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Predigten zu Apostelgeschichte 12,12

"Und als er sich bedachte, kam er an das Haus der Maria, der Mutter des Johannes, der Markus zubenamt war, wo viele versammelt waren und beteten."

Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
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Als Petrus sich besann, kam er vor das Haus der Maria, wo viele beieinander waren und beteten.

Bei den nun folgenden Begebenheiten treten Petrus, die Magd Rhode und die im Haus der Maria versammelten Christen vor unsere Augen. Wir verweilen zuerst bei Petrus. Wir begleiten ihn im Geist bis zu dem Haus Marias, der Mutter des Evangelisten Markus. Der Besuch des Petrus in diesem Haus war keineswegs etwas Selbstverständliches. Wenn wir uns in die Lage des Petrus versetzen, müssen wir zugeben: Jeder Zeitverlust konnte für seine Rettung verhängnisvoll werden. Wie leicht konnten die Soldaten im Gefängnis aufwachen und alles aufbieten, den entwichenen Gefangenen wieder in ihre Gewalt zurückzubringen. Je schneller er Jerusalem verließ und einen sicheren Zufluchtsort erreichte, um so besser. Petrus aber besuchte zuerst die Versammlung der Christen. - Wenn jemals einer hätte sagen dürfen: "Ich habe keine Zeit, die Versammlung der Gläubigen aufzusuchen", dann ist es Petrus gewesen in dieser Nacht, wo jede Verzögerung der Flucht ihn das Leben hätte kosten können. Aber es war dem Petrus innerlich unmöglich, an dem Haus der Maria und der Versammlung der Gläubigen vorüberzugehen. Er wusste ja, welche Sorge diese treuen Menschen um ihn und die Rettung seines Lebens hatten. Sein Herz trieb ihn unwiderstehlich zu ihnen hin, um ihnen das Geschehene mitzuteilen. - Der innere Zustand eines Menschen ist weithin daran zu erkennen, welche Orte und welche Gesellschaften sein Herz anziehen. Der eine kann nicht vorbeigehen an den Stätten, wo Sinnenlust und Weltfreude ihr Wesen treiben. Der andere wird angezogen von den Zusammenkünften, wo Jünger Jesu sich zum Gebet und zur Betrachtung des Wortes Gottes vereinigen. Straft nicht das Verhalten des Petrus, der sich trotz der gefahrvollen Stunde die Zeit nimmt, den Kreis der versammelten Jesusjünger aufzusuchen, manchen lau gewordenen Christen, der solchen Versammlungen gleichgültig fernbleibt?


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Viele waren beieinander

O, wenn Gott doch geben wollte, dass irgendeine Gruppe in solcher Weise zusammenkäme, die Predigt zu hören und zu beten, sodass ein gemeinsamer Herzensschrei des ganzen Volkes zu Gott aufstiege; welch eine große Gnade und Hilfe würde auf ein solches Gebet erfolgen! Was könnte schrecklicher für alle bösen Geister sein? Welch großes Werk könnte auf Erden geschehen, wie viele Fromme würden bewahrt und wie viele Sünder bekehrt werden! Das weiß der böse Geist sehr wohl. Darum tut er auch alles, was er vermag, ein solches Gebet zu verhindern. Er lässt uns schöne Kirchen bauen und Schenkungen machen, lässt musizieren, lesen und singen und großartige Gottesdienste durchführen. Das alles tut ihm nichts zuleide, ja, es dient dazu, dass wir ein solches Treiben für das beste halten und meinen, alles schön ausgerichtet zu haben, aber wenn dadurch dies gemeinsame, starke und fruchtbare Gebet untergeht und wegen dieses Gepränges unmerklich aufhört, dann hat er, was er suchte. Denn wo das Gebet darniederliegt, wird ihm niemand etwas wegnehmen, und da kann ihm auch niemand widerstehen. Wo er aber gewahr wird, dass wir dies Gebet üben wollen, und sei es unter einem Strohdach oder in einem Schweinestall, dann wird er ganz gewiss etwas dagegen unternehmen, weil er sich vor einem solchen Schweinestall mehr fürchtet als vor allen hohen, großen und schönen Kirchen, Türmen und Glocken, wo sie auch sein mögen. Wenn in ihnen aber ein solches Gebet nicht zu finden ist, ist all das andere nicht von Belang. Es liegt fürwahr nicht an Orten oder Gebäuden, in denen wir zusammenkommen, sondern einzig an dem unüberwindlichen Gebet, das wir dort zusammen vor Gott kundwerden lassen.