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Predigten zu 2. Korinther 6,1

"Mitarbeitend aber ermahnen wir auch, dass ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich empfanget"

Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
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"Als Mitarbeiter ermahnen wir euch, ihr möchtet die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangen haben."

Gott hat uns errettet für sich selbst. "Ich strebe danach" , sagt Paulus, "wenn es sein kann, das zu ergreifen, wozu ich von Jesus Christus ergriffen worden bin." Ergriffen worden sind wir nicht allein zu unserem Heil in der Ewigkeit, sondern zu einem ganz bestimmten Zweck jetzt: Wir sollen Mitarbeiter Gottes sein. Was ist nun Gottes Arbeit in dieser Zeit? Alle Dinge in Christus zusammenzufassen; im ganzen Weltall nichts in der Luft hängen zu lassen, was nicht im Einklang mit seinem erhöhten Sohn stünde. Und wie kann ich mit Gott zusammenarbeiten? Wie kann ich an ein so großes Werk auch nur herankommen? Ich weiss es nicht; aber wie für Paulus ist es mein höchstes Ziel.


Autor: Samuel Keller (* 15.03.1856; † 14.11.1924) deutscher protestantischer Theologe und Schriftsteller

"... dass ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfanget."

An dieser Wendung kann man sich wieder erinnern, dass Gnade nicht blosse Verzeihung ist, wie manche wähnen. Verzeihung wäre doch nicht vergeblich empfangen, wenn der Sünder nachher wieder zurückfiele und aufs neue um eine Vergebung bitten müsste; die alte Schuld war und blieb vergeben. Nein, Paulus hält die Gnade Gottes hier für etwas Positives, die Zusammenfassung der Heilsgüter: Kraft zu neuem Leben, geistliche Einnahmen aus der Höhe, Gelegenheiten zum Gutestun, Gaben und Aufgaben, Erkenntnisse und Antriebe. Und das alles soll in die Sackgasse deines selbstsüchtigen Andächtigseins fließen und sich da aufstauen? Dann hättest du die Gnade Gottes vergeblich empfangen. Die geistlichen Gnadengaben des neuen Lebens, die wir empfingen, zum Segen für unsere Umgebung, ja für die Welt, sind da. Wir müssen sinnen und suchen, wie wir sie wirksam machen für andere; dann werden sie ihren schönsten Segen auch für uns offenbaren. Haben wir da nicht oft schon viel versäumt und vergeblich Gnadenstunden gehabt, die durch unsere Schuld dem Reich Gottes nichts eingebracht haben und uns den Stachel des Vorwurfs zurückließen: Vergeblicher Segen durch mein Versäumnis!

Ach ja, Herr, wir haben alle genug Unterlassungssünden hinter uns, die du uns aus Erbarmen vergeben wolltest. Aber dann bitten wir, öffne uns die Augen, dass wir die Unterlassungen vor uns sehen und nicht wieder in den alten Fehler fallen. Mach uns treu! Amen.


Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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Gnadenzeit, was ist das? Dem Worte nach eine Zeit, die von der göttlichen Gnade gegeben ist, in welcher man Gnade erlangen kann. Unsere Lebenszeit ist also unsere Gnadenzeit, denn so lange einer hienieden lebt, so lange lebt er in der Gnadenzeit, so lange ein Atem in dir ist, so lange sind dir die Gnadenpforten offen, und obwohl manche Geister so gestellt sind, daß sie nicht hineinkommen können, so ist es doch wahr: Die Gnadenpforten sind offen für einen jeden, der im Fleische lebt, in dieser Hülle, die man Leib nennt, wohnet. Gott ist geoffenbart im Fleisch, das Wort ward Fleisch - dies geht ja alle an, die auch im Fleische leben. Greife an deinen Arm und siehe, ob er von Fleisch ist, und schließe daraus: Also gehet mich der im Fleisch geoffenbarte, in einem menschlichen Leib in der Gestalt des sündlichen Fleisches geoffenbarte Gott sehr nahe an. Im Fleisch ist Christus erschienen, im Fleisch hat er auf Erden gewandelt, im Fleisch gelitten, im Fleisch den Sieg ausgeführt über Sünde, Tod und Teufel, indem er sie zuschanden machte, im Fleisch eine ewige Erlösung erfunden, also gehet dieser Christus alle an, die mit ihm im Fleische leben, die ganze Menschheit, alle, die er sich nicht schämt, seine Brüder zu heißen, und wer auf dieser Erde lebt, lebt in der Gnadenzeit. Wie er ja auch selber zu seinem Vater sagt: Du hast mir Macht gegeben über alles Fleisch, auf daß ich das ewige Leben gebe allen, die du mir gegeben hast, (Joh 17,2). O großer tröstlicher Gedanke! Ein Gedanke, der vieles Bittere versüßt, manches Dunkel aufhellt, ein Gedanke, der wert wäre, daß wir ihn immer im Herzen behielten. Meine armen durch den Teufel verführten Brüder, die armen Menschen in ihren mancherlei Lasten, Elend, Trübsalen leben in der Gnadenzeit, es ist Gnade für sie vorhanden, die Pforten sind offen auch dem verlorensten, dem elendesten, dem grauesten Sünder, es ist doch noch möglich, daß Gott ihm Buße schenkt zum Le- ben, ich darf doch bei keinem verzagen, ich darf doch alles noch hoffen, alles noch glauben, es ist noch Gnadenzeit! Jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils! Die Gnade, die Gott anerbiet, gilt mir auch meinesteils. Die Gnade ist annehmungswert und unbegreiflich groß; der Sohn bracht sie, eh wir's begehrt, aus seines Vaters Schoß.

Herr, schaff, daß deine Gnade nicht an mir vergeblich sei! Wer Gnade hat, ist vom Gericht an jenem Tage frei. Gib, daß ich dich auf jeden Tag um deine Gnade fleh, und mich im Glauben trösten mag, daß ich in Gnaden steh.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Entscheidung! Entscheidung!

Ich bin der Meinung, dass es viele Männer und Frauen gibt, die gegenüber sich selbst versichern, dass sie es schon ins Reich Gottes »schaffen« würden, da der Himmel sie irgendwie einlassen werde. Sie sind in die Hoffnung vernarrt, da gäbe es ein unbewusstes »Durchdringen « der Mauern von Gottes ewiger Stadt. Das ist eine vergebliche Hoffnung. Niemand kommt zu Gott durch einen automatischen oder unbewussten Vorgang - so geht das nicht vor sich!

Jeder einzelne Mann, jede einzelne Frau muss sich entscheiden - und an dieser Stelle müssen wir ganz dogmatisch sein. Wir haben die Bibel, wir haben das Wort Gottes. Wir wissen, dass Gott sich dadurch geoffenbart hat, dass Er Jesus Christus, Seinen ewigen Sohn, für uns dahingab. Wir wissen, dass das Evangelium die rettende Botschaft ist - die gute Nachricht von unserem Herrn Jesus Christus. Es gibt keinen anderen Weg, auf dem Gott zu uns kommen, uns vergeben und uns als Seine Kinder annehmen könnte, als den Weg der bewussten Entscheidung! Dies ist eine echte, authentische Erfahrung der Gnade und Barmherzigkeit Gottes - wir haben uns entschieden!