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Predigten zu Johannes 16,15

"Alles, was der Vater hat, ist mein; darum sagte ich, daß er von dem Meinen empfängt und euch verkündigen wird."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Er wird es von dem Meinen nehmen und euch verkündigen."

Es gibt Zeiten, wo alle Verheißungen und Lehren der Bibel für uns tot sind, bis die Hand der Gnade sie uns zu eigen macht. Wir sind voll Durst, aber zu matt, um bis zur Wasserquelle zu kriechen. Wenn ein Krieger in der Schlacht verwundet wird, so nützt es ihm wenig, wenn er weiss, dass im Lazarett liebende Hände sind, welche die Wunde verbinden, und lindernde Mittel, welche die Schmerzen stillen, die er jetzt leidet; was er bedarf, ist, dass man ihn dorthin bringe, damit ihm solche Sorgfalt und Linderung zuteil werden könne. So verhält es sich mit unsren Seelen; und dies unser Bedürfnis zu stillen, ist Einer vorhanden, der Geist der Wahrheit, der Jesu Gnade nimmt und sie uns als heilenden Balsam auflegt. Meinet nicht, Christus habe seine Freuden auf himmelhohen Bergen aufgepflanzt, damit wir uns abmühen, sie dort oben zu holen, sondern Er kommt damit zu uns und giesst seinen Frieden aus in unsre Herzen. O lieber Christ, wenn du heute abend unter schwerer Traurigkeit erseufzest, so fasse zu Herzen, dass dein Vater dir keine Verheißungen gibt und dir dann überlässt, sie aus seinem Worte zu schöpfen, wie du das Wasser im Eimer aus dem Brunnen schöpfest; sondern die Verheißungen, die Er in seinem Buch aufgezeichnet hat, schreibt Er auch auf dein Herz. Er offenbart seine Liebe zu dir und zerstreut durch seinen Heiligen Geist alle deine Sorgen und Ängste. Wisse, du Trauernder, dass es Gottes seligstes Vorrecht ist, jede Träne von den Augen der Seinen abzuwischen. Der barmherzige Samariter sprach nicht: "Hier hast du Wein und Öl;" er goss dem Verwundeten den Wein und das Öl selber ein. So schenkt dir der Herr Jesus nicht nur den süssen Wein seiner Verheißung, sondern hält dir den goldenen Becher an die Lippen und flösst die Lebensstärkung deinem Munde ein. Der arme, kranke, müde Pilger wird nicht nur zum Wandel gestärkt, sondern auf Adlers Flügeln getragen. Herrliches Evangelium! welches den Hilfsbedürftigen alles schenkt, welches zu uns kommt, wenn wir nicht zu ihm zu kommen vermögen, und uns Gnade bringt, ehe wir nur um Gnade bitten! Es ist soviel Herrlichkeit im Darreichen wie in der Gabe selber. Seliges Volk des Herrn!


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Wir können Gott durch die Schöpfung erkennen

Gott will mit uns auf den Bahnen unseres Verstands, unseres Willens und unserer Gefühle kommunizieren. Der dauerhafte und ungestörte Austausch liebender Gedanken zwischen Gott und der Seele des erlösten Menschen ist der Herzschlag der Religion des Neuen Testaments! Den Verkehr zwischen Gott und der Seele kennen wir aus bewusstem persönlichem Erleben. Er ist persönlich – denn er durchdringt nicht die Gesamtheit der Gläubigen als solche, sondern wird von den Einzelnen erfahren, und von der Gesamtheit durch die Einzelnen, aus denen sie besteht. Und er ist bewusst – das heißt, er bleibt nicht vor der Schwelle des Bewusstseins stehen, um dort, unbemerkt von der Seele, zu wirken. Du und ich, wir sind im Kleinen (ausgenommen unsere Sünden), was Gott im Großen ist. Weil wir nach Seinem Bilde erschaffen sind, haben wir die Fähigkeit, Ihn zu erkennen. In dem Augenblick, wo der Heilige Geist uns in der Wiedergeburt zum Leben erweckt hat, begreift unser ganzes Sein die Verwandtschaft mit Gott und erhebt sich zu freudigem Erkennen. Das ist die himmlische Geburt, ohne die niemand das Reich Gottes sehen kann! Das ist allerdings nicht das Ende, sondern der Anfang. Jetzt fangen wir an, und wo wir aufhören werden, hat noch niemand entdeckt. Denn in der anbetungswürdigen und geheimnisvollen Tiefe des dreieinigen Gottes gibt es weder Grenze noch Ende!