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Predigten zu 3. Mose 13,13

"und der Priester besieht ihn, und siehe, der Aussatz hat sein ganzes Fleisch bedeckt, so soll er den, der das Übel hat, für rein erklären; hat es sich ganz in weiß verwandelt, so ist er rein."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Wenn der Priester besieht und findet, dass der Aussatz das ganze Fleisch bedeckt hat, so soll er denselben rein urteilen."

Auffallend muss uns diese Verordnung vorkommen, und dennoch lag eine große Weisheit darin, denn das Heraustreten der Krankheit bewies, dass die Leibes- und Lebenskräfte gesund waren. Wir wollen diesen Abend betrachten, was für eine vorbildliche Bedeutung eine so seltsame Vorschrift in sich schließt. Auch wir sind Aussätzige und können mit Recht die Verordnungen über den Aussatz auf unsern eignen Zustand anwenden. Wenn ein Mensch einsieht, dass er ganz und gar verloren und elend ist, dass er über und über bedeckt ist mit der Schande der Sünde und nicht im geringsten sich frei weiss von solcher Befleckung; wenn er sich aller eignen Gerechtigkeit bar bekennen muss und sich vor dem Herrn schuldig weiss, dann ist er rein durch das Blut Jesu Christi und durch die Gnade Gottes. Verborgene, unempfundene, unbekannte Missetat ist ein wahrer Aussatz; wenn aber die Sünde eingesehen und gefühlt wird, so hat sie ihren Todesstreich empfangen, und der Herr sieht mit Augen der Gnade auf die darunter leidende Seele. Nichts ist tödlicher als Selbstgerechtigkeit, nichts gewährt mehr Hoffnung als die Zerknirschung. Wir müssen bekennen, dass wir "nichts als lauter Sünde" sind, denn kein milderes Bekenntnis ist volle Wahrheit, und wenn der Heilige Geist an uns arbeitet und uns unsre Sünden zum Bewusstsein bringt, so kann es uns nicht schwer fallen, dies Bekenntnis auszusprechen; es entströmt sogleich unsern Lippen. Und welchen Trost gewährt nun unser Schriftwort wahrhaft erweckten Sündern: gerade der Umstand, der sie so schmerzlich beunruhigt, wird hier zum Zeichen und Merkmal eines hoffnungvollen Zustandes! Das Ausziehen kommt vor dem Ankleiden; das Ausgraben der Fundamente ist die erste Arbeit beim Bau eines Hauses, und ein vollständiges Gefühl der Sündhaftigkeit ist eine der ersten Gnadenwirkungen des Heiligen Geistes im Herzen. O du armer, aussätziger Sünder, der du dich so gar ungesund in deinem ganzen Wesen fühlst, fasse dir ein Herz aus unserm Schriftwort, und komme zum Herrn Jesu, gerade wie du gehst und stehst. "Ja, mache mich gerecht und rein, Lass keinen Flecken an mir sein."


Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Wenn der Priester besiehet, und findet, dass der Aussatz das ganze Fleisch bedecket hat, so soll er denselben rein urteilen." 3 Mose 13, 13

Sonderbar muss uns diese Verordnung erscheinen, dennoch lag derselben eine große Weisheit zu Grunde; denn wenn die Krankheit nach außen geworfen ward, so zeigte sich damit, dass die Natur des Leibes in der Wurzel gesund sei. Auch wir sind Aussätzige, geschlagen mit dem Aussatz der Sünde, und das Aussatzgebot findet daher auch auf uns seine Anwendung. Wenn ein Mensch sieht, dass er ganz und gar verloren, dass er der Verdammnis verfallen sei, weil der über und über von der Unreinigkeit der Sünde bedeckt und gar nichts Gesundes mehr an ihm ist; wenn er alles selbstgerechte Wesen verabscheut und sich vor dem Herrn schuldig bekennt, dann ist er rein durch das Blut Jesu und durch die Gnade Gottes. Verborgene, unempfundene, unerkannte Sünde, das ist der wahrhaftige Aussatz; wenn aber die Sünde eingesehen und gefühlt wird, so hat sie ihren Todesstreich empfangen, und der Herr schaut mit gnädigem Auge auf die davon betroffene Seele herab. Nichts ist tödlicher als Selbstgerechtigkeit, nichts berechtigt zu grösserer Hoffnung, als Zerknirschung. Wir müssen bekennen, dass wir nichts als lauter Sünde sind, denn kein Bekenntnis, das weniger aussagt, trifft die ganze Wahrheit, und wenn der Heilige Geist an uns arbeitet und uns unsre Sünden zum Bewusstsein bringt, dann hält's nicht schwer, dass wir solch ein Geständnis machen, es dringt sogleich aus unsern Lippen hervor. Welch einen Trost gewährt unsre Schriftstelle denen, die unter einem tiefen Gefühl der Sünde stehen! Die Sünde, die bereut und bekannt wird, und wäre sich noch so hässlich und grässlich, verbannt nie einen Menschen vom Angesicht unsers Herrn Jesu. Wer zu Ihm kommt, den wird Er nicht hinausstossen. Und wäre ein Mensch so ehrlos wie der Schächer, so unkeusch wie die große Sünderin, so grimmig wie Saulus von Tarsen, so grausam wie Manasse, so ungehorsam wie der verlorne Sohn, so schaut dennoch das große liebende Herz des Heilandes mit Wonne auf ihn, wenn er fühlt, dass nichts Gesundes an ihm ist, und spricht ihn rein, wenn er auf Christum den Gekreuzigten allein sein ganzes Vertrauen setzt. So komm denn zu Ihm, du armer, schwerbeladener Sünder! "Hilf, o Herr Jesu, hilf Du mir, Dass ich noch heute komm' zu Dir!"