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Predigten zu Hosea 11,4

"Mit Menschenbanden zog ich sie, mit Seilen der Liebe; und ich ward ihnen wie solche, die das Joch auf ihren Kinnbacken emporheben , und sanft gegen sie, gab ich ihnen Speise."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Ich ließ sie ein menschliches Joch ziehen, und in Seilen der Liebe gehen."

Unser himmlischer Vater lässt uns oft in Seilen der Liebe gehen; aber ach! wie gehen wir Ihm so ungern entgegen! Wie zögernd gehorchen wir seinen liebevollen Aufmunterungen! Er zieht uns Ihm nach, um in uns einen einfältigeren Glauben an Ihn zu wecken; aber wir sind noch weit entfernt von Abrahams Vertrauen; wir werfen unsre irdischen Sorgen noch immer nicht auf Gott, sondern machen uns wie Martha viele Sorge und Mühe. Unser magerer Glaube macht auch unsre Seelen elend; wir machen unsern Mund nicht weit auf, trotz seiner Verheißungen, dass Er ihn füllen wolle. Zieht Er uns diesen Abend nicht zu sich, damit wir auf Ihn trauen möchten? Können wir seine Stimme nicht vernehmen, die zu uns spricht: "Komm, liebes Kind, vertraue mir. Der Vorhang ist zerrissen; komm herein zu mir, und nahe dich kühn dem Thron meiner Gnade. Ich bin deines vollsten Vertrauens wert, wirf alle deine Sorgen auf mich. Schüttle den Staub deines Kummers von dir ab, und ziehe deine herrlichen Freudenkleider an?" Aber ach! Wenn wir schon mit liebevollem Tone eingeladen werden, uns des köstlichen Genusses dieser herrlichen Gnade teilhaftig zu machen, so kommen wir doch nicht. Ein andermal sucht Er uns in eine innigere Gemeinschaft mit Ihm zu ziehen. Wir sitzen an den Türstufen des Hauses unsers Gottes; da heißt Er uns hineingehen in seinen Saal und das Abendmahl mit Ihm halten, aber wir lehnen die Ehre ab. O, unsre kalten Herzen! Was sind wir doch für armselige Liebhaber unsers teuren Herrn Jesu, nicht wert, seine Knechte zu sein, noch weniger, Ihn zum Bräutigam zu haben; und doch hat Er uns vorgezogen und erhöht, mit Ihm vertraut zu werden durch einen herrlichen Ehebund, in Gerechtigkeit und Gnade. Hier ist wahrlich Liebe! Aber es ist eine Liebe, die keine Weigerung annimmt. Sind wir nicht den sanften Gnadenzügen seiner Liebe gehorsam, so sendet Er uns Trübsal, damit wir zu innigerer Anhänglichkeit an Ihn getrieben werden. Näher will Er uns haben. Was sind wir doch für törichte Kinder, dass wir diese Liebesseile zurückweisen und so unserm Rücken jene Zuchtrute zuziehen, die der Herr Jesus wohl zu gebrauchen weiss!