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Predigten zu 1. Petrus 5,2

"Hütet die Herde Gottes, die bei euch ist, indem ihr die Aufsicht nicht aus Zwang führet, sondern freiwillig, auch nicht um schändlichen Gewinn, sondern bereitwillig,"

Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
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Einige Hinweise zum "Achten auf sich selbst".

Habt acht auf euch im Blick auf die besonderen Gefahren für "Älteste".

Bei dem Weiden der Herde Christi, welches die herrliche Aufgabe der Ältesten ist, möchte Petrus drei Gefahren vermieden sehen:

1. Die Gefahr der knechtischen Stellung, bei der man seinen Dienst nicht als hohes Vorrecht und köstliche Erlaubnis, sondern als lästigen Zwang ansieht. Wie leicht kommt man bei der Anhäufung von allerlei Unangenehmem, das der Dienst des Herrn mit sich bringen kann, dahin, dass man seine Arbeit "gezwungen" tut, d. h. nur, um keine Vorwürfe zu empfangen, anstatt sie "willig", d. h. mit freudigem, freiwilligem Herzen voranzubringen. Nicht äußerer, sondern innerer Antrieb soll bei dem Weiden der Herde Jesu die Hauptsache sein.

2. Die Gefahr der Gewinnsucht. Die Triebfeder unserer Arbeit darf niemals das Trachten nach Geld sein, sondern die Liebe zu der hohen, wichtigen Sache des Herrn Jesus. Niemals dürfen wir Bileams Doppelblick haben, der einerseits Gottes Auftrag ausrichten, andererseits Balaks Goldklumpen erlangen möchte (2. Petrus 2, 15; 4. Mose 22, 7). Wie mancher ist dieser Gefahr erlegen.

3. Die Gefahr der Herrschsucht. Unsere Aufgabe ist die des Dienens und nicht des Herrschens. Niemals dürfen wir ein von Gott verliehenes Ansehen missbrauchen, um eine Herrschaftsstellung in der Gemeinde Jesu zu erlangen. Hüten wir uns vor Diotrepheswegen (3. Johannes 9. 10). Haben wir acht auf uns selbst, dass Gottes Urteil über uns nicht dem Urteil über jene untreuen Hirten gleiche: "Streng und hart herrscht ihr über sie" (Hesekiel 34, 4).

Siehe auch:
Habt acht auf euch selbst. -> Apostelgeschichte 20, 28. Habt acht auf euch, wenn ihr Erfolg habt. -> Lukas 10, 17 - 20.
Habt acht auf euch, wenn eine wichtige Arbeit glücklich vollendet ist. -> 1. Könige 13, 11 - 22.
Habt acht auf euch, wenn euch die Welt Ehre erweist. -> 2. Könige 20, 12 - 19.
Habt acht auf euch, wenn euer Name bekannt wird. -> 2. Chronika 26, 14 - 20.
Habt acht auf euch, wenn euch besondere Gnade zuteil wird. -> Daniel 2, 19 - 23.
Habt acht auf euch, wenn Gott andere Wege als bisher einschlägt. -> 4. Mose 20, 2 - 13.
Habt acht auf euch, wenn ihr von anderen gereizt werdet. -> Psalm 106, 32. 33.
Habt acht auf euch, wenn Glaubensproben kommen. -> 4. Mose 20, 2 - 13.
Habt acht auf euch, wenn etwas Unangenehmes euch trifft. -> 1. Samuel 8, 5.
Habt acht auf euch, dass ihr wahr bleibt. -> Galater 2, 11 - 14.


Autor: Christoph Blumhardt (* 01.06.1842; † 02.08.1919) deutscher evangelischer Theologe, Pfarrer und Kirchenlieddichter
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Der Apostel redet hier mit den Ältesten, sagt's aber in einem Brief an alle, da- mit alle etwas für sich daraus ziehen möchten.

1) Die Ältesten sollen die Herde Christi weiden, die ihnen befohlen ist, d. h. sie sollen ihr das Wort Gottes lauter geben, und so, daß wirklich ihr Herz und Gemüt etwas davon hat und ihr inwendiger Mensch genährt werde. Man kann die Herde auf dürre und magere Weide führen oder auf fette und reich2iche - je nachdem man es auf ihr Gemüt absieht oder nicht. Man kann sie auf ganz dürre Steppen führen, da die Herde hungern muß. Man kann sie gar auf einen dem Raubwild ausgesetzten oder sonst ungesunden Platz führen. Wir sehen, daß mit dem Wort, daß die Herde geweidet werden soll, viel gesagt ist. - Die Herden selbst aber sollen sich gerne auf die Weiden führen lassen; sie sollen ungesunde und gefährliche Plätze meiden, sich nicht widerwillig von der guten Weide abwenden, sich nicht untereinander stören oder in die Irre führen; sie sollen vielmehr einander helfen, daß jedes zu dem Nötigen komme, sollen aufeinander acht haben, daß keines sich verirre oder Schaden leide.

2) Die Ältesten sollen aber ihrer Aufgabe nicht gezwungen, sondern willig nach- kommen. Wenn man etwas gezwungen tut, macht man's immer auch unrecht oder verkehrt. Oder man versäumt es drunter hinein gar, oder man läßt Empfindlichkeit, Zorn, Neid, Arger, Eigensinn mitspielen, wodurch viel verdorben wird. Die Ältesten sollen aber auch ein Herz für ihre Herden haben und sich freuen, wenn es denselben bei guter Weide wohl wird, wenn die Seelen erquickt, gestärkt, gekräftigt werden fürs ewige Leben. Um das zu erreichen, müssen sie sich's auch sauer werden lassen können; und das können sie, wenn priesterliche Liebe sie treibt! - Die Herden aber sollen sich nicht so streitsüchtig stellen, daß man an ihnen den Mut verliert und über ihnen seufzen muß. Sie sollen erkennen, was man an ihnen tut, und nicht durch hartes, liebloses Richten und Urteilen die Liebe kränken und die Arbeit an ihnen erschweren!

3) Petrus ermahnt die Ältesten, sie sollen nichts um schändlichen Gewinnes willen tun, sondern alles von Herzen. Ihr Herz soll's tun, nicht die Sucht, etwas zu verdienen. Es könnte auffallend sein, daß die Apostel schon damals Veranlassung gehabt haben sollten, Älteste vor der an ihnen besonders schändlichen Gewinnsucht zu warnen. Aber weil sie denn doch je und je Einnahmen hatten, so lag die Gefahr nahe, daß man die Sachen tat mehr mit dem Blick auf die Einnahmen als auf die Seelen. Und dann konnte es leicht immer weiter kommen - wie es in der Folge gar oft kam. Eine Warnung war da immer am Platz, die Ältesten möchten vor sich selbst auf der Hut sein. Ihr Gewinn soll die Freude ihres Herzens sein, mit den Gaben des Evangeliums wohltun zu können. Nur das soll sie reizen und locken; das andre ist schändlich für sie. Deswegen, so sagt Petrus, sollten sie's aus Herzensgrund tun. - Den Gemeinden aber, wenn sie das vernehmen, wird damit auch etwas gesagt. Sie sollten' ihrerseits in dem, was sie schuldig sind, nicht fehlen lassen; sie sollten überhaupt auch an sich selber das schändlich nehmen, was sie an den Ältesten schändlich finden, d. h. sich wohl vor dem Geiz hüten, der eine Abgötterei ist und die Wurzel alles Übels. Nichts steht einem Christen übler an, als wenn man Gewinnsucht an ihm sieht!

4) Endlich sollen die Ältesten nicht als Herrschende, sondern als Vorbilder der Herde dastehen. Ach, daß zu allen Zeiten die Ältesten dieses Wort sich gemerkt hätten! Der Mensch kommt so schnell dazu, zu herrschen und von oben herab mit den Leuten zu reden; und an Ältesten ist auch das besonders widrig. Wer herrsch- süchtig ist, macht immer aus sich selbst viel, aus den andern wenig oder nichts - und wie läuft doch das gegen den Sinn Christi! Dagegen sollen die Ältesten Vorbilder der Herde sein: Vorbilder in Liebe, Demut, Sanftmut, Freundlichkeit, Geduld, Schonung, Rücksicht, Langmut. Wer täglich daran denkt, daß er in solchem Vorbild sein müsse, der macht's in allem recht. Ach, dächten wir immer so!

Der Gewinn aber von allem ist die unverwelkliche Krone der Ehren am Tage, da der Erzhirte, d. h. der Oberhirte, dem alle verantwortlich sind, erscheinen wird.

Hirten und Herden können Kronen empfangen. - Wohl dem, der sein Kleinod bewahrt!


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Die Herde Gottes: Sicher in Jesus Christus

Alle Menschen, die Gott zu erkennen wünschen und mit Ihm wandeln, alle, die auf die Stimme des Guten Hirten zu achten gelernt haben, werden sich in einer geisterfüllten Gemeinde immer wohlfühlen. Es ist sehr traurig, dass manche niemals die Stimme des Guten Hirten gehört haben. Seine Stimme ist so zart wie ein Wiegenlied und so stark wie ein Sturmwind und so mächtig wie das Rauschen vieler Wasser. Menschen, die gelernt haben, auf die Stimme Jesu zu achten – auf diese heilende, einfühlsame, feierliche und herzerquickende Stimme Jesu in Seiner Gemeinde –, fühlen sich immer dort zu Hause, wo sich alles um Ihn dreht. Die wahre christliche Gemeinde mag aus allem Möglichen unter der Sonne zusammengesetzt sein. Das heißt, wir mögen Calvinisten oder Arminianer oder Methodisten oder Baptisten oder sonst was sein, doch sind wir uns alle über eins einig: Jesus Christus ist Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung! Er ist alles in allem, und das Volk des Herrn, das auf die Stimme des Hirten zu hören gelernt hat, wird durch diese Art von Gemeinde angezogen! Man mag darüber uneins sein, wer sonst noch anwesend ist – aber wir wissen: Der Herr ist da! Und wir spüren das. Bist du dir sicher, dass dein Herz ein Empfinden für die Gegenwart des Herrn hat, oder gehörst du zu denen, die überall nur probieren und naschen wollen? Dann möge Gott dir helfen. Denn ein Kind des Königs ist ein Schaf, das seinen Hirten liebt und nahe bei Ihm bleibt! Das ist der einzig sichere Ort für ein Schaf. Bleibe nahe bei Jesus, und alle Wölfe der Welt können dir nicht das geringste Leid zufügen!