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Predigten zu 1. Petrus 1,15

"sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, seid auch ihr heilig in allem Wandel;"

Autor: Carl Eichhorn (* 11.07.1810; † 08.02.1890) deutscher lutherischer Pastor
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Heilig im ganzen Umfang des Lebens

"Nach dem, der euch berufen hat und heilig ist, seid auch ihr heilig in allem eurem Wandel!"

Heilig in allem Wandel sich zu erzeigen, ist die große Aufgabe der Gotteskinder. Sie produzieren nicht selbst Heiligkeit, sondern sie leben ihre aus Gnaden geschenkte Heiligkeit aus. Sie werden erst geheiligt, dann können sie auch heilig sich beweisen und, was sie aus Gnaden sind, täglich aufs neue werden. - In allem Wandel: es gibt einen Wandel im Haus und außer dem Haus. Es ist leichter, außer dem Haus als im Haus sich heilig zu benehmen. Man lässt sich unter den Seinen gern gehen und beträgt sich nicht nach dem Sinn Gottes. Man hält seine Zunge nicht im Zaum und bewahrt nicht die würdevolle, feine Haltung, die einem Gottesmenschen geziemt. Heilig im Eheleben, o welch große Aufgabe! Nach Gottes Willen und nicht nach den eigenen unheiligen Gelüsten miteinander verkehren in Zucht und Maßhalten! Als Kind gegenüber den Eltern, als Dienstbote gegenüber der Herrschaft sich in göttlichen Linien bewegen, d.h. in Gehorsam, Ehrerbietung und Treue, die sich bis aufs Kleinste erstreckt - welch weites Feld der Übung! - Dann die Heiligung des Berufs und Geschäfts! Wir leben in einer sehr unheiligen Welt, wo so viel Unredlichkeit, Gewissenlosigkeit, Lüge und Täuschung das ganze Erwerbs- und Geschäftsleben durchseucht hat. Es kostet etwas, sich ganz anders zu verhalten und das göttliche Gebot zur Durchführung zu bringen. Mit Gleichgesinnten oder mit Gotteskindern ist es nicht schwer, heilig umzugehen. Sie stärken und fördern sich gegenseitig im heiligen Wandel. Aber im Verkehr mit weltlich und fleischlich gesinnten Leuten sich heilig zeigen, das ist nur möglich, wenn wir uns fortgesetzt mit Christus verbinden, der uns gemacht ist zur Heiligkeit. - Neben dem Wandel unter Menschen gibt es aber auch einen verborgenen Wandel, den nur der kontrollieren kann, der ins Verborgene sieht. Heiligung unseres Gedankenlebens, unserer Phantasie, unseres Gefühls, o welch umfassende Aufgabe! Wie leicht verlieren sich die Gedanken in verkehrte und gefährliche Bahnen! Heilig wandeln heißt: vor Gott und ihm zu Gefallen wandeln. Es ist dies eine so große Aufgabe, dass wir sie nicht früh genug in Angriff nehmen können. Im Alter fällt es schwer, zu einer Heiligung des Wandels nach allen Seiten zu gelangen. Die Heiligkeit Gottes ist unser erhabenes Vorbild. Übersehen wir nicht, dass der Kern der Heiligkeit Gottes seine Liebe und Barmherzigkeit ist! Die Liebe ist die wahre Heiligkeit. Wo sie fehlt, ist die Heiligkeit eine pharisäische. Die Scheidung von der Welt ist Gott nicht wohlgefällig, wenn die erbarmende, rettende, vergebende und tragende Liebe fehlt. Wir sind nur dann rechte Heilige, die Gott gleichen, wenn wir in der Liebe wandeln.


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Ein enthüllendes Gebet

»Dein Name werde geheiligt.« Darum habe ich auch gesagt, dass diese Worte nicht allein eine Bitte, sondern auch eine heilsame Lehre und Offenbarung für unser elendes und verdammungswürdiges Leben auf dieser Erde sind und uns mitsamt unserer Erkenntnis tief demütigen. Denn wenn wir bitten, sein Name möge in uns geheiligt werden, dann folgt daraus, dass er noch nicht geheiligt wird, denn wenn er geheiligt würde, brauchten wir nicht darum zu bitten. Daraus folgt ferner, dass wir mit unserem eigenen Gebet und Mund bekennen, dass wir in unserem Leben Gottes Namen schänden, lästern, verunehren, entheiligen und entweihen, dass wir also offenbare Gotteslästerer sind. Ich kenne wirklich in der gesamten Schrift keinen Lehrabschnitt, der unser Leben kräftiger zuschanden macht als dies Gebet. Wer wollte dann nicht gern früh sterben und dies Leben hassen, wenn er Gott nur ein wenig lieb hat – wenn er darüber nachdenkt, dass während seines Lebens Gottes Name und Ehre durch ihn gelästert wird?


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Gottes Ermahnung

Was sagt uns der Apostel Petrus, wenn er uns Gottes Ermahnung weitergibt: »Wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel«? Das Erste ist unsere Verantwortung dafür, unser geistliches Leben so auszurichten, dass Gott sich mit seinem Heiligen Geist bei uns niederlassen kann - mit Seinem Wunder, Geheimnis und allem Göttlichen. Das kann nicht von uns Menschen selbst produziert werden. Wir werden uns auch dessen kaum bewusst, wenn wir es haben. Diese Art von Demut, die durch Gottes Gegenwart bei uns entsteht, fehlt heute vielfach in unseren Gemeinden.

O, dass wir uns doch danach sehnten, Gott zu kennen und Ihn in jedem Augenblick unseres Lebens gegenwärtig zu wissen, so dass ohne menschliches Zutun und ohne mühsames Suchen diese Begabung, dieser süße und strahlende Wohlgeruch auf uns komme, der unserem Zeugnis Bedeutung schenkt!

Ich bin gerne bereit, demütig zuzugeben, dass wir dies heute brauchen.


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Nach dem, der euch berufen hat und heilig ist, seid auch ihr heilig in allem eurem Wandel; denn es stehet geschrieben: ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.

Der Apostel Petrus stellt ein Leben nach den Lüsten einem heiligen Wandel gegenüber. Der Mensch ohne Christus kann gar nicht anders, als nach den Lüsten leben, sie wohnen in ihm, treiben ihn, und er hat keine Siegeskraft. Tritt die Berufung durch das Evangelium an den Menschen und er folgt ihr, so bekommt er nicht nur Vergebung seiner Sünden, sondern er wird von seiner Vergangenheit losgelöst und unter Christum gestellt im Glauben. Dieser Wechsel schließt in sich die Scheidung von der Sünde und den Eintritt in die Geistes- und Lebensgemeinschaft mit Christo. Ist das bei einem Menschen vorgegangen, so gehört er zu den Heiligen in Christo; denn die Scheidung von dem Unheiligen und die Lebensgemeinschaft mit dem, der uns berufen hat und heilig ist, macht uns zu Heiligen. Dass dieses Heiligsein etwas Wesentliches ist, sieht man daran, dass es nach des Apostels Wort sichtbar werden soll in allem unserem Wandel, so dass er ein heiliger Wandel wird. Es ist deshalb Selbstbetrug, wenn man unter die Heiligen gehören und zugleich in der Sünde verharren will; es lässt sich nicht vereinigen. Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, ist ein Ruf für alle Gläubigen an Christum Jesum. Dieser Ruf ist ihnen nicht etwas Fremdes, er erscheint ihnen nicht als äußeres Joch, sondern ist ihnen in ihr Herz geschrieben durch den Heiligen Geist. Dieser innere Geistestrieb stimmt überein mit dem Rufe im Wort: ihr sollt heilig sein, so dass sie in keiner Befleckung Ruhe haben. Ihre tägliche Erfahrung zeigt ihnen, wie sie mit ihrer Heiligung des Herzens und des Lebens ganz auf die Glaubensgemeinschaft mit Christo angewiesen sind, als ihre einzige Heiligungsquelle, und wie ohne seine tägliche Handreichung, Stärkung und Bewahrung sie sich nicht unbefleckt erhalten können.

Herr! Du allein bist heilig. Wir alle sind in Sünden empfangen und geboren. Dir sei Dank! dass ich mit Dir Gemeinschaft habe durch den heiligen Geist. Bewahre mich täglich und hilf mir Deiner würdiglich zu wandeln. Amen