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Predigten zu Galater 5,6

"Denn in Christo Jesu vermag weder Beschneidung noch Vorhaut etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirkt."

Autor: Adolf Schlatter (* 16.08.1852; † 19.05.1938) schweizer evangelischer Theologe und Professor fürs Neues Testament
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Paulus hat seinen Gemeinden gesagt: für eure Verbundenheit mit dem Christus trägt weder eure jüdische noch eure griechische Art etwas aus. Sie einigt euch nicht mit ihm und trennt euch nicht von ihm. Durch Christus ist euch einzig der Glaube, der Christus anhängt, zum Quell der Kraft und des Lebens, zum Bund mit Gott und zum Anteil an seinem Reich gemacht. Nun haben wir aber auch eine Aufgabe an den Menschen. Wie steht es mit ihr, wenn der Glaube meinen Blick zum Vater emporhebt und mein Verlangen zu seinem Sohn hinzieht und mich der Leitung seines Geistes gehorsam macht? Würde mich der Glaube, weil er das sucht, was droben ist, untätig machen, so machte er mich unfähig für das, was meine Stellung in der Welt von mir verlangt. Aber diese Sorge ist töricht. Denn der Glaube macht jeden, der ihn hat, tätig, weil er eine Gehilfin bei sich hat, die zu jeder Arbeit willig und tüchtig ist. Das ist die Liebe. Sie wird in uns geboren, sowie uns der Glaube gegeben ist. Christus gibt sie jedem, den Er im Glauben an sich zieht. Dadurch zieht er mich ja weg von dem, was ich selber bin, nimmt meinem eigensüchtigen Willen die Herrschaft über mich, zeigt mir Gottes Herrlichkeit, bringt mir Gottes Liebe und gewährt mir Gottes Gaben. Liegt der Grund meines Lebens nicht mehr in mir, sondern über mir, so ist auch das Ziel meines Handelns aus mir heraus verlegt und über mich emporgestellt. Die Liebe ist aber ein tätiger Wille; sie sucht nicht nur Ziele und Mittel zum Werk, sondern sie findet sie auch. Denn sie gibt mir das sehende Auge, das sich wach zu den anderen wendet, und füllt mir die gebende Hand, die ihnen reicht, was heilsam ist. Darum weil der Glaube die Liebe bei sich hat, gibt er uns die Tüchtigkeit, die in treu vollbrachter Arbeit unseren Beruf erfüllt.

Alles, was ich bedarf, wird mir, mein Gott, in Deinem Wort gezeigt und durch Deine Hilfe geschenkt. Vor Dir brauche ich den festen Stand, den Stand des Kindes in Deinem Haus. Du gibst ihn mir, weil ich Dir glauben darf. Ich brauche aber auch Trieb und Kraft für mein Werk. Du gibst sie mir, weil Du die Liebe bist und sie denen gibst, die Dich kennen. Ich begehre nach Deinen Gaben. Fülle meine Tage mit einem redlichen Werk, das Deinen Willen tut. Amen.