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Predigten zu 2. Mose 4,24

"Und es geschah auf dem Wege, in der Herberge, da fiel Jehova ihn an und suchte ihn zu töten."

Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
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"Als Mose unterwegs in der Herberge war, kam der Herr ihm entgegen und wollte ihn töten."

Mose ist unterwegs nach Ägypten. Segensströme sollen von ihm ausgehen. Ein Hindernis aber ist noch im Wege. Mose ist demütiger, vorsichtiger und zurückhaltender geworden in Gottes Schule. Aber in seiner eigenen Familie ist etwas nicht in Ordnung. Eine Unterlassungssünde lastet auf derselben. Bei Strafe der Tötung hatte Gott (1. Mose 17, 14) befohlen, jedes Knäblein solle am achten Tage beschnitten werden. Mose hatte das unterlassen. Seine Frau Zippora scheint dagegen gewesen zu sein. Vielleicht war es Rücksicht auf väterliche Sitte, vielleicht Abneigung gegen die volle Zugehörigkeit zu dem verachteten Sklavenvolk Israel. Gott nimmt sein Wort todernst! Mose wird überfallen von Todesschrecken. War es eine Gefahr von außen? Ein hitziges Fieber? Eine Todesmattigkeit? So viel ist sicher: er merkt, Gottes Hand ist aufgehoben, ihn zu vernichten! Die Nähe des Todes bringt ihm wie seiner Frau sofort das alte Versäumnis in Erinnerung. Zippora beschneidet den Sohn. Dem Gebot Gottes ist Gehorsam erwiesen. Das Todesgrauen weicht, Mose atmet auf. Leib und Seele werden von dem Alpdruck befreit. - Auch in unserem Leben kann es Stunden geben, wo weder gilt zu klagen noch zu beten, wo gehandelt werden, wo ein klar erkannter, aber nicht erfüllter Gotteswille endlich erfüllt werden muss. Wie manch einer könnte wieder aufatmen, wenn er sich die Gnade schenken ließe, alte Dinge in Ordnung zu bringen. Ist Gott um solcher Versäumnisse uns entgegen, plagt und schreckt er uns, dann ist das im tiefsten Grunde eine Liebestat. Wir sollen zu grösserem Segen befähigt werden. Der Ungehorsam ist das Hemmnis für Gottes Segen. Die Schreckensstunden sollen wegräumen, was die Segnungen aufhält. - Auch auf unserer Wüstenreise gibt es Herbergsstationen, wo man kleiner und reiner gemacht werden kann.