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Predigten zu 1. Korinther 15,28

"Wenn ihm aber alles unterworfen sein wird, dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, auf daß Gott alles in allem sei.)"

Autor: Adolf Schlatter (* 16.08.1852; † 19.05.1938) schweizer evangelischer Theologe und Professor fürs Neues Testament
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Paulus stellt mich mit diesem Wort dahin, wo der Strom der Zeit, auch die meine, mündet. Weil er Christus kennt, der den Willen Gottes tut, kennt er auch das Ziel der Zeit, nicht als ob der die Herrlichkeit jenes Lebens beschrieben, das zur Ewigkeit erhöht ist. Wollte er vor uns hinmalen, was kein Auge sah, so ergäbe dies ein undeutliches, täuschendes Bild. Nur von dem spricht Paulus, was er deshalb mit Gewißheit weiß, weil er Jesus kennt. Wenn Jesus in seiner königlichen Sendung alles vollbracht hat, was Gottes Gnade ihn tun heißt, und seine Herrschaft über alle unerschütterlich befestigt hat, dann folgt nicht eine Stunde der Selbstbewunderung, nicht ein Loblied auf den errungenen Sieg und die alles überwindende Macht, sondern die höchste und seligste Tat des Sohnes, die Beugung vor dem Vater, der ihm alles gegeben hat, die Herrschaft und den Sieg, und alles ihm unterworfen hat, damit er Gott alles untertan mache. Das Ziel des ganzen Werkes Jesu ist die Fier der vollkommenen Liebe, die mit sich selbst zugleich alles, was von ihr das Leben empfangen hat, Gott zu Füßen legt, so daß alles Gottes Willen ganz erfüllt. Nun sind alle nichts, als was Gott aus ihnen macht, und haben in sich nichts, als was Gott in ihnen wirkt, und haben allein von Gott ihren Besitz, ihre Kraft und Herrlichkeit. Das ist das Ziel des Christus und der Wille Gottes. Hier mündet der Strom der Zeit, auch der Fluß meiner Jahre.

Ewiger Gott, Vater deiner Kinder, die du zum ewigen Leben berufen hast, dir untertan sein, das ist unser ziel und unsere Seligkeit. Meine Gedanken sind nicht die deinen und mein Wille ist nicht der deine. Du weißt, was in mir deinem heiligen Willen widerstrebt. Du aber hast die starke Gnade, die alles Widerstreben überwindet. Dich preise ich, daß du mir ein ewiges Ziel in deinem Sohne zeigst, damit ich nicht im Strom der Zeit versinke, sondern zu dir aufschaue und das neue Jahr beginne als der, der zum völligen Gehorsam und ewigen Leben berufen ist. Amen.