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Predigten zu Johannes 11,6

"Als er nun hörte, daß er krank sei, blieb er noch zwei Tage an dem Orte, wo er war."

Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Der Herr, der so viele Kranke geheilt hatte, wußte, daß Lazarus krank war und sogar im Sterben lag. Aber Er wartete zwei Tage. Dann starb Lazarus, und Jesus hatte nicht eingegriffen! Dennoch hatte der Herr Martha lieb, und ihre Schwester, und Lazarus. Sie waren Seine Freunde, und die beiden Schwestern hatten sich an die richtige Stelle gewandt, als die Krankheit ihres Bruders sich verschlimmerte und sie ihr Leid ihrem Meister anvertrauten. Und doch kam der Herr ihnen erst nach vier Tagen zu Hilfe. Warum?

Als Messias hatte Jesus alle Arten von Krankheiten geheilt, sogar tödliche. Aber in Bethanien wollte Er sich nicht nur als Messias offenbaren, sondern als der Sohn Gottes, der die Auferstehung und das Leben ist. Wenn Er zu den Schwestern gekommen wäre, um den Tod des Lazarus zu verhindern, hätte Er sich nicht so offenbaren können, und die Familie in Bethanien wäre in den Grenzen des jüdischen Messiasglaubens geblieben, ohne die Hauptsache im Christentum zu erkennen: Der Herr Jesus Christus als das ewige Leben, das den in Sünden und Übertretungen toten Menschen auferweckt. Dafür war die Auferweckung des Lazarus ein vorausdeutendes Vorbild. Jesus Christus spricht: «lch bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt» (Johannes 11,25). Die zwei Tage scheinbarer Verspätung waren also nötig, damit die Herrlichkeit Gottes offenbar wurde. Wartest du auf die Erhörung eines Gebets, das dem Willen Gottes entspricht? Vielleicht hast du wie die Schwestern in Bethanien dein Herz vor Gott ausgeschüttet; aber alles ist beim Alten geblieben oder gar schlimmer geworden. Dann zweifle nicht; höre auch nicht auf die «Freunde», die alle vor dir liegenden Unmöglichkeiten aufzählen. Gib dich nicht der Verzweiflung hin wie Thomas, der, als er Jesus nach Jerusalem gehen sah, ausrief: «Laßt uns auch hingehen, damit wir mit ihm sterben.»

Nein! Diese «zwei Tage» sind nicht nutzlos. Der Herr hat deine Bitte gehört, dessen kannst du sicher sein. Aber erst wenn Seine Stunde gekommen ist, erfüllt Er Seine Verheißungen und führt Seine Pläne durch, und zwar genau so, wie Er will. Auch in deinem verzweifelten Fall wird Er beweisen, daß Er die Auferstehung und das Leben ist!