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Predigten zu 1. Korinther 2,12

"Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, auf daß wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind;"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Wir haben aber empfangen den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist."

Lieber Freund, hast du empfangen den Geist aus Gott, der durch den Heiligen Geist in deiner Seele geboren ist? Wie notwendig das Wirken des Heiligen Geistes in der Seele ist, ergibt sich ganz deutlich aus der Tatsache, dass alles, was Gott der Vater an uns getan hat, und alles, was Gott der Sohn für uns vollbracht hat, unwirksam an uns vorüber geht, wenn nicht der Heilige Geist es unserm Herzen offenbart und nahe bringt. Welche Wirkung übt die Lehre von der Gnadenwahl auf den Menschen aus, wenn nicht der Geist Gottes bei ihm einkehrt? Die Erwählung bleibt ein toter Buchstabe in meinem Gewissen, solange nicht der Geist Gottes mich beruft aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht. Dann aber erkenne ich durch meine Berufung auch meine Erwählung, und so erkenne ich, dass ich von Gott berufen bin, so weiss ich auch gewiss, dass ich nach dem ewigen Vorsatz Gottes auserwählt bin. Gott der Vater hat mit dem Herrn Jesus einen Bund und Testament gemacht; aber was nützt uns dieser Bund, ehe uns der Heilige Geist seiner Segnungen teilhaftig werden lässt und unsre Herzen auftut, dass wir sie empfangen können? Dort hängt der Inhalt aller dieser Segnungen am Fluchholze: Jesus Christus; aber da wir so klein sind, so können wir nicht bis zu diesem kostbaren Gut hinaufreichen; der Geist Gottes aber reicht es uns herab und übergibt es uns, und so wird es wirklich unser Eigentum. Bundesgüter sind an und für sich, wie das Manna in den Wolken, sterblichen Händen unerreichbar, aber der Geist Gottes öffnet die Fenster des Himmels und streut das lebendige Brot herab auf das Lager des geistlichen Israels. Christi vollendetes Werk ist Wein in Fässern, unser Unglaube hindert uns, den Wein herauszulassen und zu trinken, da taucht der Heilige Geist unser Gefäss in diesen köstlichen Wein, und alsdann trinken wir; aber ohne den Geist des Herrn sind wir ebenso tot in Übertretung und Sünden, als ob der Vater uns nie erwählt, als ob der Sohn uns nie erkauft hätte mit seinem Blut. Der Heilige Geist ist unumgänglich notwendig zu unserm Wohlergehen. So wollen wir denn wandeln in der Liebe zu Ihm und Ihn nie betrüben.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Ein geistliches Gesetz: Heißer Ofen – kühler Schornstein

In unserer Christusnachfolge müssen wir zwei entgegengesetzte Gefahren erkennen und vermeiden – das kalte Herz und den heißen Kopf! Um tatsächlich Schaden anzurichten, ist der heiße Kopf oftmals das Gefährlichere von beiden. Das menschliche Herz ist von Natur ketzerisch. Bevor es nicht durch die Heilige Schrift gut unterwiesen und vom Heiligen Geist erleuchtet ist, kann es leicht geistlichen Eifer mit der Hitze des Fleisches verwechseln und meinen, die Einbildungen der überhitzten Vorstellungskraft seien das Leuchten der wahren Schechina. Ohne jede Einschränkung darf gesagt werden: Es kann niemals zu viel Feuer geben, wenn es das wahre Feuer Gottes ist. Und ebenso sicher ist: Es kann in religiösen Angelegenheiten nicht genug kühles Überdenken geben, wenn das Urteilsvermögen durch den Geist geheiligt wurde. Unter den Geistesgaben ist in Krisenzeiten wohl keine von größerer praktischer Bedeutung als die der Geisterunterscheidung. Diese Gabe sollte hochgeschätzt und ohne Säumen gesucht werden. Menschlicher Schweiß kann dem Wirken des Heiligen Geistes nichts hinzufügen, vor allem nicht, wenn es Schweiß der Auflehnung ist. Das heißeste Feuer Gottes ist kühl, wenn es den erlösten Verstand erreicht. Es bringt das Herz zum Glühen – aber es lässt das Urteilsvermögen völlig ruhig. Lass die Liebe immer stärker brennen – doch bringe alles, was du tust, unter das Urteil stiller Weisheit. Lass das Feuer im Ofen – wohin es gehört. Ein überhitzter Schornstein mag mehr Interesse auf sich ziehen – aber es besteht die Gefahr eines Hausbrands. So halte dich an die Regel: Heißer Ofen – kühler Schornstein!


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Suche nach Wahrheit

Wir leben in einer verdrehten Welt, in der sich viele Menschen nicht ganz sicher sind, was sie glauben oder was sie glauben sollen.

In manchen Gemeinden weist man dann diesen Weg: »Du musst an gar nichts glauben - bleibe nur ein Mensch, der Wahrheit sucht!« Manche geben sich mit der Dichtkunst zufrieden, ähnlich wie Edward Markham, der »sah, wie seine lichtvolle Hand Signale von der Sonne empfing«. Ich jedenfalls habe nie solche Signale von Gott empfangen. Wir haben überall Bibeln, und das Evangelium wird treu verkündigt. Und trotzdem suchen Männer und Frauen Gott auf alten Altären und auf Friedhöfen - an dunklen und schmutzigen Stätten, bis sie schließlich glauben, Gott sende Signale von der Sonne.

Manche werden wütend über mich, wenn ich sage, dass diese Art der »Suche nach Wahrheit« bloßgelegt werden muss. Wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln, der Welt zu verkündigen, dass Gott Geist ist und die Ihn anbeten, die müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Es muss die Wahrheit Gottes und es muss der Geist Gottes sein. Die Gegenwart und die Kraft des Heiligen Geistes sind für unser Leben als Christ eine Notwendigkeit und kein Luxus, den man sich eventuell leisten kann!