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Predigten zu 4. Mose 6,26

"der HERR erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden!"

Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Erhebe Dein Angesicht!

Hier müssen wir einmal Hebräisch lernen, denn auf Deutsch bedeutet es nicht viel, wenn ich sage: »Der Herr [er]hebe sein Angesicht über dich!« Obwohl man es auf Deutsch nicht gut wiedergeben kann, soll es doch bedeuten: Wenn auch Gott sein Angesicht über uns leuchten und scheinen lässt, so machen doch die Anfechtungen und Verfolgungen des Teufels, der Welt und unseres Fleisches ein solches Ungewitter in unseren Herzen, dass wir meinen, das Licht des lieben göttlichen Wortes wolle untergehen und uns im Finstern lassen. So, als wenn die Sonne wohl in aller Pracht aufgeht, fröhlich scheint und lieblich leuchtet und doch dichte Wolken und Unwetter sich gegen sie erheben und keine Sonne mehr zu sehen ist. Dann möchte man zur Sonne sagen: »Komm wieder zum Vorschein, liebe Sonne, lass nicht die Wolken den Tag in Nacht verwandeln, sondern lass das herrliche Licht wieder die Oberhand gewinnen.« »O Gott, gib uns den letztendlichen Sieg trotz aller wütenden Prüfungen durch Tod und Teufel und alle Pforten der Hölle, die uns zusammen mit der Welt und der übrigen Verdorbenheit nachstellen. Obwohl Du uns gnädig gewesen bist und unsere Sünden vergeben und uns Deinen Geist geschenkt hast, haben wir doch noch viele Anfechtungen vor uns liegen. Ja, wir sind noch stets in Streit und Krieg verwickelt mit dem Teufel und all den Sünden.«