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Predigten zu 4. Mose 22,5

"Und er sandte Boten zu Bileam, dem Sohne Beors, nach Pethor, das am Strome ist, in das Land der Kinder seines Volkes, um ihn zu rufen, und er ließ ihm sagen: Siehe, ein Volk ist aus Ägypten gezogen; siehe, es bedeckt die Fläche des Landes, und es liegt mir gegenüber."

Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Es ist erstaunlich, wie gut die Feinde des Volkes Gottes sich auskennen in göttlichen Dingen. Dieser Balak, der König der Moabiter, war ein Heide. Er wußte, daß sein Volk und sein Heer eine beachtliche Macht darstellten. Und er wußte ebensogut, daß das Volk Israel, die Gemeinde Gottes im Alten Bund, seinem Heer und seiner Rüstung in keiner Weise gewachsen war. Dieser Nomadenhaufe hatte doch nur armselige Waffen.

Und doch sagte dieser Balak: „Sie sind mir zu mächtig." Wie in aller Welt kam der Balak zu einem solchen Urteil? Balak sah: Mit dieser Gemeinde ist Jehova, der starke Gott. Er wußte: Dies Volk des Höchsten darf mit seinem Gott rechnen. Darum fürchtete er sich. Wenn doch Gottes Volk auch immer so gedacht hätte! Es hätte sich viel Unruhe, Angst und Sorge ersparen können. Ja, in der Tat, der Heide rechnet ernsthafter mit der Realität Gottes als das Volk Gottes. Wie beschämend ist das! Beschämt es nicht die Christen bis zum heutigen Tage? Wo sind denn die Kinder Gottes, die es wirklich gelernt haben, mit ihrem Gott zu rechnen in allen Lagen? Laßt uns doch endlich von dem Heiden Balak lernen: Gottes Volk, das durch Jesus erkauft ist, darf in jeder Lage mit seinem Gott rechnen. „Der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht." Amen.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Es ist peinlich, wenn ein Meister bei einem Ungelernten lernen muß; und ebenso peinlich ist es, wenn Christen bei einem Heiden etwas über göttliche Dinge lernen sollen. Aber hier muß es geschehen. Von diesem Moabiterkönig Balak können wir wirklich lernen. Das Volk Gottes war aus Ägypten gezogen und lagerte nun an den Grenzen des verheißenen Landes. Dem König Balak wurde angst und bange. Das war seltsam. Denn er hatte ein gutes Heer und tapfere Soldaten.

Aber er wußte etwas, was wir uns von ihm sagen lassen wollen. Er wußte: Gottes Volk kann nur von Gott selbst überwunden werden. Darum kam dieser Balak auf den tollen Gedanken, sich einen Gottesmann zu verschreiben, der das Volk Gottes verfluchen sollte. Gottes Volk kann nur von Gott selbst überwunden werden. Sonst von niemand!

Wie oft haben die Christen sich Sorgen gemacht, was wohl aus der Gemeinde des Herrn werden solle, wenn die Feindschaft überhand nehme und der Abfall von Gott größer würde. Aber — keine Sorge! Keine Macht, keine Weisheit, keine List der Welt vermögen etwas gegen das Volk, das Gott sich durch Jesu Blut zu Seinem Eigentum erkauft hat. Ja, nicht einmal die Hölle! Jesus hat selbst von Seiner Gemeinde gesagt: „Die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen." Im Kampf gegen die Gemeinde haben die Gegner immer schon von vornherein verloren. Wie aber, wenn Gott Sein Volk dahingibt in das Gericht? Das kann Er tun. Darum laßt uns in der Furcht, im Glauben und in der Heiligung bleiben! Amen.