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Predigten zu 4. Mose 21,17

"Damals sang Israel dieses Lied: Herauf, Brunnen! Singet ihm zu!"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Da sang Israel dieses Lied: Steig' herauf, o Brunnen; singt ihm entgegen!"

Der Brunnen Ber in der Wüste war berühmt, weil er der Gegenstand einer Verheißung geworden war: "Das ist der Brunnen, davon der Herr zu Mose sagte: Sammle das Volk, ich will ihnen Wasser geben." Das Volk bedurfte Wasser, und dieses war ihm von seinem gnädigen Gott verheißen. Wir haben immer neue Zuflüsse der himmlischen Gnade nötig, und im Bund hat sich der Herr verbürgt, uns alles zu schenken, was wir bedürfen. Danach ward der Brunnen der Anlass zu einem Danklied. Ehe noch das Wasser hervorrauschte, drängte die Glaubensfreudigkeit das Volk zum Gesang; und als die Kinder Israel die kristallhelle Quelle emporsprudeln sahen, da wurde der Gesang und der Reigen immer fröhlicher und schallender. Gerade so sollten auch wir, die wir auf die Verheißungen Gottes vertrauen, uns zum voraus über die Aussicht auf die göttliche Erneuerung unsrer Seelen freuen, und wenn sie uns zuteil wird, sollten wir jubelnd überströmen von heiliger Freude. Empfinden wir auch Durst? Dann wollen wir nicht murren, sondern singen. Geistlicher Durst ist schwer zu ertragen, aber wir brauchen ihn auch nicht zu ertragen, die Verheißung zeigt uns ja einen Brunnen; darum wollen wir gutes Muts sein und uns danach umsehen. Überdies war der Brunnen der Gegenstand betenden Verlangens: "Steig' herauf, o Brunnen." Ach, möchte doch Gott der Heilige Geist in uns mit seiner ganzen allmächtigen Kraft arbeiten und uns erfüllen mit aller reichen Gottesfülle! Endlich war der Brunnen ein Gegenstand persönlicher Anstrengungen. "Die Edlen im Volke haben ihn gegraben, durch den Lehrer und ihre Stäbe." Der Herr will, dass wir selbst mit tätig seien, wenn Er uns Gnadenerweisungen zuteil werden lässt. Unsre Stäbe sind zum Graben im Sand nicht gut geeignet, aber dennoch müssen wir sie gebrauchen, so gut wir nur immer können. Das Gebet darf nie vernachlässigt werden; unsre Versammlungen sollen wir nicht verlassen und vergessen; die Heilsmittel dürfen wir nicht versäumen. Der Herr ist bereit, uns reichlich seine Gnade zu schenken; darum lasset uns untereinander ermahnen und ermuntern, Ihn zu suchen, denn aus Ihm strömen uns Quellen frischen Wassers.


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Brunnen steige auf! Singet von Ihm

Das war ein lieblicher Gesang. Wie ergreifend muss es gewesen sein, als die Tausende Israels, also singend, den Wassern unter der Erde befahlen, sich zu zeigen, und mit ihrem Plätschern den Gesang zu begleiten.

1. Steige auf, o Brunnen, in unseren Herzen!

Allzulange ist da der Boden trocken und öde gelegen. Eine große Dürre hat uns befallen, und altes grüne Kraut ist verzehrt. Die Blumen welken, die Frucht erstirbt. Aber Jesus hat verheißen, in gläubigen Herzen einen Brunnen zu eröffnen, dessen Wasser ins ewige Leben quillen soll. Nicht ein Teich gestandenen Wassers sollte es sein, sondern eine Quelle: nicht ein ausgetrockneter Krith, sondern ein frischer Bach Siloas. Diese Verheißung kann heute für uns in Erfüllung gehen. Haben wir aber gestattet, dass sich Schutt ansammelt, oder Unkrautranken sich ausbreiten, so lasset uns bitten, dass dies alles weggeräumt werde, auf dass das lebendige Wasser uns durchfließen könne.

2. Steige auf, o Brunnen, in der Gemeinde Gottes!

Mit dieser Bitte wollen wir das Haus Gottes betreten, wo wir uns mit seinem Volk versammeln, Ihn anzubeten. Steige heute auf, o Brunnen! Mit dieser Bitte wollen wir der fernen Misstons – Stationen, der ganzen Kirche Christi gedenken. Jesus hat mit dem Pfahl Seines Kreuzes den Brunnen gegraben; aber wir flehen, dass der Geist, der einer Quelle lebendigen Wassers vergleichbar ist, das aus der Ewigkeit entspringt und dorthin zurückkehrt, mit größerer Kraft hervorsprudle und alles durchdringe.

3. Steige auf, o Brunnen, in der Welt!

Sie ist matt vor Schmerz und Sünde. Zu lange hat der Wüstensand sein verheerendes Werk schon getan. Ach, dass der Tag der Erquickung käme, wo Quellen in der Wüste hervorbrechen werden, und die Einöde blühen wird, wie die Lilien!