen Mammon und der gleißenden Göttin Welt. Gott sei gepriesen, dass er auch in unseren Tagen seine Tausende hat, die ihre Knie nicht beugen vor Götzen! Es will uns scheinen, als drängen die furchtbaren Ereignisse unserer Tage alle Völker vor einen großen Entscheid.

Aber die ernste Eliasfrage geht vor allem die einzelne Seele an. Hast d u dich entschieden? Oder hinkst d u auf beiden Seiten? Werde innerlich ganz klar über deine Stellung! - Gott helfe dir, dich von ganzem Herzen zu beugen vor deinem Herrn Jesus, und alles fahren zu lassen, was dich an Welt und Sünde fesselt. Sei ganz sein! Und dann wandle ihm nach und bekenne es freudig durch Wort und Wesen: Der Herr ist Gott (V. 39)! Er ist mein Gott!

Herr, mache mich ganz los von aller fremden Macht und ganz entschieden für Dich und Dein Reich! Wie Thomas bete ich an: Mein Herr und mein Gott!


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Die sonst so einsame, weite Höhe des Karmel war seit Stunden der Sammelpunkt für Tausende geworden. Nun hat sich wie von selbst die Versammlung geordnet. Dort steht, leise murmelnd, das Volk. Auf der einen Seite — sicher und anmaßend — die 450 götzendienerischen Baalspriester! Auf der anderen Seite — allein, einsam — der Zeuge des lebendigen Gottes, der Prophet Elia!

Still wird's über der Volksmenge. Die Blicke des Volkes gehen von Elia zu den Baalspriestern und wieder zu Elia. Die Herzen sind bekümmert. „Mit wem sollen wir es denn nun halten?" fragen sie. Da ist der Elia, der das Heil Gottes verkündigt. Nein, das möchte man nicht verscherzen. — Aber dort stehen der König Ahab und seine 450 Baalspfaffen. Nein, mit denen möchte man's auch nicht verderben. Überhaupt — leuchtet diese Baalsreligion der Vernunft nicht viel mehr ein? Und geht's dort nicht viel fröhlicher und lustiger zu als bei dem Elia, der von Bekehrung und Buße und Gericht nicht genug zu sagen weiß?!

Da werden ihre Überlegungen unterbrochen durch Elias gewaltige Stimme: „Wie lange hinket ihr auf beide Seiten?" Es spricht Ungeduld aus seinen Worten. Jawohl, Ungeduld! Aber es ist nicht die Ungeduld des Elia. Es ist Gottes Ungeduld. Gibt es denn das? Ist nicht die Bibel voll davon, daß Gott geduldig ist? Allerdings! Aber Gott warten lassen, weil Er geduldig ist, das heißt: Ihn verspotten, das heißt: Ihn lästern! „Die Geduld Jesu Christi achtet für eure Seligkeit!" mahnt der Apostel. Gott ist in Jesus geduldig, damit wir uns zu Ihm völlig bekehren. Nicht, damit wir unsere Bekehrung hinausschieben. Amen.