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Predigten zu Hosea 8,13

"Als Schlachtopfer meiner Opfergaben opfern sie Fleisch und essen es; der HERR hat kein Wohlgefallen an denselben. Nun wird er ihrer Ungerechtigkeit gedenken und ihre Sünden heimsuchen: sie werden nach Ägypten zurückkehren."

Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Es gibt Fragen, die kommen an uns heran, ob wir wollen oder nicht. Da ist ein Junge, der tollt fröhlich mit seinen Freunden. Als ihn einer fragt: „Was willst du denn mal werden?" zuckt der Junge die Achseln. Die Frage berührt ihn jetzt noch nicht. Nun, immer wird er nicht die Achseln zucken. Einmal steht die Berufsfrage doch vor ihm und will beantwortet und entschieden sein.

So gibt es eine große Frage, der kann auf die Dauer niemand ausweichen. Eines Tages steht sie vor uns. Es ist die Frage: „Wie werde ich gerecht vor Gott?" Da gibt es nun zwei Möglichkeiten: Den ersten Weg gehen die Leute unseres Textes. Sie tun allerlei Wackeres und Gutes: „Opfern", „Fleisch zu den Altären bringen". Damit wollen sie vor Gott gerecht sein — mit i h r em Tun, mit i h r e n Werken. Gott aber — der Unerbittliche! — ^ S 1 n u r : »Und eure Sünde??" — Aus ist es mit der Gerechtigkeit vor Gott! Bis zu diesem Tag geht der Mensch diesen hoffnungslosen Weg. Er meint, wenn er dies oder das gut und tüchtig gemacht habe, dann müsse Gott ihn doch für gerecht erklären. Und Gott — der Unerbittliche! — fragt nur: „Und deine Sünde??" O das liebe Evangelium! Es zeigt einen besseren Weg: Jesus Christus, der unsere Sünde ans Kreuz getragen hat, ist unsere Gerechtigkeit. Wer bußfertig an den glaubt, der ist gerecht vor Gott.

Und nun geht man an sein Tagewerk. Nun wirkt man, so gut man kann. Aber nicht mehr, um gerecht vor Gott zu werden. Denn man ist ja gerecht — durch Glauben. Amen.