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Predigten zu Epheser 4,2

"mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander ertragend in Liebe,"

Autor: Samuel Keller (* 15.03.1856; † 14.11.1924) deutscher protestantischer Theologe und Schriftsteller

"... und vertraget einer den andern in der Liebe."

So zur Not sich schließlich hineinschicken in des andern Sonderart, in seine Wunderlichkeiten und seine Engherzigkeit, das bringt man mit etwas gutem Willen und einem bisschen Gebetsleben schon fertig. Ihn ertragen - das deutet darauf hin, dass er uns schon mehr Last macht, und dann werden wir noch mehr um Kraft und Geduld bitten müssen. Aber vertragen scheint noch mehr zu sein! Das klingt so, als läge Streit und Gegensatz in der Luft, und man soll doch derjenige sein, der für die höhere Einigkeit sorgt. Das ist nur möglich, wenn Liebe von Jesus vorhanden ist. Nur die Liebe, die darauf aus ist, dem andern zur Erreichung seines wahren Lebenszweckes zu verhelfen, kann es verstehen, dass gerade die täglichen Reibflächen der Punkt sind, wo die Hilfe offenbar werden muss. Wenn der andere auch ein Christ ist und ihm dieselbe Klarheit zuteil geworden ist, dann ist das Schwerste schon überwunden; dann wird man sich im gleichen Liebesstreben eher verstehen und finden. Ist der andere nicht gläubig, so ist es natürlich schwerer, weil von seiner Seite weder Verständnis noch Mithilfe zu erwarten ist. Aber vielleicht ist das die Stelle, wo der andere gewonnen werden kann.

Herr Jesus, nimm dich unser an und fülle uns die Seele mit deiner Liebe. Hast du uns in dem andern eine besondere Aufgabe gestellt, dann hilf uns, sie auch zu lösen in deiner Kraft. Wir schauen auf dich. Amen.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Jesus ruft uns in Seine Ruhe: Demut ist Seine Methode

Jesus ruft uns in Seine Ruhe, und Seine Methode ist die Demut! Den Demütigen kümmert es überhaupt nicht, ob jemand größer ist als er. Denn er hat seit Langem beschlossen, das Ansehen in der Welt nicht für erstrebenswert zu halten. Er entwickelt sich gegenüber einen freundlichen Humor und lernt zu sagen: »Sieh an, man hat dich übersehen? Sie haben dir einen anderen vorgezogen? Sie haben getuschelt, mit dir sei nicht viel los? Und nun fühlst du dich verletzt, weil die Welt das Gleiche von dir spricht, was du von dir selbst gesagt hast? Noch gestern hast du Gott erklärt, du seiest nichts, nur ein Wurm im Staub. Wo bleibt deine Zuverlässigkeit? Komm, demütige dich, und kümmere dich nicht darum, was die Leute sagen!« Ruhe ist einfach die Befreiung von der schweren, niederdrückenden Last, die auf der ganzen Menschheit liegt, und Jesu Wort für »Last« bedeutet eine Traglast mit einem solchen Gewicht, dass wir fast darunter zusammenbrechen. Die »Ruhe« ist nichts, was wir tun, sondern was wir empfangen, wenn wir mit dem Tun aufhören. Der Demütige ist nicht eine menschliche Maus, die mit Minderwertigkeitsgefühlen belastet ist, vielmehr kann er in seinen moralischen Lebensäußerungen mutig wie ein Löwe und stark wie Simson sein. Aber er hat aufgehört, sich selbst zu betrügen. Er hat Gottes Wertschätzung seines Lebens angenommen. Er weiß, dass er so schwach und hilflos ist, wie Gott es ihm gezeigt hat – aber paradoxerweise weiß er gleichzeitig, dass er in Gottes Augen mehr wert ist als die Engel. In sich ist er nichts, in Gott ist er alles. Er ruht – völlig damit zufrieden, dass er Gott erlaubt, ihm Seine Werte beizumessen!