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Predigten zu Epheser 2,20

"aufgebaut auf die Grundlage der Apostel und Propheten, indem Jesus Christus selbst Eckstein ist,"

Autor: Christoph Blumhardt (* 01.06.1842; † 02.08.1919) deutscher evangelischer Theologe, Pfarrer und Kirchenlieddichter
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Der HErr Jesus wird hier der Eckstein genannt, auf welchem alle Gläubigen - mit Ihm durch die Predigt der Apostel und Propheten im Geist vereinigt - auferbaut werden zu einem heiligen Tempel in dem HErrn, und zwar nicht nur die Juden, sondern auch die Heiden, die bisher nur „Gäste und Fremdlinge“ waren, nun aber „Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen“ geworden sind. Die Gläubigen aus beiden sind gleichsam die Steine, die zu einem Bau zusammengefügt werden.

Ein solcher Vergleich drückt die enge Verbindung aller untereinander aus, auch die Unentbehrlichkeit aller zur Vollendung des Reimes Gottes. Bei einem Haus oder Tempelgebäude trägt ein Stein den andern; und jeder trägt zur Erhaltung und Festigung und zum Ausbau des Ganzen etwas bei. Keiner ist überflüssig; und der Ausfall eines Steines läßt mindestens eine Lücke, kann auch den ganzen Bau in Gefahr bringen.

Alles aber wird von Christus, dem Eckstein, getragen. Wenn der ganze Bau einmal fertig ist - also alle berufenen Seelen für das Reim Gottes gesammelt und zugerichtet sind -, wird sich's herausstellen, welche Bedeutung für das Ganze jede einzelne Menschenseele hat, die sich hat retten lassen. Wie sollte sich doch da jeder Christ bestreben, sich seine Stelle am Gebäude zu bewahren, schon um des Ganzen willen, das unvollendet bleibt, wenn auch nur eine einzige Seele fehlt, die einmal berufen ist und auf die darum gerechnet wird! Wie sollten wir auch darauf aus sein, die Steine gleichsam zusammenzutragen, d. h. mitzuwirken, daß die Menschen den Geist Christi annehmen und durch den Glauben Christus einverleibt werden - damit sich das Ganze schneller vollende!

Wenn das Ganze vollendet ist, so wird die vollkommene Herrlichkeit Gottes darin entfaltet werden (Off. 21,3), weswegen dieser Bau ein „heiliger Gottestempel“ heißt. Aber auch die einzelnen Glieder sind als „lebendige Steine“ (1. Petr. 2,5) hienieden schon „Behausungen Gottes im Geist“ und sind daher persönlich schon „Tempel des Heiligen Geistes“.

Ach, daß wir lenksam und fügsam genug wären und die Predigt der Apostel und Propheten besser beachten würden, auf deren Grund sich alles aufbaut - damit wir beizeiten etwas werden „zu Lobe der herrlichen Gnade!“

Abgehende Bausteine

Freilich scheint es, als ob dann, wenn Jemandes Trotz unbeugsam geblieben ist, seine Stelle auch auf einen Andern übertragen werden könne. Das scheint angezeigt, wenn gesagt wird, daß der, der sein Pfund vergraben hat, es dem, der zehn Pfund hat, überlassen muß (Mat. 25,28); wenn ferner der HErr in dem Sendschreiben an den Engel der Gemeinde zu Philadelphia so nachdrücklich sagt (Off. 3,11): „Halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme“; ferner wenn auch von Judas, dem Verräter, gesagt wird, daß „sein Amt ein Andrer empfangen werde“ (Apg. 1,20) - während er sonst mit den andern Aposteln hätte seinen Stuhl haben sollen, mit zu „richten die zwölf Geschlechter Israels“ (Mat. 19,28).

Es kann also das Ganze fertig werden, auch wenn's noch an der Treue einzelner fehlt. Zuletzt kommt unnachsichtlich die Zeit des Abschlusses. Das gibt auch das ernste Wort in der Offenbarung zu erkennen (22,11): „Wer böse ist, der sei fernerhin böse, und wer unrein ist, der sei fernerhin unrein; aber wer fromm ist, der sei fernerhin fromm, und wer heilig ist, der sei fernerhin heilig.“ Denn damit scheint gesagt zu sein, daß eine Zeit komme, da nicht mehr länger gewartet werde auf die Saumseligen und Untreuen, die mit ihrer Bekehrung nicht vorwärts machen wollen, sondern da der HErr abschließe - wie nun auch die, auf welche gewartet worden ist, ihrer Herzensstellung nach sein mögen!

Andererseits können wir uns auch denken, daß Gott immerhin zuwartet, bis sich der Bau gleichsam als ein vollendeter darstellen kann. Hierauf deutet das Wort Petri (2. Petr. 3,9): „Der HErr verzögert nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten; sondern Er hat Geduld mit euch und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre.“

Wie wichtig ist also, lieber Christ, deine Treue! Sie ist es einerseits für dich selbst, damit du nicht um das dir Zugedachte kommst; sie ist es aber andererseits auch für die Gesamtheit, deren Vollendung - wir dürfen's wagen, so zu denken bei dem großen Wert, den jede einzelne Seele hat - durch dich aufgehalten werden kann!


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Die Gemeinde muss vor allem auf Christus schauen

Der erste Blick der Gemeinde gilt Christus, der ihr Haupt, ihr Herr, ihr Alles ist! Danach muss sie sich selbst und die Welt betrachten und ein richtiges Gleichgewicht zwischen beidem halten. Mit dem Selbstbetrachten meine ich keine Egozentrik. Ich meine, dass die Gemeinde sich beständig prüfen muss, ob sie im Glauben lebt. Sie muss strenges Selbstgericht üben und freudig bereit sein, Änderungen durchzuführen. Sie muss in ständiger Bußbereitschaft leben und Gott mit ganzem Herzen suchen. Sie muss fortlaufend ihr Verhalten an der Bibel prüfen und es mit dem Willen Gottes in Einklang bringen. Mit der Weltbetrachtung meine ich, dass die Gemeinde wissen muss, wo sie sich hier auf der Erde befindet. Sie muss anerkennen, Schuldner aller Menschen zu sein (Römer 1,14.15), damit sie die Worte ihres Herrn ernst nimmt: »Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! «, und: »Ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.« Die Gemeinde hat eine zweifache Aufgabe: Erstens soll sie das Christentum in aller Welt ausbreiten, und zweitens soll sie dafür sorgen, dass sie ein Christentum verkündigt, das genau mit dem des Neuen Testaments übereinstimmt. Den Heiden eine kraftlose, selbst gefertigte Verkündigung als Christentum anzubieten, ist weder die Erfüllung des Auftrags Christi, noch entledigen wir uns damit der Verpflichtung, die wir den Heiden gegenüber haben!


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Was Gott tut, das tut Er gründlich. Wenn es Gott gefallen hat, sich Seine Gemeinde als Seinen Tempel zu erbauen, dann baut Er so, dass dieser Bau auf festen Grundlagen ruht und unerschütterlich steht.

Der Eckstein dieses Baues ist Jesus. Er ist wohl der Stein, „den die Bauleute verworfen haben." Aber es gefällt Gott, den heiligen Geistesbau Seines Tempels zu bauen, ohne die Bauleute in der Welt um ihren Rat zu fragen. Er hat das auch nicht getan, als Er die Fundamente für den Bau legte. Die Fundamente sind die geistesgeweckten Zeugnisse der Apostel und Propheten, wie wir sie in der Heiligen Schrift finden.

Die Welt ist wieder außer sich. „Wie können denn diese Schriften der Bibel ein unbewegliches Fundament sein für einen ewigen Gottesbau?" Das kann doch schon ein kleiner Junge mit großen Worten nachweisen, dass diese Apostel und Propheten anfechtbare Leute seien und dass auch ihr Zeugnis recht wohl anfechtbar sei und vor den Augen einer kritischen Vernunft nicht bestehen könne. So ist nun unser Gott, dass Er auch dieses Gelärme sich nicht anfechten lässt. Ihm hat es nun einmal gefallen, dies Buch, diese umstrittene, arme, verachtete Bibel, zum Grund und Fundament Seiner Gemeinde zu machen. Wenn es aber so steht, dann kann dies Fundament, dieser Grund der Bibel, doch nicht so schlecht sein, wie die blinde Welt behauptet. Dann dürfen wir uns doch wohl getrost diesem Fundament anvertrauen. Ja, das dürfen wir! Versucht es nur einmal. Und ihr erlebt: Dies Wort ist stark, unendlich stark. Es trägt mich. Es ist Verlass darauf. Ein gutes Gottes-Fundament! Amen.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Habt ihr einmal den Kölner Dom gesehen? Im 13. Jahrhundert war es, als einige Arbeiter auf dem Platz erschienen und anfingen, den Baugrund auszuschachten. Und dann gingen die Jahrzehnte, ja die Jahrhunderte dahin. Langsam begann der gewaltige Bau über die Häuser hinauszuwachsen. Könige kamen und starben. Kriege wurden geführt und Friede geschlossen — und der Bau wuchs. Ein Baumeister starb. Der nächste trat an seine Stelle — und der Bau wuchs. Oft schien es, als solle der Bau nie fertig werden. Die Gerüste verödeten. Aber auf einmal ging's doch wieder an, das Bauen. Und fleißige Hände regten sich. Es gibt ein viel größeres Gotteshaus. An dem wird schon viel länger gebaut. Seine Hallen und Bogen erstrecken sich über die ganze Welt. Von diesem „heiligen Tempel" spricht Paulus im Epheser-Brief.

Dieser Tempel Gottes ist Seine Gemeinde. Welch ein Bau ist das, da Gott ihn selbst aufführt! Es wird nicht ein einziger Stein hineingebaut, den Er nicht selbst erwählt und zubereitet hat. „Und auch ihr, als die lebendigen Steine...", sagt der Apostel. Jahrhunderte gehen dahin. Ja, Jahrtausende. Weltmächte kommen und vergehen. Stürme gehen über die Welt. Und oft fragt das Herz angsterfüllt: „Wo ist denn Gott?" Hier ist Er! Er baut! Er baut — mit oder ohne Wohlwollen der Menschen — Seine Gemeinde. Selig, wer daran teilhat! Amen.