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Predigten zu 4. Mose 22,8

"Und er sprach zu ihnen: Übernachtet hier diese Nacht, und ich werde euch Antwort bringen, so wie der HERR zu mir reden wird. Und die Fürsten von Moab blieben bei Bileam."

Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Bileam, der Seher, hat Besuch bekommen. Hohen Besuch! Die Ältesten der Moabiter sind von weither gekommen mit großartigen Geschenken, um ihn an den Königshof zu laden. Der Besuch ist eine große Ehre für Bileam. Aber er hat ihn auch in eine zwiespältige, notvolle Lage gebracht. Diese Gesandten nämlich haben eine seltsame Bitte vorgetragen: Bileam soll mit ihnen kommen, um das Volk Israel zu verfluchen. Ich kann mir das Gespräch ungefähr vorstellen. Bileam fragt: „Was ist denn das für ein Volk?" Und die Gesandten berichten: „Es kommt aus Ägyptenland und will unser Land erobern." — Bileam: „Aber warum wehrt sich euer König nicht mit Waffengewalt? Ihr seid doch viel stärker als Israel!" — Die Gesandten: „Dies Volk hat einen Gott, der es unüberwindlich macht. Darum sollst du sie verfluchen!" Und nun schildern sie ihm, wie der Moabiterkönig ihn ehren und mit Geschenken überhäufen will.

Das lockt! Gar zu gern möchte Bileam mitgehen. Aber — Gott! Sollte er, der Knecht Gottes, Gottes Volk verfluchen? Das ist eine notvolle Lage für Bileam. Er möchte gern die Bitte erfüllen, aber es warnt ihn etwas. Was soll er tun? Er tut das Beste, was man in solchen Fällen tun kann: Er erklärt: „Ich will darüber beten und mit Gott reden." Bileam nahm sich Zeit, die schwierige Sache mit Gott zu bereden. Hier sollten wir von ihm lernen! Seit Jesus gen Himmel gefahren ist, steht allezeit eine Tür zum Herzen Gottes offen für uns. Dinge, die mit Gott beredet sind, werden wundervoll einfach und klar. Amen.