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Predigten zu Epheser 6,17

"Nehmet auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches Gottes Wort ist;"

Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Mutlosigkeit und Zweifel lassen sich vertreiben, wenn man seine Sicherheit in Christus kennt.

"Nehmt auch den Helm des Heils"

Der Helm des römischen Kriegers war ein wichtiger Teil der Waffenrüstung und diente dazu, Schläge auf den Kopf abzufangen, besonders die tödlichen Schläge des Breitschwertes. Damals hatten die Kämpfer ein leichtes, gut zu handhabendes Kurzschwert für den Nahkampf. Sie hatten es aber auch mit riesigen, beidseitig geschliffenen Breitschwertern zu tun, deren Schläge eine verheerende Wirkung ausübten.

Um sich vor den vernichtenden Schlägen Satans zu schützen, rät uns Paulus, den "Helm des Heils" aufzusetzen. Wenn wir an alles bisher Gesagte denken, ist es klar, dass Paulus damit nicht meint: "Nebenbei, ihr müsst euch auch noch retten lassen." Paulus wendet sich an Gläubige. Ungläubige brauchen nicht die geistliche Waffenrüstung anzulegen. Sie befinden sich nicht im Kampf. Satan greift seine eigenen Truppen nicht an.

In 1. Thessalonicher 5,8 beschreibt Paulus den Helm des Heils als den "Helm mit der Hoffnung des Heils". Daraus entnehmen wir, dass die wildesten und mächtigsten Angriffe Satans der Sicherheit und der Gewissheit gelten. Darum ermutigt Paulus die Gläubigen, der Errettung, die sie schon besitzen, fest zu vertrauen. Er wusste: Der Zweifel an der Sicherheit in Christus macht sie unfähig zum geistlichen Krieg, genauso wie ein Schlag auf den Kopf einem Menschen die Möglichkeit zur Selbstverteidigung nimmt.

Als Gläubige haben wir die Zusicherung, dass wir in Christus für immer geborgen sind. Wenn du daran zweifelst, so hast du den Helm nicht auf dem Kopf; darum bist du verwundbar; das erfüllt dich mit Zweifeln und Mutlosigkeit. Römer 8,29-30 versichert allen von Gott Gerechtfertigten, dass Er sie heiligt und verherrlicht. Niemand geht unterwegs verloren.

Jesus sagt: "Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen ewiges Leben und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit und niemand wird sie aus meiner Hand rauben" (Joh. 10,27-28). Das ist eine wunderbare Verheißung. So lass dir vom Feind nicht die Freude und Gewissheit rauben, dass du zu Christus gehörst und dass der Herr dich niemals fallen lassen wird (Hebr. 13,5).


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Wir können den Zweifel nur besiegen, wenn wir auf die bewahrende Kraft Gottes schauen.

"Nehmt auch den Helm des Heils"

Zweifel überfallen den Christen auf vielerlei Art. Wenn du gesündigt hast, mag dein Gewissen dich quälen, indem es sagt: "Du bist gewiss kein Christ. Aus welchem Grund sollte Gott dich retten? Du verdienst gar keine Gnade. Du bist viel zu schlecht. Wie kannst du dir einbilden, Gott könne dich je gebrauchen?" Solche Zweifel sind bei Christen sehr verbreitet, die mehr auf das blicken, was sie treiben, als auf Gottes Kraft.

Allzu oft sind wir schnell bereit, an Gottes Rettungsmacht zu glauben; aber es fällt uns schwer, an Seiner Bewahrungsmacht festzuhalten. Dazu kommt, dass viele Christen glauben, sie könnten wieder verloren gehen; so leben sie in beständiger Furcht, vom Glauben abzufallen. Wieder andere wissen überhaupt nichts von ihrer Sicherheit in Christus. Sie sind so darauf bedacht, Gott wohlzugefallen, dass sie die Gnade aus dem Blick verlieren und in eine Mentalität reiner Werkgerechtigkeit geraten.

Dein Verhalten bestimmt nicht dein Sein in Christus; dein Sein in Christus bestimmt dein Verhalten. Gute Werke sind das notwendige Ergebnis der Errettung (Eph. 2,10), aber sie erretten dich nicht und halten dich auch nicht in der Errettung. Das ist Gottes Werk.

Judas sagt: "Dem aber, der euch ohne Straucheln zu bewahren und vor seiner Herrlichkeit tadellos mit Jubel hinzustellen vermag ..." (Jud. 24). "Vermag" ist die Übersetzung eines griechischen Wortes, das von Kraft spricht. "Bewahren" bedeutet, mitten im Kampf sicher zu sein, "ohne Straucheln" heißt, ohne in Sünde zu fallen. Zusammengenommen steht da also: Gott ist stark genug, dich vor dem Sündigen und vor dem Abfall von Ihm zu bewahren, einerlei wie intensiv Satan dich attackiert. Er wird dich auch weiterhin schützen und dich reinigen bis zu dem Tag, da du vollkommen und ohne jeden Makel in den herrlichen Himmel einziehen wirst.

Sünde ist eine ernste Angelegenheit und du darfst sie niemals leicht nehmen. Wenn du aber gesündigt hast, so erinnere dich, dass du als Gläubiger augenblicklich durch das Blut Jesu gereinigt worden bist (1. Joh. 1,7). Bekenne immer deine Sünden und lasse von ihnen; aber zweifle nie an Gottes Macht oder an Seiner Bereitschaft, dich auf dem rechten Weg zu erhalten. Vertraue auf Seine Gnade, nicht auf deine Fähigkeit, die Sache gut zu machen.


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Der Helm des Heils schützt dich vor Mutlosigkeit und Verzweiflung.

"Nehmt auch den Helm des Heils"

Wir haben gesehen, dass der Teufel die Gläubigen mit dem zweischneidigen Schwert des Zweifels und der Mutlosigkeit angreift. Aber damit gibt er sich nicht zufrieden. Er versucht, dich über die Mutlosigkeit bis in die Verzweiflung zu treiben und dir jede Hoffnung zu rauben. Wenn du nicht achtgibst und kampfesmüde wirst, werden seine Angriffe Erfolg haben.

Der Prophet Elia ist ein Beispiel dafür. Sein Wirken hatte auf dem Karmel seinen Höhepunkt erreicht. Dort hatte er 450 Propheten des Baal getötet (1.Kön. 18,40). Und doch floh er unmittelbar nach diesem großen Sieg um seines Lebens willen, weil die Königin Isebel ihn töten wollte (1. Kön. 19,1-3).

Er lief vom Berg Karmel in die Wüste von Beerseba, "und kam und ließ sich unter einem Ginsterstrauch nieder. Da wünschte er sich zu sterben und sagte: Es ist genug. Nun, Herr, nimm mein Leben hin! Denn ich bin nicht besser als meine Väter" (Vers 4). Kurz darauf klagte er weiter: "Ich habe sehr geeifert für den Herrn, den Gott der Heerscharen. Deinen Bund haben die Söhne Israels verlassen, haben deine Altäre niedergerissen und deine Propheten mit dem Schwert umgebracht! Und ich allein bin übrig geblieben, ich allein, und [nun] trachten sie danach, [auch] mir das Leben zu nehmen" (Vers 10).

Elia verlor die Hoffnung, weil er die Umstände nicht mehr mit den Augen des Glaubens ansah; jetzt hatte er den Eindruck, allein den Kampf zu führen. Er gestattete sich, emotional, physisch und geistlich am Ende zu sein; darum überwältigte ihn das Selbstmitleid. Er fühlte sich hoffnungslos allein gelassen.

Aber Gott hatte Elia nicht aufgegeben. Er hatte noch alles im Griff und verfügte über zahlreiches Volk (Vers 18). Elia hatte sozusagen seinen Helm des Heils abgesetzt und darum einen beinahe vernichtenden Schlag gegen sein Vertrauen auf Gottes Segnungen in seinem Leben erhalten.

Es mag Zeiten geben, wo du, wie Elia, dein Vertrauen verlierst und an Gottes Treue zweifelst. Dann bedeutet das Aufsetzen des Helms des Heils, dass du deine Augen von den Lebensumständen weg auf Gottes Verheißungen richtest. Du magst nicht immer das Empfinden der Gegenwart Gottes haben, auch nicht alles begreifen, was Er tut; aber sei versichert, Er wird dich nie aufgeben oder dich nie verlassen (Hebr. 13,5); Er wird Seine Absichten immer zum Ziel führen (Röm. 8,28).


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Gottes Wort ist deine Hauptangriffswaffe.

"Nehmt ... das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort!"

Alle von Paulus angeführten Waffen dienen der Verteidigung, außer einer: dem Schwert des Geistes. Das ist deine Offensivwaffe, um Satan abzuweisen.

Wir haben gesehen, dass die römischen Soldaten zwei Schwerter hatten - das große Breitschwert und den kleineren Dolch. Das hier mit "Schwert" übersetzte griechische Wort bezieht sich auf diesen Dolch, der zwischen 12 cm und gut einem halben Meter lang sein konnte und in einer am Gürtel hängenden Scheide getragen wurde.

Dieser Dolch war eine sehr verbreitete Waffe. Die Soldaten, die Jesus im Garten Gethsemane verhafteten, hatten alle einen solchen Dolch (Mt. 26,46). Petrus benutzte einen, um dem Knecht des Hohenpriesters das Ohr abzuschlagen (Mt. 26,51). Auch Jakobus, der Bruder des Johannes, wurde mit einer solchen Waffe getötet (Apg. 12,2). In Hebräer 11,37 heißt es, dass zahlreiche Glaubenshelden mit einem solchen Dolch oder Kurzschwert umgebracht worden sind.

"Das Schwert des Geistes" bezieht sich nicht direkt auf den heiligen Geist als solchen. Weil wir es aber mit einem geistlichen Feind zu tun haben, muss auch unsere Waffe geistlich sein (2. Kor. 10,4). Unser Schwert ist geistlich, weil es das durch den Heiligen Geist gegebene Wort ist. Er inspirierte die Schreiber, und durch das Wort überführt und rettet Er die Sünder (Joh. 16,8; Hebr. 4,12-13). Das Wort bleibt in dir und verändert dich. Es gibt alles her, was du für ein gottesfürchtiges, siegreiches Leben brauchst. Es baut auf und bewirkt Heiligkeit (Apg. 20,32). Und es macht dich zu guten Werken bereit, indem es lehrt, ermahnt, korrigiert und in der Gerechtigkeit unterweist (2. Tim. 3,16-17).

Die Bibel ist eine mächtige und wirkungsvolle Waffe. Die Frage lautet: Weißt du damit umzugehen? Studierst du sie angelegentlich und wendest du ihre Grundsätze auf dein Leben an? Hast du einen Vorrat an biblischen Wahrheiten bereit, den du in der Hitze des Gefechts anwenden kannst?

Das römische Kurzschwert war eine Präzisionswaffe, die zu bestimmten Gelegenheiten ganz bestimmte Ziele erreichen sollte. Genauso ist das Schwert des Geistes am wirkungsvollsten, wenn du die richtigen geistlichen Grundsätze an der richtigen Stelle deines Alltags einsetzt. Tust du das?


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Das Schwert des Geistes handhaben, heißt bestimmte biblische Grundsätze auf bestimmte Situationen anwenden.

"Nehmt ... das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort!"

Der Herr hat uns ein vollkommenes Vorbild für die meisterliche und präzise Anwendung des geistlichen Schwertes gegeben. Nach Seiner Taufe "wurde Jesus vom Geist in die Wüste hinaufgeführt, um von dem Teufel versucht zu werden; und als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn schließlich. Und der Versucher trat zu ihm hin und sprach: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine Brot werden" (Mt. 4,1-3).

Satan forderte Christus heraus, Sein Vertrauen auf Seinen himmlischen Vater und auf dessen Macht und Durchhilfe fahren zu lassen. Gerade hatte Gott verkündet, dass Jesus Sein Sohn war (Mt. 3,17). Würde Er Ihn nun verlassen und in der Wüste dem Verhungern preisgeben? Satan drängte Jesus, die Sache in die eigenen Hände zu nehmen und selbst für sich zu sorgen. Damit wollte der Teufel auch ausdrücken, der Sohn Gottes habe doch wohl eine bessere Behandlung als diese zu erwarten.

Doch der Herr handelte nicht in eigener Machtvollkommenheit und forderte auch von Gott nicht, was Ihm zukam. Stattdessen demonstrierte Er Sein Vertrauen auf Gott und wies den Teufel wegen dessen böser Absichten zurecht: "Es steht geschrieben: >Nicht vom Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht<" (Vers 4). Das heißt, den richtigen Vers an der richtigen Stelle zitieren. Genauso machte es der Herr bei den weiteren satanischen Versuchungen (die Verse 7.10).

Die Schrift gibt viele allgemeine Grundsätze; aber das Schwert des Geistes ist eine präzise Waffe. Wir müssen es lernen, den passenden Bibelvers an der richtigen Stelle einzusetzen. Das meint der Psalmist, wenn er sagt: "Wodurch hält ein Jüngling seinen Pfad rein? Indem er sich bewahrt nach deinem Wort... In meinem Herzen habe ich dein Wort bewahrt, damit ich nicht gegen dich sündige" (Ps. 119,9.11).

Weißt du, wo du die Bibel aufschlagen musst, wenn du dich gegen Sorgen, Mutlosigkeit, Schläfrigkeit, Lust oder Stolz zu wehren hast? Wenn nicht, ziehst du waffenlos in den geistlichen Krieg.


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Deine Haltung der Bibel gegenüber bestimmt deine Brauchbarkeit im geistlichen Krieg.

"Nehmt ... das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort!"

Ich erinnere mich, wie einmal jemand von seinen Beobachtungen in einem schönen Garten berichtete. Zuerst sah er einen Schmetterling, der von Blüte zu Blüte gaukelte. Auf jeder sass er für einige Sekunden; doch von keiner hatte er tatsächlich einen Vorteil genossen.

Danach kam ein Botaniker mit Bestimmungsbuch und Lupe in den Garten. Während er sorgfältig die Blumen studierte, machte er verschiedene Eintragungen in sein Merkheft. Doch nach vielen Stunden sorgfältigster Arbeit hatte er zwar viel in seinem Buch stehen, aber wenig im Kopf behalten.

Dann kam eine kleine Biene. Wenn sie eine Blüte angeflogen hatte, kam sie bald danach mit Pollen beladen wieder zum Vorschein. Sie hatte morgens den Bienenstock leer verlassen und würde voll beladen heimkehren.

Beim Bibellesen gleichen manche Menschen auch dem Schmetterling. Sie gehen von einem Lieblingsvers zum anderen, von einem Seminar zum anderen oder von einem Buch zum nächsten. Sie sind sehr eifrig und verwenden manche Energie darauf; aber am Ende haben sie nur wenig vorzuweisen. Sie bleiben aufs Ganze gesehen unverändert, weil sie sich niemals von ganzem Herzen in das Wort vertieft haben. Ihnen reicht es, ein wenig am Rande herumzuflattern.

Andere mögen, wie der Botaniker, in große Tiefen hinabsteigen, jedoch ohne irgendetwas auf das eigene Leben anzuwenden. Ich kenne dicke Kommentare, die von Ungläubigen geschrieben wurden. In manchen Fällen haben sie Erstaunliches begriffen und doch kennen sie keine wahre Liebe zu Gott, und gehorchen wollen sie auch nicht. Welche Tragödie! Aber du musst kein Bibelwissenschaftler sein, um solche Fehler zu machen, du brauchst nur keinen Nutzen für dein Leben aus dem Gelernten zu ziehen.

Trachte lieber danach, es wie die Biene zu machen - verbringe viel Zeit mit dem Wort Gottes. Lies, studiere, mache dir Notizen - und dann gehe reicher als zuvor an deine Arbeit. Dein Herz wird mit Weisheit und biblischen Einsichten erfüllt sein und dein Leben wird angenehmer für Gott und Menschen und es wird reiner sein, weil das Wort sein Werk an dir getan hat (1. Kor. 2,13).

Bist du ein Schmetterling, ein Botaniker oder eine Biene?


Autor: John F. MacArthur (* 19.06.1939) US-amerikanischer Pastor, Prediger, Theologe und Autor
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Trotz satanischer Opposition wird Gottes Wort sein Werk in Gottes Leuten vollenden.

"Nehmt ... das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort!"

In Matthäus 13 erzählt der Herr die Geschichte von dem Sämann und der Saat: "Siehe, der Sämann ging hinaus zu säen; und indem er säte, fiel einiges an den Weg, und die Vögel kamen und frassen es auf. Anderes aber fiel auf das Steinige, wo es nicht viel Erde hatte, und sogleich ging es auf ... Als aber die Sonne aufging, wurde es verbrannt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. Anderes aber fiel unter die Dornen; und die Dornen sprossten auf und erstickten es. Anderes aber fiel auf die gute Erde und gab Frucht" (die Verse 3-8).

Danach erklärte der Herr, die Saat sei die Wahrheit des Wortes Gottes. Satan und seine dämonischen Mächte können es denen entreißen, die es gehört, aber nicht verstanden haben, was damit gemeint ist. Sie können Anfechtungen und Verfolgungen über solche bringen, die emotional ergriffen wurden; dadurch machen sie, dass diese mutlos werden und abfallen. In einigen Fällen ersticken sie das Wort durch "die Sorgen des Lebens oder durch den Betrug des Reichtums" (die Verse 19-22).

Aber wahrhaft bussfertige Sünder empfangen und pflegen die Wahrheiten des Evangeliums, wie gute Erde den Samen empfängt und Frucht hervorbringt. Sie hören, verstehen, empfangen das Wort und produzieren dadurch geistliche Frucht (Vers 23).

Die Verkündigung des Evangeliums ist ein wichtiger Aspekt im Gebrauch des Schwertes des Geistes (Eph. 6,17). Tust du es, werden andere gewonnen und dem Heer Gottes hinzugefügt. Aber sei gewarnt! Satan gibt kein Territorium kampflos auf. Einige, vor denen du Zeugnis ablegst, werden vergessen, was du ihnen gesagt hast. Andere werden sich weigern, den weltlichen Einflüssen "ade" zu sagen. Andere wieder werden emotionaler antworten; aber ohne echte Hingabe an Christus und ohne von der Sünde zu lassen.

Solch ein geistlicher Kampf wird dich zwingen, deine Verkündigung mit Gebeten einzuhüllen und sie in klarer biblischer Lehre darzubieten. Wenn die Menschen genau verstehen, was es bedeutet, Christus anzunehmen und wenn ihre Herzen durch den Heiligen Geist vorbereitet sind, werden sie nicht so leicht der satanischen Opposition zum Opfer fallen.


Autor: Carl Eichhorn (* 11.07.1810; † 08.02.1890) deutscher lutherischer Pastor
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Die Kampfesrüstung (V)

"Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geiste, welches ist das Wort Gottes!"

Der Helm des Heils heißt an andern Stellen Helm der Hoffnung (1. Thess. 5, 8). Es ist also das zukünftige Heil gemeint, das mit der Wiederkunft des Herrn erscheint. Die Hoffnung darauf wird verglichen mit einem Helm, durch den das Haupt vor feindlichen Hieben geschützt wird. Es kommen auch für Gotteskinder schwere Schicksalsschläge. Doch die Hoffnung auf die künftige Herrlichkeit gibt Kraft, auszuhalten. Es ist alles nur ein kurzes Zwischenspiel, mag es noch so schmerzlich sein. Am Ende winkt Freude. - "Ergreift den Helm!" Es geschieht dies auf doppelte Weise. Erstens: Besinnt euch auf eure Hoffnung, versenkt euch in sie, studiert sie fleißig! Vertieft euch vor allem in das große Hoffnungsbuch, die Offenbarung Johannis! Hier wird uns der ganze Reichtum unserer Hoffnung enthüllt. Wir bekommen stärkende Ausblicke im Dunkel der Gegenwart. Das macht fröhlich in Trübsal und stärkt die Geduld. Zweitens müssen wir uns die Hoffnung von oben immer wieder neu ins Herz senken lassen. Wir haben großartige Aussichten. Aber es steht manchmal alles grau in grau vor uns. Was hilft die lieblichste Aussicht, wenn Nebel und Dunst über der Landschaft lagern? So muss Gott den Schleier zerreißen, dass unser Auge entzückt schaut, was er uns bereitet hat. Dann liegen die dumpfen Täler und sumpfigen Niederungen weit unter uns. Wir vergessen die Beschwerden und Gefahren des steilen Aufstiegs. - Christen sind nicht nur zur Verteidigung, sondern auch zum Angriff berufen. Sie sollen dreinschlagen und Hiebe versetzen, nur nicht mit fleischlichen Waffen, nicht mit Spott und Schimpfworten, sondern mit dem Geistesschwert, welches ist ein Wort Gottes (nicht: das Wort Gottes). Ein solches Wort müssen wir uns von oben erbitten. Es kann ein Schriftwort sein, das uns zu rechter Zeit in den Sinn gegeben wird, aber auch sonst ein Wort, das uns auf die Lippen gelegt wird. Ein solches von oben geschenktes Wort wirkt durchschlagend. Es besitzt Geistesmacht und wirkt als Geistesblitz. So hat Jesus sich alle Worte vom Vater geben lassen. Er redete nicht von sich selbst. Vielleicht sind wir keine Redner und besitzen keine natürliche Schlagfertigkeit. Aber Gott bereitet sich gerade aus dem Mund der jungen Kinder eine Macht zu um seiner Feinde willen (Ps. 8, 3). Wie manchmal hat Gott buchstäblich durch Kindermund den Unglauben der alten und klugen Leute beschämt! Er verherrlicht sich gern durch schwache und ungelehrte Leute. Als Petrus in Geisteskraft Zeugnis gab, musste der Hohe Rat schweigen und Simon der Zauberer verstummen (Apg. 8, 22; 13, 9). Der Weisheit und dem Geist, mit dem Stephanus redete, konnten seine Feinde nicht widerstehen (Apg. 6, 10). - Das Herrlichste aber ist, wenn den Widersachern nicht nur der Mund gestopft wird, sondern wenn sie zur Erkenntnis der Wahrheit geführt werden. Das ist der schönste Sieg, über den sich auch die Engel im Himmel mitfreuen.


Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Nehmt den Helm des Heils!"

Was der Helm des Heils ist, sehen wir aus der Parallelstelle in 1. Thess. 5, 8, wo es heißt: "Angetan mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit." Eine feste, lebendige Hoffnung auf die ewige Seligkeit im Himmel ist unser Helm. Er war bei den ehemaligen Kriegern eine Metallbedeckung des Hauptes, der also einen sehr wichtigen Teil schützte; denn ein einziger Schwerthieb auf das Haupt konnte den sofortigen Tod bringen oder den Krieger unfähig machen, länger zu streiten. Ebenso wichtig ist auch unser geistlicher Helm. Entferne nur die Hoffnung auf die Seligkeit, und alle geistliche Kraft ist dahin, das ganze Wort Gottes ist ohne Gewicht, der Mensch sieht nur das, "was vor Augen ist", und er taugt dann weder im Tun noch im Leiden. Aber gleichwie der Helm auf dem Haupte des Kriegers bewirkte, dass er mit vermehrtem Mut in den Kampf eilte und sich nicht vor den Schwerthieben fürchtete, so bewirkt auch eine feste, lebendige Hoffnung auf die Seligkeit, dass wir nicht so genau darauf achten, was uns hier begegnen kann. Wir blicken nur auf das Wohlgefallen des Herrn, weil wir wissen, dass am Ende des Kampfes so herrliche Dinge auf uns warten, denen gegenüber alle Leiden dieser Zeit nichts sind.

Soll aber die Hoffnung auf die Seligkeit uns wirklich ein solcher Helm und eine solche Kraft im Kampfe werden, dann ist hier etwas anderes als eine Menge Worte und schöne Gedanken erforderlich, dann sind ein tiefes Ergründen und wirklicher Glaube nötig. - Während die Sonne noch scheint und alles herrlich und gut auf unserem Wege geht, kannst du vielleicht von der Seligkeit des Himmels reden und singen, dann brauchst du aber auch am wenigsten diesen Trost. Mache dich aber darauf gefasst, dass andere Zeiten kommen, nämlich die bösen und finsteren Tage, in denen die Welt dir zu enge wird und dein Herz vor unbeschreiblichen Qualen brechen will, so dass du "den Tod wohl aus dem Verborgenen graben" möchtest, Tage, in denen die ganze Seligkeit deines Lebens verloren ist und du bei dem Gedanken, dass dein Dasein ganz aufhören wird, vergehen könntest. Verschaffe dir darum gründliche Klarheit über dieses Stück. Untersuche aufs ernsteste, ob wir einen wirklichen und sicheren Grund unserer Hoffnung haben und bitte Gott um Seinen Heiligen Geist, der es tief in dein innerstes Wesen schreibe, so dass es dein leitender Hauptgedanke durch das ganze Leben wird. Eine gewisse und feste Hoffnung auf die Seligkeit wird dir die rechte Lebensweisheit in allen Wechseln des Erdenlebens, einen tiefen, unerschütterlichen Trost in allen Trübsalen, einen göttlichen Frieden und eine göttliche Kraft in allen Kämpfen und Prüfungen geben.

Dies betrifft aber nicht jeden beliebigen. Zunächst kann es ja nur wie laues Wasser im Mund derjenigen schmecken, die ihr Gutes hier auf Erden haben wollen, die also "dieser Welt Kinder" sind. - "Der Himmel - wie? - der Himmel? Nein, sage uns etwas von Gesundheit und Freude hier", so heißt es in ihren Herzen, "sage uns etwas von Speise, Kleidung, Ehre, Vergnügungen; in den Himmel kommen wir wohl zu seiner Zeit von selbst. Den brauchen wir jetzt nicht."

Aber auch unter denen, die angefangen haben, nach dem zu trachten, was droben ist, und die im Bund mit Gott stehen, sind viele noch ganz unfähig, den Wert und die Kraft der Seligkeitshoffnung zu erkennen. Es sind diejenigen, die noch nicht vom Erdenleben betrogen, verwundet, niedergeschlagen und ermüdet wurden, sondern noch allerlei herrliche Pläne und Hoffnungen für dieses Leben haben. - Aber bereite dich darauf, sofern du für den Himmel bereitet werden sollst, dass andere Zeiten kommen, in denen du in der ganzen Heiligen Schrift keine lieblicheren Worte findest als die von einer seligen Heimfahrt. So wahr du "Christus angehörst", soll dein alter Mensch samt seinen Lüsten und Begierden gekreuzigt werden; und ein gekreuzigtes Leben ist ein ängstliches, hängendes Leben, ein beständiges Sterben. Welche Freude kann man dem bereiten, der am Kreuze hängt? Eine gelegentliche Linderung und Ruhe kann ihm wohl durch die Gnade Gottes gegeben werden, gleichwie ein Engel nach Gethsemane gesandt wurde und Jesus stärkte. Aber diese Linderung wird bald von einem neuen Anfall, neuen Schmerzen und neuer Bitterkeit, von Tränen und von Rufen unterbrochen. Je länger wir als Christen leben, desto mehr bewahrheiten sich die Worte des Apostels: "Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendsten unter allen Menschen." Immer mehr bewahrheiten sich die Worte der Schrift von diesem Leben: "Wenn es köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen", und abermals: "Es ist ein elend, jämmerliches Ding um aller Menschen Leben von Mutterleibe an, bis sie in die Erde begraben werden, die unser aller Mutter ist. Da ist immer Sorge, Furcht, Hoffnung und zuletzt der Tod, sowohl bei dem, der in hohen Ehren sitzt, als auch bei dem Geringsten auf Erden. Da ist immer Zorn, Eifer, Widerwärtigkeit, immer Unfriede und Todesgefahr."

Es wird dann deine Seligkeitshoffnung mächtig stärken, wenn du recht bedenkst, dass die tiefe, unendliche Seligkeitsbegierde des Menschen auf dieser Erde nie befriedigt werden kann, und dass dieses ganze Leben nur ein großer Betrug ist. Als der reichste und glücklichste König in Israel während seines langen und herrlichen Lebens nach der Glückseligkeit in allem, was auf Erden gefunden werden kann, gesucht hatte, gelangte er schließlich zu der niederschmetternden Erkenntnis, dass alles Betrug, alles eitel sei. Die Erde hat nichts, was die unsterbliche Seele glücklich machen kann. Wer am meisten von ihrem Glück und ihrer Freude erhält, bekommt zugleich ein Herz, das keinen Genuss daran hat; und dann kommt endlich der verdriessliche Gedanke hinzu, dass es bald mit allem zu Ende sein wird.


Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Wenn der Christ seine tatsächliche Stellung in Christus in den himmlischen Regionen erkannt hat, merkt er, daß dort ein Kampf ausgefochten wird. Wenn sein Leben mit Gott in Ordnung ist, wenn er mit Ihm wandelt und Seinen Willen tut, braucht er die ganze Waffenrüstung Gottes, um die Angriffe des Feindes überwinden zu können. Feurige Pfeile fliegen gegen uns heran; oft wissen wir gar nicht, woher sie kommen, aber ihre Wirkung ist gefährlich. Plötzlich oder allmählich spüren wir, daß sich unsere Gedanken verdunkeln. Etwas Undefinierbares hüllt uns ein und hindert uns, richtig zu denken. Jede Kopfarbeit wird zu einer Anstrengung. Es ist wie der Rauch, der aus dem Abgrund aufsteigt (Offenbarung 9,2).

Deshalb brauchen wir den Helm des Heils, mit dem Gott das Haupt des Streiters beschirmt, seine Vernunft, die Empfangs- und Sendestation seiner Gedanken bedeckt. Wenn Verleumdungen über uns oder unsere Mitstreiter im Umlauf sind, wirkliche Pfeile des Satans, dann müssen wir den Helm des Heils aufsetzen, um zu verhindern, daß wir verletzt oder gegen jemanden beeinflußt werden. Flammende Stachel, die von der Welt, vom Fleisch oder vom Teufel herrühren, können tiefe Wunden schlagen und unsere Gedanken mit Feuer aus der Hölle erhitzen. Es gibt aber auch Pfeile des Bösewichts, die günstigen Boden finden in unserem Eigenleben, im Ungehorsam z. B., oder in unserem Unabhängigkeitsgefühl. Sie können geistliche Verführungen und verkehrte Ansichten hervorrufen, die viel schwerer zu erkennen sind als Sünden. Unser Gott kennt diesen Kampf und weiß, daß die feindlichen Mächte der Kraft und Weisheit Seiner Kinder weit überlegen sind; deshalb hat Er für sie Seine komplette Waffenrüstung vorgesehen. Der Helm des Heils bedeckt den Kopf vollständig; Christus hüllt uns ganz in Seine Gegenwart ein und umgibt uns mit der Macht Seines Sieges über den Widersacher und seine Werke.

Dieser Helm wird dem guten Streiter Jesu Christi geschenkt. Er deckt seine Vernunft. Das Blut Jesu Christi reinigt den Sitz seiner Gedanken, der Helm des Heils schützt ihn. So kann er mit dem Schwert des Geistes, dem Wort Gottes, in den Kampf gehen, und Gott wird seine Hände kämpfen lehren (Psalm 18,35).


Autor: Hermann Bezzel (*18.05.1861; † 08.06.1917) deutscher lutherischer Theologe
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Und nehmet den Helm des Heils.

Zweierlei hat das Wort Gottes an sich. Hoch über allen Wetterwolken leuchtet es wie die güldene Sonne. Stärker, glänzender als ein zweischneidiges Schwert bewehrt es die Seite. Wie jemand die edle Helmzier aufs Haupt setzt, die weithin leuchtet, so steht auf dem Helm, mit dem wir unser Haupt bedecken, über dem Wort Gottes, mit dem wir hoffend hinaus in die Ferne, hinein in den Kampf sehen, das große, selige, verheißende und versprechende: „Ja, ich will mit dir sein und will dich behüten, wo du hinziehst.“ Den Helm des Heils, der nicht auf dem Kopf schwankt, dem er zuständig ist, der nicht mit herabgelassenem Visier trostlos den Kopf schützt, sondern der offenen Blick gewährt und Ausschau auf den Sieg und auf die Burg der Heimat. Ein Helm des Heils: Er ist bei mir, darum fürchte ich mich nicht.


Autor: Hermann Bezzel (*18.05.1861; † 08.06.1917) deutscher lutherischer Theologe
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Nehmt das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes

Nachdem alle Waffen, die uns angeboten werden, angelegt sind, nimmt man zuletzt das Schwert in die Hand, das Schwert, das dem heilsam ist, der es führt, und diensam dem, der es zu brauchen weiß, aber todbringend und verderblich dem, den es trifft. Das Wort Gottes, schärfer denn kein zweischneidiges Schwert, dringt durch die Lüge der Schmähungen, durch die List der Feinde, dringt durch und bleibt blank; denn Jesus hat es geweiht, geweiht durch seinen Brauch, geweiht durch seinen Sieg.