10.798 biblische Andachten und Predigten von Spurgeon, MacArthur, MacDonald, Christlieb, Eichhorn, Hofacker, Zinzendorf, Luther ...

Predigten zu Apostelgeschichte 8,37

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Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Glaubst du von ganzem Herzen, so mag es wohl sein."

Diese Worte können dir als Antwort auf deine Bedenken dienen, demütig gläubige Seele, in Beziehung auf die Heilsmittel. Vielleicht sprichst du: "Ich habe keine Freudigkeit, zu des Herrn Gnadentisch zu treten und das heilige Abendmahl seiner Gemeinschaft mit Ihm zu geniessen; ich müsste fürchten, unwürdig zu essen und zu trinken und würde mir vielleicht selbst das Gericht zuziehen, damit, dass ich nicht unterscheiden könnte den Leib des Herrn." O arme, zitternde Seele, der Herr Jesus hat dir Freiheit geschenkt, fürchte dich nicht. Ein Fremder darf sich nicht überall herzudrängen, wo dein Kind freien Zutritt hat; dieses aber geht ganz frei im Hause umher, und so verhält es sich auch mit dem Kind Gottes. Wenn der Heilige Geist dir die Gnade zu schmecken gibt, dass du den Geist der Kindschaft empfangen hast, so darfst du an allen Vorrechten des Christen furchtlos teilnehmen. Dasselbe gilt auch von des Christen inwendigen Gnadenerfahrungen. Armer, heilsbedürftiger Mensch, du denkst, dass du kein Recht habest, dich zu freuen mit einer unaussprechlichen herrlichen Freude; wenn es dir gestattet wird, durch die Tür einzugehen in die Vorhalle Christi, oder am untersten Ende seines Tisches zu sitzen, so fühlst du dich ganz zufrieden und selig. Wohl! aber du sollst nicht hinter dem Grössesten im Reich Gottes zurückstehen. Gott macht in der Liebe zu seinen Kindern keinerlei Unterschied. Jedes Kind ist Ihm sein Kind; Er macht es nicht zu einem Mietling und Knecht, sondern es soll essen vom gemästeten Kalbe und soll sich freuen am Gesange und am Reigen, als ob es wäre nie verloren gewesen. Wenn der Herr Jesus ins Herz einzieht, so gewährt Er volle Freiheit, sich zu freuen im Herrn. Am Hofe des Königs Jesus trägt niemand Sklavenketten. Unsre Teilnahme am Vollgenuss der himmlischen Güter findet wohl nur allmählich statt, aber sie ist uns nichtsdestoweniger ganz gewiss zugedacht. Vielleicht sprichst du, liebe gläubige Seele: "Ich wollte, ich könnte mich der Verheißung ungeschmälert freuen und frei in den Geboten meines Herrn wandeln."Glaubst du von ganzem Herzen, so mag es wohl sein." Zerreiße die Ketten, die deinen Nacken beugen, o du gefangene Tochter, denn der Herr Jesus macht dich frei.


Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
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"Glaubst du von ganzem Herzen?"

In der Reichsgottesarbeit wird bisweilen der Fehler gemacht, dass man einen Menschen allzu schnell als wahren Christen anerkennt und ihm das Heil zuspricht. Philippus beging diesen Fehler nicht. Bevor er den Kämmerer als Christen anerkannte und durch die Taufe in die christliche Gemeinde aufnahm, stellte er eine Prüfung mit ihm an. Dieselbe war schlicht, aber gründlich. Nicht viele Einzelheiten christlichen Wissens wurden abgefragt. Eins nur war nötig: Echter Glaube. Schon der Prophet Jeremia hat es klar herausgestellt, worauf es letzten Endes in unserem Gottesverhältnis ankommt. Kapitel 5 heißt es: "Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben." Aber, echt musste der Glaube sein. Mit blossem Kopfglauben wäre Philippus nicht zufrieden gewesen. Drum fragte er: "Glaubst du von ganzem Herzen?" Der Kämmerer wollte getauft werden. Philippus muss ihm also die Bedeutung der Taufe gezeigt haben als das Handeln Gottes am Menschen, durch welches er ihm sagt: "Über dir waltet meine zurechthelfende Gnade." Er hat ihm aber gewiss auch (wie Paulus es Römer 6 sagt) gezeigt, dass Gott in der Taufe das Todesurteil über den alten Menschen spricht. Beides hat der Kämmerer von ganzem Herzen ergriffen und dadurch die rechte Stellung zu dem Herrn Jesus gewonnen. Samuel Zeller erzählte einmal von einem originellen Mann, der alle an ihn gerichteten Prüfungsfragen bezüglich seines Glaubens beantwortete mit den Worten: "Ich bin ein armer Sünder und ganz und gar nichts, aber Jesus ist mein ein und alles." Das war gesunder Glaube von ganzem Herzen. Die Prüfung des Kämmerers öffnete ihm die Tür in Gottes Reich. Bei den Juden konnte der Kämmerer nur ein "Beisasse", nur "Proselyt des Tores" werden. Der Glaube machte ihn zum Bürger im wahren Zion, zu Gottes Hausgenossen und zu einem Glied am Leibe Jesu. Wohl dem, der solche Prüfung besteht.


Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
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"Ich glaube, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist."

Die Antwort des Kämmerers auf die wichtige Prüfungsfrage des Philippus lautet: "Ich glaube, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist." Mit dieser Antwort bestand er das größte und wichtigste Examen, das es gibt. Weshalb genügte diese Antwort vollkommen, um ihn als wahren Christen anzuerkennen? Weil diese Antwort den entscheidenden Punkt der ganzen christlichen Lehre traf. (Vergleiche Joh. 9, 35 Apg. 11, 17 Römer 1, 17 1.Joh. 3, 23 5, 10-13.) Der Glaube an den Herrn Jesus als an den Sohn Gottes ist das Band, welches die Gläubigen aller Völker und Zungen miteinander verbindet. Mögen sie in äußeren Ordnungen und Zeremonien und Lehrmeinungen noch so verschieden sein: alle sind einig darin, dass sie Jesus als den Sohn Gottes und ihren Heiland anerkennen. Niemand hat ein Recht, von seinen Mitmenschen zu verlangen, dass sie in allen Nebendingen seine Auffassung teilen müssten. Nach der katholischen Lehre heißt glauben: "Alles für wahr halten, was die Kirche lehrt." Die Heilige Schrift verlangt einzig Herzensglauben an den Sohn Gottes. Die Heilige Schrift sagt Hosea 2, 22: "Im Glauben will ich mich mit dir verloben." Wörtlich: "Im Glauben will ich, Gott, dich (ergreifen und) mir angeloben". In diesen Worten spiegelt sich das Geheimnis des Glaubens, der eine Herzenssache ist und nur durch eine Offenbarung Gottes möglich wird. Philippus erkannte, dass sich bei dem Kämmerer dieses Wunder ereignet hatte. Das genügte ihm. So konnte er ihn getrost seine Pfade ziehen lassen. Er wusste, dass dieser Glaube nicht aufhört; dass er durch Gottes Treue genährt und erhalten, gefestigt und vertieft wird. Er wusste auch, dass dieser Glaube die Scheidewand sein würde zwischen dem Kämmerer und allem Götzendienst und allen heidnischen Greueln seiner Heimat. Getrost durfte er ihn in die Christusgemeinde aufnehmen. Tragen wir diesen echten, geistesgewirkten Herzensglauben in uns?