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Predigten zu Hosea 8,12

"Ich schreibe ihm zehntausend Satzungen meines Gesetzes vor: wie Fremdes werden sie geachtet."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Schreibe ich ihm die großen Dinge meines Gesetzes zehntausendmal vor, so erachten sie es doch als etwas Unbekanntes!"

Hier liegt meine Bibel. Ich stehe still vor diesem Buch und bewundere seine Autorität. Es ist kein gewöhnliches Buch. Es enthält nicht die Äußerungen der Philosophen vergangener Zeiten. Wenn diese Worte von Menschen geschrieben wären, so könnten wir sie leichtfertig abtun. Lese ich die einzelnen Kapitel, so finde ich sie voll köstlichen Inhalts und unbekannter Geheimnisse. Wende ich mich zu den Weissagungen, so treten mir Wunder des Wissens entgegen, an die kein Mensch gedacht hat. O Buch der Bücher! Du bist von meinem Gott geschrieben, und darum will ich mich vor dir beugen. Du Buch voll hoher Autorität, fern sei es von mir, meinen Verstand zu gebrauchen, um dir zu widersprechen.

Vernunft, deine Aufgabe ist herauszufinden, was dieses Buch sagen will, und nicht zu behaupten, was dieses Buch sagen sollte. Setze dich nieder und horche, denn diese Worte sind Worte Gottes.

Unser Text lautet: "Schreibe ich ihm die großen Dinge meines Gesetzes vor ..." Die Bibel handelt nur von großen Dingen. In der Bibel steht nichts, was unwichtig wäre.

Hast du dich jemals niedergesetzt, um zu untersuchen, ob deine Gemeinde den Vorschriften des Neuen Testaments entspricht?

"Oh", sagst du, "ich nahm mir nie die Mühe. Ich ging immer dahin, wohin Vater und Mutter auch gingen." Ach, das ist in der Tat ein tiefsinniger Grund.

Ich liebe meine Eltern, aber ich bin ihnen hierin nicht gefolgt, und ich danke Gott, dass ich es nicht getan habe.

Sagt nie, es komme nicht darauf an, wo und wie man sich versammelt! Alles, was Gott geschrieben hat, ist von großer Wichtigkeit. Deshalb erforscht alles und prüft eure Ergebnisse am Wort Gottes.

Ich fürchte, dass ihr eure Bibel zu wenig lest. Einige von euch haben sie noch nicht einmal durchgelesen, und ihr müsst zugeben, dass ihr keine Bibelleser seid. Gott muss zu euch sagen: "Schreibe ich ihm die großen Dinge des Gesetzes vor, so erachten sie es doch als etwas Unbekanntes."


Autor: Frederick Brotherton Meyer (* 08.04.1847; † 28.03.1929) englischer Baptistenpastor

Ich schreibe ihm zehntausend Befehle meines Gesetzes vor

Nach einer anderen Übersetzung lautet diese Stelle, „Ich habe ihm Großes aus meinem Gesetz geschrieben, aber es wurde für etwas Fremdes gehalten.“ Gottes Wille ist so allseitig, sein Horizont so weit, dass er weder in e i n em Befehle, noch in Tausenden ausgedrückt werden kann. Es braucht deren Zehntausende, um die Höhe, die Länge und die Weite aller unserer Lebensverhältnisse zu decken. Aber wie freundlich hat Gott alle unsere zehntausend Schwierigkeiten und Fragen vorgesehen und uns Anleitung gegeben, wie wir dabei handeln sollen.

Wie groß ist doch der Gesichtskreis, den uns Gott eröffnet hat in seinem Gesetz – wenn wir diesen Ausdruck brauchen wollen, für den ganzen Umfang seiner Offenbarungen. Geheimnisse, worein es die Engel gelüstet zu schauen, sind dem Menschen nahe gelegt worden.

Hüten wir uns, Gottes Befehle für etwas Fremdes zu halten. Wir sagen oft zu einander: „Behandle mich nicht als einen Fremden. Können wir nicht in diesem Sinne uns von den Worten und Gedanken Gottes entfremden, dass wir sie nur auf ganz besondere Zeiten beschränken, sie höflich aufnehmen, aber sie aus der Vertraulichkeit des täglichen Umgangs ausschließen? Nichts kann Gott weher tun, als solches Benehmen! Betrachte doch deine täglichen Pflichten nicht als etwas, wovon Gott ausgeschlossen wäre. Hältst du einen Tag heilig, so geschehe es, damit alle deine Tage dem Herrn geweiht werden; hast du einen bestimmten Ort der Anbetung, des Gottesdienstes, so möge das Licht, das dir dort scheint, alle Stätten deiner täglichen Beschäftigung erhellen. Haust du ein Mahl, als besonderes Wahrzeichen der Liebe Jesu, so vergiss nicht, dass du, ob du nun essest oder trinkest, oder was du tust, alles Ihm tun darfst.