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Predigten zu 2. Könige 4,3

"Und er sprach: Gehe hin, erbitte dir Gefäße von draußen, von allen deinen Nachbarn, leere Gefäße, nimm nicht wenige;"

Autor: Jakob Kroeker (* 1872; † 12.12.1948) wichtigster Vertreter des freikirchlichen russländischen Protestantismus
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"Elisa sagte: So geh, erbitte dir draußen von deinen Nachbarn leere Gefäße, aber nicht zu wenig! Dann kehre heim, verschließe die Tür hinter dir und deinen Kindern und fülle die Gefäße, und was voll ist, trage weg." 2.Kön. 4,3-4

Die arme Witwe erhielt vom Propheten Elisa den Auftrag, sich leere Gefäße von ihren Nachbarn zu erbitten und zwar nicht wenige; alsdann sollte sie sich mit denselben hinter verschlossene Türen zurückziehen. Das stehende Öl in ihrem Krug sollte die Möglichkeit erhalten, fließendes zu werden. Dazu bedurfte sie leerer Gefäße. Und als sie das tat und anfing, mit dem Öl ihres Kruges die gesammelten Gefäße zu füllen, da floss das Öl, bis auch das letzte gefüllt war. So wurde sie frei und reich samt ihren beiden Söhnen.

Dies allein ist auch unser Weg. Denn in ihm liegt jenes wunderbare Gesetz des Himmelreiches: Gebet, und es wird euch gegeben werden, dienet, und man wird euch dienen! Jeder vorhandene Segen, auch der kleinste, der hinter verschlossener Tür, mit Gott allein, flüssig gemacht wird, entwickelt sich zu einem Quell des Reichtums und der Kraft, wie man es nie geahnt hat. Segnend wird man gesegnet. Wer Raum zu schaffen vermag für die Vermehrung des göttlichen Lebens, das man in sich trägt, wer die Nöte und Bedürfnisse seiner Zeit zu sehen vermag, und diese mit seinem vorhandenen Leben zu stillen beginnt, der wird entdecken, dass ihm Kräfte anvertraut sind, die sich als ein unerschöpflicher Quell des Segens und der Kraft erweisen. Denn alles Göttliche trägt in sich das Wesen fortschreitender Vermehrung und organischen Wachstums.

Was machte das Leben Jesu so überaus reich trotz der Kürze der Zeit, wo die Welt Raum für sein Wirken hatte? Es war sein hingebender Dienst! Denn des Menschen Sohn war nicht gekommen, sich dienen zu lassen, sondern dass Er diene und gebe sein Leben zur Erlösung für viele.

Auch für uns gibt es keinen anderen als diesen Jesusweg. Nicht nachahmen, aber nacherleben sollen wir ihn. Denn in ihm verkörpert sich die neue Lebensordnung des Reiches Gottes. Sie ist nicht von dieser Welt und nach Art dieser Welt. In der Welt lebt man für sich, hier lebt man für andere. Dort fragt man: Wie kann ich meine Verhältnisse, die sich bietenden Gelegenheiten, meine Umgebung ausnutzen, damit ich gewinne. Hier fragt man: Welche Bedürfnisse, welche Gelegenheiten und Möglichkeiten bieten sich mir, um anderen dienen und zum Segen werden zu können.