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Predigten zu Epheser 2,19

"Also seid ihr denn nicht mehr Fremdlinge und ohne Bürgerrecht, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes,"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Bürger mit den Heiligen."

Was ist damit gemeint, dass wir sollen Bürger sein im Himmel? Es bedeutet, dass wir unter dem himmlischen Regimente stehen. Christus, der König des Himmels, herrscht in unsern Herzen; wir beten täglich: "Dein Wille geschehe auf Erden, wie im Himmel." Die Verheißungen und Verordnungen, die vom Thron der Herrlichkeit ausgehen, werden von uns willig und freudig angenommen; wir gehorchen mit Frohlocken den Befehlen des großen Königs. Dann aber haben wir als Bürger des Neuen Jerusalems auch teil an den Ehren und Würden des Himmels. Die Herrlichkeit, die den verklärten Heiligen zuteil wird, gehört auch uns zu, denn wir sind jetzt schon Kinder Gottes, jetzt schon Prinzen vom höchsten Geblüt; jetzt schon tragen wir das unbefleckte Kleid der Gerechtigkeit Christi; jetzt schon stehen Engel zu unserm Dienst bereit, Heilige sind unsre Gefährten, Christus ist unser Bruder, Gott ist unser Vater, und eine Krone der Unsterblichkeit ist unser Lohn. Wir haben teil an den Ehrenrechten der Himmelsbürgerschaft, denn wir sind gekommen zu der Versammlung und Gemeinde der Erstgebornen, die im Himmel angeschrieben sind. Als Bürger haben wir auch Miteigentumsrechte an alle Güter des Himmels. Uns gehören seine Perlentore und seine Jaspismauern; uns das himmelblaue Licht der Stadt, die keiner Leuchte oder des Lichts der Sonne bedarf; unser ist der lautere Strom des lebendigen Wassers und die zwölferlei Früchte, die am Holz des Lebens wachsen auf beiden Seiten des Stroms; es ist nichts im Himmel, was nicht uns gehört. "Gegenwärtiges und Zukünftiges," alles ist unser. So auch geniessen wir als Himmelsbürger des Himmels Freuden. Freut man sich dort über einen Sünder, der Buße tut, über einen verlornen Sohn, der heimkommt, so freuen auch wir uns dessen. Preist und verherrlicht man dort die Grösse der siegreichen Gnade, so tun auch wir's. Werfen sie dort die Kronen vor Jesu nieder? Auch wir legen Ihm all unsre Ehre zu Füßen. Fühlt man sich dort von seinem Lächeln entzückt? Er ist auch uns, die wir hienieden wohnen, nicht weniger lieblich. Harret man dort seiner zweiten Zukunft entgegen? Auch wir verlangen und sehnen uns nach seiner Erscheinung. Wenn wir denn Bürger mit den Heiligen sind, so sei auch unser Wandel und unser Wirken im Einklang mit unsrer erhabenen Bestimmung.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Ein Fest wird gefeiert in einem Hause. Fröhlich sitzen an der Festtafel Hausgenossen und Gäste. Ein Fremder kann unmöglich feststellen, wer hier in das Haus gehört und wer nur Gast ist.

Aber wenn die Stunde des Aufbruchs kommt, dann wird's offenbar. Dann trennen sich die Hausgenossen und die Gäste. Die Hausgenossen dürfen bleiben. Die Gäste müssen davon. Da ist ein Gottesdienst. Gemeinsam singt man die Lieder, gemeinsam hört man die Predigt, gemeinsam tritt man im Gebet vor Gott.

Und doch ist ein heimlicher Unterschied zwischen denen, die da versammelt sind. Die einen sind „Gäste". Sie machen Gott gleichsam einen Besuch. Aber dann gehen sie wieder in die Welt hinaus und leben ohne Gott in der Welt. Die anderen aber sind nicht „Gäste Gottes". Sie haben in Buße und Bekehrung das Heil Gottes ergriffen. Sie sind durch Jesus versöhnt mit Gott. Sie haben Bürgerrecht im Reiche Gottes – aus Gnaden. Ja, sie sind Kinder Gottes. Und so gewiss unsere Kinder „Hausgenossen" sind, so gewiss sind „Kinder Gottes" Gottes „Hausgenossen". Sie nennen Gott „Abba, lieber Vater!" Da ist nun wichtig, dass wir um diesen Unterschied wissen zwischen Gästen und Hausgenossen. Es ist so überaus schmerzlich, wenn Menschen sich zu Gottes Wort halten und doch im Gäste-Verhältnis bleiben. Auch uns lädt Gott in Jesus ein, Seine Kinder zu werden. Amen.


Autor: Adolf Schlatter (* 16.08.1852; † 19.05.1938) schweizer evangelischer Theologe und Professor fürs Neues Testament
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Nicht einsam verbringe ich meine Tage, sondern hineingebaut in den von Gott errichteten Bau. Seine erste Mauer, die seinen ganzen Oberbau trägt, sind die Boten Gottes, die die Kirche gesammelt haben, und die Propheten der Christenheit, die ihr den Willen Gottes gesagt haben, durch den sein Wort zu allen Völkern kam. Ich würde mich vom Bau trennen, wenn ich nicht in der bleibenden Gemeinschaft mit den Aposteln bliebe, die mir unser Neues Testament verschafft. Der Bau hat aber einen Eckstein, einen zuerst gelegten Stein, der dem ganzen Bau den Ort und seiner Mauer die Richtung gibt. Dieser Eckstein ist Jesus. Ich brauche also meine Bibel dann richtig, wenn sie mich vor Jesus stellt, sein Wort in mich pflanzt und mir für sein Werk das Auge gibt. Er gibt allen seinen Boten, die sein Wort sagen, die Einheit und die Geltung, die keine Zeit schwächt, und er allein macht aus der Christenheit eine Gemeinde, die deshalb ein gemeinsames Leben hat, weil alle ihre Glieder mit ihm verbunden sind. Weil Jesus der Eckstein ist, darum ist der Bau der Tempel, der uns das in Wahrheit verschafft, wofür jeder Tempel, sei er jüdisch oder christlich, nur ein Zeichen ist. Nun gibt es für uns in Wahrheit eine Stätte der göttlichen Gegenwart, einen Ort, an dem Gottes Gnade zu uns kommt und wir ihre Gaben empfangen, In diesen Bau, der durch alle Zeiten besteht und so weit reicht, als Gottes Wort erschallt, bin ich hineingefügt. Auch mir hat Jesus Anteil und Bürgerrecht in seiner Gemeinde gegeben, in der Gott wohnt, spricht und wirkt, weil Sein Geist sie regiert.

Nicht als ein Fremder, Herr, nicht als ein Heimatloser wandere ich von Tag zu Tag, sondern habe meinen sicheren Ort als ein Stein in Deinem Bau. Auch für die Kleinen hast Du in Deinem Tempel Raum und machst den Reichtum Deiner Gnade dadurch sichtbar, dass sie auch zu mir herniedersteigt, damit ich als ein Stein in Deinem Tempel an unserem priesterlichen Dienst Anteil habe, Deine Gnade preise, mich an Deiner Wahrheit freue und in Deinem Frieden meine Arbeit tue Tag um Tag. Amen.