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Predigten zu 1. Petrus 4,7

"Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. Seid nun besonnen und seid nüchtern zum Gebet. "

Autor: Samuel Keller (* 15.03.1856; † 14.11.1924) deutscher protestantischer Theologe und Schriftsteller

"So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet."

Kann man denn auch unmässig und unnüchtern im Gebet sein? Die Gefahr liegt auf den vom Gebet freien Zeiten, mögen das Augenblicke oder Stunden sein. (Ganze gebetslose Tage wird wohl kein Leser dieser Zeilen mehr kennen.) Wenn da ein hochfahrendes, übermütiges oder weltseliges Treiben, eine seelische Zuchtlosigkeit und Trunkenheit den Menschen gefangen nimmt, wird sich der zum Gebet abgerungene Augenblick auch nicht gleich mit den reinsten Gaben des Heiligen Geistes füllen. Darum ist die Mahnung: lebe so in allen Dingen, dass du allezeit beten könntest! Wer das Allezeit-Beten versäumt, wird bald in eine innere Verstimmung gegen das Beten überhaupt hineingeraten, so dass es ihm fremd und unmöglich wird zu beten. Dann kann leicht die Folge sein, dass er ohne Unterlass versäumen wird zu beten, bis er den Schlüssel zum Gebetstürlein seiner Seele verliert und ein gebetsloses Leben führt. Daher ist die Mahnung berechtigt, sich für sein Beten zu rüsten und nicht selbst allerlei Schutt vor dem Gebetskämmerlein aufzuhäufen. Steht aber das sonstige Leben mit dem Beten in geradem, gesundem Verhältnis, so wird uns das Beten das selbstverständlichste Ding sein, das wir ohne Unterlass treiben können.

Herr, lehre du mich bei meinem Leben und Treiben daran denken, dass ich ein Beter sein will. Erinnere mich draußen an das Geheimnis mit dir im Kämmerlein. Segne mein Gebet und gib mir den Geist des Gebetes. Amen.


Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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Die jetzige Gestalt der Kinder Gottes ist gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, auf daß, wenn er kommen wird, er sie bereit finde und ihre Lichter brennen und ihre Lenden umgürtet seien. Darum wiederholt sich in der heiligen Schrift so oft die Ermahnung: »Wachet und betet«; denn durch's Gebet bleibt man in Verbindung mit ihm, auch wenn er ferne ist; durch das Gebet wird das geistige Leben erhalten und vor dem Einschlafen gesichert. Das Gebet ist der Odem des geistigen Lebens; wer nicht betet, der lebt auch nicht. Freilich heißt bei gewissen Menschen alles beten. Sie lesen in einem Buche, und das heißt beten; sie sagen Formeln her, die sie nicht verstehen, deren Sinn sie nicht tiberdacht haben, und sind, während sie sie hersagen, mit ihren Gedanken bei ihren Geschäften, bei ihren Gesellschaften, in der Werkstätte, auf dem Felde, im Stalle, in der Schreibstube, und wo es sonst noch sein mag. Das heißt aber nicht gebetet, wenigstens ist es nicht im Geist und in der Wahrheit gebetet. Das Gebet aber ist stets von zweierlei Art gewesen: Einmal, wenn man sich eigentlich - Zeit dazu nimmt, mit dem Herrn zu reden, wenn man in das Kämmerlein geht, wenn man sich vor ihm beugt und demütigt und sein Herz ausschüttet vor ihm, der auch ins Verborgene schaut; fürs andere ist auch dies Gebet zu nennen, wenn man in beständigem Umgang mit dem Herrn bleibt, auch unter den Geschäften und Arbeiten immer wieder mit verborgenen Seufzern sein Angesicht sucht und so von seinen Augen und seiner Nähe sich leiten und regieren läßt. Beides ist notwendig, wenn das innere Leben soll erhalten werden, wenn man das Ende vor Augen haben und behalten soll.

Ja, Gott will gebeten sein, wenn er was soll geben. Er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben. Nur Gebet, früh und spät hilft Fleisch, Welt und Sünden kräftig überwinden.

Drum so folgt uns immerdar Wachen, Flehen, Beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da der Herr wird richten und die Welt vernichten.


Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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Woher kommt es doch, daß dieses Wort von dem herannahenden Ende aller Dinge so wenig Aufmerksamkeit unter den Menschenkindern findet? Vielen ist es eben em gar unbequemes Wort; die Dinge, deren Ende herbeikommen soll, gefallen ihnen noch zu sehr; sie sind in der Lust zu denselben gefangen; ihr Herz hängt daran; darum mögen sie die heilige Schrift nicht vom Untergange dieser Dinge reden hören, und weil sie dieselbe nicht hören mögen, so hören sie sie auch nicht. Was meint ihr wohl, wenn man einem Menschen, der sich glücklich fühlt in dem Besitz dieses oder jenes Guts, das Ende seines Glücks verkündigen würde, oder wenn man einem Geizigen, dessen Blick sich an seinem Geld und Gut weidet- doch dürft ihr nicht glauben, daß nur solche Geizige sind, die Geld und Gut die Fülle haben; es gibt noch viel mehr Geizige, bei welchen es bei der Begierde oder bei dem Wunsche zu besitzen bleibt - aber gesetzt, man sagte einem Geizigen: Nimm dich in acht, dein Geld wird dir unter den Händen zerrinnen, ehe du es dich versiehst; die Diebe werden nachgraben und es dir stehlen; das Feuer wird dein Besitztum verzehren - was meint ihr wohl, mit welcher Miene er das aufnehmen würde? Würde er nicht unwillig die Ohren wegwenden und nur um so tiefer den Geiz in seine Seele hineinfressen lassen, und nur um so fester und mit desto ungeteilterem Herzen und mit brennender Begierde das Gut umfassen, an dem seine Seele hängt, je mehr er befürchten müßte, daß es ihm entrissen werde? O, eben dieser Umstand hemmt die Kraft des Wortes der Wahrheit an den Herzen der Menschen viel mehr, als man glaubt; darum verschließen sie die Ohren der Wahrheit und öffnen sie den Fabeln; darum, weil die Fabeln den Menschen lassen, wie er ist, das Wort der Wahrheit aber alle falsche Liebe und Anhänglichkeit in seinem Herzen zerstören will. Deswegen hört er lieber solche Worte, die ihn nicht beunruhigen, die ihn in seinem Sumpfe, in den er sich hineingearbeitet hat, liegen lassen, als solche Worte, die ihn erschrecken und mit gewaltiger Hand rütteln und schütteln. Solchen Leuten also ist es zu unbequem, sich durch das Wort vom Ende aller Dinge in ihrer behaglichen Ruhe stören zu lassen. Erbarmender Herr Jesu Christ, getreuer Lebensfürst, der du des Glaubens Anfang bist und einst sein Ende wirst!

Dein Wort durchdringet mir das Mark; mach, wie dein Wort verheißt, Herr, meinen schwachen Glauben stark durch deinen Glaubensgeist!

Die Liebe zünde du in mir als heiiges Feuer an, und hilf, daß meine Hoffnung dir die Fackel tragen kann!

Ach laß uns immer mäßig sein und nüchtern zum Gebet!

Halt uns von Nahrungssorge rein, die nur auf Weltlust geht.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Geistlich bereit sein

Wenn die Bibel sagt, dass Gott aus allen Völkern ein besonderes Volk herausruft, das den Namen Seines ewigen Sohnes tragen soll, so glaube ich das - und Sein Name ist Jesus. Unsere gläubigen Vorfahren glaubten, dass wir geistlich auf etwas vorbereitet werden, und sie sprachen auch darüber. Sie sahen sich selbst als eine Braut an, die auf die Begegnung mit dem Bräutigam vorbereitet wird. Sie verstanden diese Erde als Umkleidekabine, in der sie sich auf den Himmel vorbereiteten.

Unter den Evangelikaien galt lange Zeit die Überzeugung, dass es nur eine Vorbedingung für den Himmel gebe: dass man von neuem, von oben her geboren werde. Die Wiedergeburt sei so etwas wie ein Ausweis, den man bei einem ganz besonderen Ereignis braucht: Wenn Jesus wiederkommt, ziehen wir diesen Ausweis aus der Tasche, um unsere Bereitschaft zu beweisen.

Aber ganz ehrlich: Ich denke nicht, dass es so gehen wird. Ich glaube nicht, dass alle Christen automatisch dazu bereit sind, dem Herrn zu begegnen. Unser Erlöser selbst - wie auch Petrus, Johannes und Paulus - warnte uns und forderte dazu auf, dass wir wachsam sein sollten und beten, um so für Jesu Wiederkunft bereit zu sein.