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Predigten zu Johannes 12,36

"Während ihr das Licht habt, glaubet an das Licht, auf daß ihr Söhne des Lichtes werdet. Dieses redete Jesus und ging hinweg und verbarg sich vor ihnen."

Autor: Samuel Keller (* 15.03.1856; † 14.11.1924) deutscher protestantischer Theologe und Schriftsteller

"Glaubt an das Licht, dieweil ihr's habt, auf dass ihr des Lichtes Kinder seid."

Aus dem Zusammenhang gerissen, dürfte dieser Spruch sehr befremdlich klingen: wie kann man an etwas glauben, was man hat, und wie kann man ein Kind dessen werden, was man schon hat? Aber dort, wo Jesus die Worte sagt, meint er mit dem Lichte sich selbst und ermahnt seine Hörer, an ihn zu glauben, wodurch sie erst zur Gotteskindschaft kämen. Unglaube wäre im Sinn dieser Stelle der geheime Widerspruch gegen Jesus, die Trägheit, einen starken Schritt auf ihn hin zu machen, die dreiste Energie, mit dem alten Glauben zu brechen. Dergleichen Anwandlungen kommen auch an solche heran, die längst Gotteskinder sind. Innere Verstimmungen, Unzufriedenheit mit seinen Wegen, Kreuzesscheu und Trägheit belasten in solchen Augenblicken unsern Glauben, dass der Versucher Gehör findet für die Flüsterung: Ist Jesus dir wirklich genug? Ist der Glaube ein entsprechendes Entgelt für aufgegebene Weltfreude? Man braucht nur noch seelisch müde oder körperlich krank zu sein, so wird solche Versuchung gefährlich. Glauben ist dann ein Entschluss, ein Ruck des Willens, ein die Augenschließen für alles andere. Dennoch! Wie auf dem Absatz herumgedreht und allen jenen Stimmen und Stimmungen den Rücken gekehrt!

Herr Jesus, du bist mir genug. Ich will nichts weiter als dich. Aber auch wirklich dich. Mein angefochtener Glaube windet sich wie eine Ranke um dein Wort und deine Hilfe und deine Liebe. Halte selbst dein schwaches Kind! Amen.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Es ist kein Fanatismus, Gott über alles zu lieben

Eines der Kennzeichen unserer modernen Zeit ist die Tatsache, dass viele schuldig werden, weil sie nur ein wenig den Rand der Wahrheit »beknabbern «. Wenn uns das Kreuz Christi bedeutete, was es uns bedeuten soll, und wenn wir wüssten, dass es unseren Tod beinhaltet, damit wir danach auferstehen und nach dem Himmlischen trachten, dann hätten wir das beständige Bedürfnis, Fortschritte zu machen und geistlichen Boden unter die Füße zu bekommen! Die nervösen Leute, die immer die Bremsen ziehen möchten und sich berufen fühlen, geistliche Sehnsucht und den Wunsch nach Vollkommenheit zu unterdrücken, gebrauchen oft den Ausdruck: »Lasst uns in dieser Angelegenheit nicht zu fanatisch sein!« Ich kann nur fragen: Ist es Fanatismus, wenn wir dahin kommen möchten, Gott völlig zu lieben und Ihn in richtiger Weise anzubeten? Ist es Fanatismus, wenn das Herz vor geistlicher Freude springen möchte? Ist es Fanatismus, wenn man in sich die Bereitschaft des Herzens entdeckt, zu sagen: »Ja, Herr! Ja, Herr!«, und darum täglich nach Gottes Willen lebt, sodass unser Leben schon hier auf Erden im Himmel geführt wird? Wenn das Fanatismus ist, ist es der Fanatismus des Alten Testaments, der Patriarchen und des Gesetzes – es ist der Fanatismus der Psalmisten und Propheten und ebenso der Schreiber des Neuen Testaments!