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Predigten zu Hosea 14,7

"Die unter seinem Schatten Wohnenden sollen wiederum Getreide hervorbringen, und blühen wie ein Weinstock, dessen Ruf wie der Wein des Libanon ist."

Autor: Carl Eichhorn (* 11.07.1810; † 08.02.1890) deutscher lutherischer Pastor
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Die Gnadenwege Gottes mit Israel (III)

"Ich will Israel wie ein Tau sein, dass er soll blühen wie eine Rose (Lilie), und seine Wurzeln sollen ausschlagen wie der Libanon."

Gott kann wunderbar erquicken und beleben. Der Tau erfrischt die Gewächse, die sonst die Blätter und Köpfe hängen lassen. Unter der Liebe Gottes leben auch wir Menschen auf. Unter ihr verjüngen wir uns. Wir bleiben frisch bis ins Alter. Sonst sind wir mürrisch, verstimmt, haben immer etwas auszusehen. Wenn wir uns von oben betauen lassen, werden wir auch selbst wieder ein Tau und erquickend für unsere Mitmenschen. Schön heißt es einmal vom Volk Gottes, dass es ein Tau ist inmitten der Völker (Micha 5, 6). Wahre Gotteskinder blühen wie Lilien. Ein herrliches Bild. Das reine Weiss der Lilie ist die Farbe der Unschuld und Gerechtigkeit, mit der Gott die Seinen schmückt. Die Lilie strebt empor, hat den Kelch nach oben geöffnet: ein Bild des himmlischen Sinns. Mit der Zartheit verbinden Gotteskinder die Kraft. Neben der Eigenschaft der Lilie besitzen sie die des stämmigen Ölbaums, der ein Bild ist der Lebenskraft und der Festigkeit, so recht das Gegenteil von dem Kürbis des Jonas, der in einer Nacht aufschoss und wieder verdorrte. Sie stehen fest wie der Libanon; denn sie schlagen ihre Wurzeln ein in heiligen Boden. Und wer im Heiligtum eingewurzelt ist, den kann niemand herausreißen. Im Herrn steht man fester als die Berge. Besonders wird auch noch der Wohlgeruch hervorgehoben. "Sie sollen so guten Geruch geben wie der Libanon." Leben und Wohlgeruch gehören zusammen. Menschen, die Leben aus Gott in sich tragen, sind "ein guter Geruch Christi" für andere (2. Kor. 2, 15). Von den Gottlosen heißt es, dass ihr Schlund ein offenes Grab ist. Ihre innere Fäulnis dringt hervor in faulen Geschwätzen, die verpestend und vergiftend wirken. Der Wohlgeruch der Kinder Gottes strömt aus in ihren Worten, die Leben und Geist sind. - Sobald das Volk innerlich in den rechten Stand gekommen ist, ändern sich auch die äußeren Verhältnisse. Gottes Weg geht von innen nach außen. Zuerst kommt die Erneuerung des Herzens. Dann kann er auch kümmerliche Verhältnisse zum Wohlstand bringen. Das ist für Gott eine kleine Sache. - "Ich will ihn erhören und führen." Der lebendige Gott erhört Gebete. Er führt. Wer ihm den Rücken kehrt, wird verführt. "Ich will sein wie eine grünende Tanne." Ein schönes Bild der Treue Gottes. Er wechselt seine Farbe nicht. "Ich bin der Herr und wandle mich nicht." Zuletzt kommt noch das Beste: "An mir soll man deine Frucht finden." Die Frucht der Gotteskinder entspringt aus dem Herrn, mit dem sie im Glauben verbunden und eins geworden sind. Nicht wir müssen das Gute aus uns herauszwingen. Auch müssen wir uns nicht selbst hineinsteigern und emporarbeiten. Das wäre ja doch umsonst. Wir müssen dem Eigenwerk entsagen und dem Wirken des Herrn uns hingeben. "Wer in mir bleibt", sagt der Heiland, "der bringt viel Frucht." Diese Frucht erquickt uns und andere.


Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
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"Seine Schösslinge sollen sich ausbreiten, und seine Schönheit soll sein wie die des Ölbaums und sein Duft wie der des Libanon."

Hosea wusste zweifellos um den Duft von Nadelhölzern. Vom Libanon mit seinen Zedern nimmt er das Bild, mit dem er veranschaulicht, wie das Christenleben auf andere wirken sollte. Der Eindruck, den es von Christus vermittelt, soll überall hindringen, wie Fichtenduft. Der Geruchssinn des Menschen ist von allen seinen Sinnen der feinste. Durch ihn nimmt er Eindrücke von Dingen auf, die nicht tastbar und selbst mit dem Auge nicht wahrnehmbar sind. Es brauchen auch keine Worte gesagt zu werden. Denn Geruch wirkt durch sich selbst und dringt überall hin. Verbergen lässt er sich nicht. Und so ist es bei dem, der seine Wurzeln in Christus hineingesenkt hat wie eine Zeder. Er ist ein Wohlgeruch dessen, der der unsichtbare Quell seines Lebens ist. Wir tragen an uns die anspruchslose

Schönheit des Heiligen Geistes, dargestellt durch den Ölbaum; die nicht sichtbare Einwirkung Christi gewahren die anderen wie einen lieblichen Duft. Er ist nicht zu verbergen.


Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Ich will Israel wie ein Tau sein, dass er soll blühen wie eine Lilie, dass er so schön sei wie ein Ölbaum und soll so guten Geruch geben wie Libanon."

"Die Geschichte einer Seele" könnten wir diese ganze Hosea-Stelle nennen. Wir sahen die traurige Lage einer von Gott Abgefallenen, aber auch ihre Umkehr zu ihm in Buße und demütigem Bekenntnis. Wir hörten die süsse und starke Antwort seiner Liebe, die der Heimkehrenden volle Vergebung und Heilung schenkt.

Aber das ist ihm nicht genug. Er hat noch mehr für sie bereit. Sie soll grünen und blühen, soll schön sein wie die Lilie und fruchtbar wie ein Ölbaum, soll wachsen und erstarken wie die Zeder des Libanons, so dass sie auch andern diene mit ihrem wohltuenden Schatten und ihrem würzigen Duft. Das ist Gottes Wille für alle Pflanzen seines Gartens, nicht damit sie sich selbst bespiegeln, denn ihnen ist nur bewusst, was ihnen fehlt, sondern dass E r gepriesen werde.

Und wie kommen sie dazu, solche Gewächse des Herrn zu werden? Sein Wort sagt es uns: Ich will Israel wie ein Tau sein. Ja, es ist sein Werk. Er selbst muss Tag für Tag unsere Seelen beleben, nähren, baden wie der Morgentau jedes Grasspitzlein unserer Fluren berührt und erfrischt. - O, öffnen wir uns ihm! Halten wir ihm betend, glaubend still!

Lass die Deinen noch auf Erden Ganz nach Deinem Herzen werden; Mache Deine Kinder schön, Abgeschieden, klein und stille, Sanft, einfältig, wie Dein Wille Und wie Du sie gern willst seh'n!