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Predigten zu 4. Mose 9,8

"Und Mose sprach zu ihnen: Bleibet stehen, und ich will hören, was der HERR eurethalben gebieten wird. -"

Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Mose war sanftmütiger als alle Menschen auf Erden, sagt uns 4. Mose 12,3. Er hatte den Mut, zu gestehen, daß er auf eine ihm gestellte Frage keine Antwort wußte, und war so seinem Gott geweiht, daß er zum Volk sagen konnte: «Wartet, und ich will hören, was euch der HERR gebietet.» Trotz der Fülle von Segnungen und Offenbarungen, die er erhalten hatte, trotz seiner innigen Gemeinschaft mit Gott auf dem Berg, wußte er, daß er in allem von Gott abhängig war. Darum wollte er keinen Rat geben und keinen Schritt tun, ohne sicher zu sein, was der Wille Gottes ist. Er verstand es, zu warten.

Wir Christen sollten dieselbe Haltung haben, um überstürzte Entschlüsse zu vermeiden. Wie leicht lassen wir uns zwingen, Entscheidungen zu treffen oder unsere Meinung zu äußern, ohne erst gehört zu haben, was der Herr uns gebietet. In dem hektischen, getriebenen Leben der heutigen Zeit muß der Christ «mit Christus in Gott verborgen» bleiben, sonst wird er von der allgemeinen Strömung mitgerissen, Dinge zu tun und zu sagen, denen sein Herr nicht zustimmen kann. Wir müssen lernen, «Wartet!» zu den Menschen zu sagen, die uns zu einem unbedachten, übereilten Rat drängen wollen, der nicht von Gott kommt.

Junge Menschen sollten auf die Ratschläge hören, welche die älteren in der Gegenwart Gottes zu erhalten suchen. Wie viele junge Christen haben auf dem Glaubensweg einen guten Anfang gemacht, sich dann aber verirrt infolge einer voreiligen Entscheidung oder eines plötzlichen Verlangens, eine bestimmte Richtung einzuschlagen, die gewiß nicht aus dem Heiligtum stammten. Dann gehen sie ihr ganzes Leben lang einen anderen Weg als den gottgewollten, und schließlich verlieren sie ihren Siegeskranz.

Wir würden Gott mehr Ehre machen, wenn wir in erster Linie nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit trachteten. Darum hat Gott christliche Eltern und geistliche Führer eingesetzt, die diese Art Unglück zu verhindern suchen, um den ihnen anvertrauten Menschenleben das Bleiben auf dem Weg des Wohlergehens und des Segens zu sichern... Laßt uns deshalb lernen zu warten; laßt uns Gott die Zeit geben, zu reden, und uns die Zeit nehmen, auf Ihn zu hören. Er hat uns aus Ägypten herausgeführt und möchte uns in das Land der Verheißung hineinführen.