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Predigten zu Epheser 4,1

"Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn, dass ihr würdig wandelt der Berufung, mit welcher ihr berufen worden seid,"

Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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ZUM DIENST GEDRÄNGT

Ist dir die Erhabenheit und Bedeutung deiner Berufung, Christus zu dienen, eigentlich bewusst? Paulus sagte: „Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen“ (Eph 2,10) und: „Ich ermahne euch nun, ich der Gefangene im Herrn: Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid“ (Eph 4,10). In der Antike wurde einem Sieger der Olympischen Spiele einmal folgende Frage gestellt: „Spartakus, was gewinnst du durch diesen Sieg?“ Er antwortete: „Mein Herr, ich werde die große Ehre haben, an vorderster Front für meinen König zu kämpfen.“ Mögest auch du die Berufung durch deinen König mit demselben Eifer und Feuer beantworten.


Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
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"Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn, würdig der Berufung zu wandeln, durch die ihr berufen worden seid."

Ist mir schon aufgegangen, dass der mir innewohnende Geist Gottes eine Person ist? Ich bin nur ein irdenes Gefäss, aber in diesem Gefäss berge ich einen Schatz von unsäglichem Wert, nämlich die Herrlichkeit Gottes. Alle Sorge und Selbstquälerei der Gotteskinder würde zu Ende sein, wenn ihnen die Augen aufgingen und sie erkennten, welch reiche Hilfsquellen sie in sich haben, Hilfsquellen, die für jegliche Anforderungen, die jemals an sie herantreten werden, genügen. Auch ihr leichtfertiges Reden würde ein Ende haben, wenn sie die Grösse des in ihren Herzen verborgenen Schatzes erkennten. Wenn du in deiner Tasche nur eine Mark hast, kannst du vergnügt über die Straße gehen, denn du weißt, auch wenn dir das Geld abhanden kommt, hast du nicht viel verloren. Trägst du jedoch fünftausend Mark bei dir, dann ist die Lage anders, und auch dein ganzes Verhalten wird anders sein. Du wirst eine große Freude im Herzen verspüren, aber nicht achtlos umherstreifen, sondern von Zeit zu Zeit deinen Schritt verlangsamen, um in der Tasche still nach deinem Schatz zu fühlen. Ja, ich sage es mit äußerster Ehrfurcht: Du, der du von Gottes Geist wiedergeboren bist - du trägst Gott in deinem Herzen!


Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Wandelt, wie sich's gebührt eurer Berufung, mit der ihr berufen seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld, und vertragt einer den anderen in der Liebe."

Du, der du ein Kind Gottes bist, wandle deiner hohen Berufung gemäss! Wenn du siehst, dass andere, ja, auch solche, die Christen sein wollen, ihre Herzen aller Eitelkeit offenstehen lassen, viele unnütze Dinge reden, darauf horchen und blicken, dann musst du, der du zum seligen Umgang mit dem Heiland berufen bist und den Heiligen Geist in deinem Herzen hast, dagegen auf das achten, was dieser hohen Gemeinschaft entspricht. "Betrübet nicht den Heiligen Geist Gottes", sagt der Apostel; und abermals: "Der Tempel Gottes ist heilig!" - Du sollst darum vor dem Tempel deines Herrn Wache halten, dass nicht alles Weltliche hineinkommen darf. Wenn du andere sich in große Pläne für irdischen Gewinn versenken siehst, um sich hier ein Paradies zu bereiten, dann musst du, der du zum Reich und zur Herrlichkeit Gottes berufen bist, dagegen deinen Schatz und dein Paradies im Himmel haben, "nach dem trachten, was droben ist", und nur wegen des Willens und Gebotes Gottes mit deinen Gliedern das Irdische verrichten, während das Herz die unsichtbaren Dinge sucht. - Andere, die auch Christen sein wollen, leben "sich selbst", sie können ihre Umgebung in der Finsternis des Unglaubens und der Sünde, auf dem Wege des Verderbens sehen, ohne sie mit einem Worte zu warnen, zurückgehalten durch das Trachten nach Menschengunst, durch Trägheit und Gemächlichkeit. Du dagegen, der du jetzt dein Leben und deine Seligkeit durch Christi Tod hast, musst bedenken: Jesus ist darum für alle gestorben, auf dass die, so da leben, nicht sich selbst leben."Er hat uns deshalb"unserem Gott zu Königen und Priestern gemacht", auf dass wir mit ernstlichem Gebet und Bekennen des Wortes beständig mit Ihm sammeln sollen.

Nimm hier ferner die Beispiele, die der Apostel anführt. Er sagt: "Mit aller Demut und Sanftmut, und vertragt einer den anderen in der Liebe." Auch hierin sollen wir Gottes Nachfolger sein, als die lieben Kinder, auf dass wir nicht mehr wie diejenigen wandeln, die in der Eitelkeit ihres Sinnes leben. Sie wollen auch Christen sein, aber es herrscht ein hochmütiges und stolzes Wesen bei ihnen, so dass sie immer die Vornehmsten, die Weisesten und Stärksten sein wollen. Du aber musst dich dessen erinnern, dass du zu dem Reiche berufen bist, von dem der Herr erklärte, dass, wer darin der Größte sein will, wie der Kleinste sein muss, und wer der Höchste sein will, aller Knecht sein muss; dass aber diejenigen, die sich für die Ersten halten und dafür gehalten sein wollen, die Letzten sein werden.

Möchten wir nie vergessen, dass unter allen Unarten, die Christus an Seinen Jüngern strafte, keine war, vor der Er mit so ernsten und deutlichen Worten warnte, wie vor dem Hochmut. Als sie fragten, wer der Größte im Himmelreich sei, schnitt Er ihnen ihre Vorstellungen mit so starken Worten ab, dass Er sagte, sie würden gar nicht hineinkommen, wenn sie sich nicht von dieser Gesinnung bekehrten und sich so erniedrigten wie ein Kind. Als die Jünger sich ein anderes Mal über ihre Macht freuten, die Teufel auszutreiben, sagte der Herr sofort: "Darin freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind. Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind." So peinlich genau ist dieser Punkt, so höchst gefährlich dieses Gefallenhaben an eigenen Vorzügen und Auszeichnungen.

Dass unsere Namen aber aus Gnaden im Himmel geschrieben sind, das ist ein auch mit den schwächsten Gnadenkindern gemeinsames Gut; darin dürfen wir uns freuen. Als Petrus sprach: "Wenn sie auch alle sich an Dir ärgerten, so will ich mich doch nimmermehr ärgern", da wurde dem Satan sogleich gestattet, ihn zu sichten wie den Weizen. Später schrieb derselbe Petrus: "Haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt Er Gnade."

Wenn du ferner siehst, dass andere, die auch Christen sein wollen und sich unter Fremden mild und freundlich betragen können, in ihrem eigenen Hause jedoch Tyrannen und hart gegen ihre Mitmenschen sein können, dann musst du als berufener Nachfolger dessen, der "nicht mürrisch und greulich", sondern "sanftmütig und von Herzen demütig" war, dich ernstlich in herzlicher Barmherzigkeit, Freundlichkeit und Sanftmut üben, so dass das Fleisch keine Freiheit erhält. Und wenn du auch nicht jeden Ausbruch einer gereizten Laune hemmen kannst, musst du dich doch darin von den Gottlosen unterscheiden, dass du deinen Fehler erkennst, schnell zur Versöhnung bereit bist und die Sonne nicht über deinem Zorn untergehen lässt. Auch wenn du wirklich schwere Mitmenschen um dich hast, so ist es deine Berufung als Christ, Böses mit Gutem zu überwinden und "ihre Füße zu waschen". Der Apostel sagt hierzu: "Vertragt einer den anderen in der Liebe." Und Luther schreibt: "Wenn deine Frau, dein Gesinde, deine Nachbarn auch wirklich einen ärgerlichen Fehler haben, halte ihnen solches zugut und wende du deine grössere Gnade zu ihrem Dienst und zu ihrer Besserung an; denn wisse, dass du berufen bist, die Bürde des anderen zu tragen, zumal auch du gewiss einen Fehler hast, mit dem andere auch bei dir Geduld haben müssen." - Gebe Gott uns allen immer mehr Gnade dazu, uns als Kinder des Lichts erweisen zu können!

Herr, lass meines Herzens Schrein Deine ew'ge Wohnung sein!


Autor: Christoph Blumhardt (* 01.06.1842; † 02.08.1919) deutscher evangelischer Theologe, Pfarrer und Kirchenlieddichter
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Der Beruf, darinnen wir berufen sind, ist: durch den Glauben Mitglieder des Himmelreichs, Kinder Gottes zu sein. Ein herrlicher Beruf, dessen Größe wir hienieden nicht zu überschätzen vermögen! Er schließt das ein, daß wir einmal in die nächste und innigste Gemeinschaft mit Gott kommen sollen, dem Gott, der Himmel, Erde und alles erfüllt - und der doch uns aus großem Erbarmen, sowenig wir's auch verdient haben, in Seiner unmittelbaren Nähe eine Stätte gönnen will.

Solchem Beruf nun soll sich unser ganzes Wesen und Leben angemessen darstellen. Welche Charakterzüge werden da an uns hervortreten müssen, wenn man's an uns sehen soll, daß wir zum Himmelreich berufen sind? Ach, wie oft sagt uns das der Apostel und sagt's uns der HErr selbst! Demut ist's und Sanftmut und Geduld und Vertragsamkeit in der Liebe. Das ist's, was in unser von Natur böses Wesen hereinwachsen soll. Damit zieren wir unsern Beruf; und wenn dieser Schmuck nicht an uns ist, so wandeln wir nicht, wie sich's unsrem Beruf gebührt.

Das vierte von den Vieren ist besonders wichtig, nämlich die Vertragsamkeit in der Liebe. Auf das muß wenigstens alles hinauslaufen. Wenn oft Verschiedenheit in Meinung und Gesinnung da ist, hat ein zum Himmelreich Berufener sich vorzüglich zu hüten, daß es bei ihm nicht an der Verträglichkeit in der Liebe fehle. Hat er's mit minder geförderten Christen zu tun, so bedenke er, daß man diesen nicht wie ihm befehlen kann. An ihm liegt also das meiste, die Liebe zu erhalten. Aufbrausen aber, wo man Recht zu haben glaubt oder wenn man andere in der Verblendung und Verirrung sieht, bringt Mißstimmung, Hader und Feindschaft hervor, stört mithin die Verträglichkeit. Auf solche Weise wird die Liebe gekränkt und stimmt's nicht zu unserm Beruf. Lerne man also stille sein, sachte und verträglich, um ja die Liebe nicht zu stören! Lerne man auch nachgeben, wo es nur immer sein kann! Lerne man auch auf eine gelegene Zeit warten, da man mit Liebe reden und mit Liebe aufgenommen werden kann! So vertrage einer den andern in der Liebe; und damit wandeln wir, wie sich's unsrem Berufe gebührt.

Aber auch die drei andern Zierden der Reichskinder: Demut, Sanftmut, Geduld - wie wichtig sind sie! Ruht doch auf ihnen die Verträglichkeit und sind deren Schutzwehr. Wer sich im Gegenteil finden läßt - also stolz, rauh und ungeduldig ist -, bringt alles durcheinander und schändet seinen Beruf. Wie wenige bedenken doch das! Wie wenige nehmen's nur auch zu Herzen, daß sie demütig, sanftmütig, geduldig sein sollten! Die meisten lassen sich gehen, wie sie sind und wie einmal ihre Art ist. Aber da fehlt eben doch das Rechte, wenn auch sonst vieles da zu sein scheint.

Hüten wir uns doch, es am Besten nicht fehlen zu lassen, und lernen wir doch, nach dem, wie wir's da hören, zu wandeln, wie sich's unsrem Beruf gebührt!