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Predigten zu Johannes 16,14

"Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er empfangen und euch verkündigen."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Derselbe wird mich verherrlichen; denn von dem Meinigen wird er es nehmen und euch verkündigen."

Wenn wir erkennen wollen, in welcher Verbindung das Werk des Geistes mit dem Werk Christi steht, müssen wir daran denken, dass es die Aufgabe des Geistes ist, von dem Herrn zu zeugen. Er kommt zu den Menschen, damit die Menschen zu dem Herrn Jesus kommen. Glaubt nicht, dass der Geist Gottes gekommen ist, um ein neues Evangelium oder etwas, was nicht in der Schrift geschrieben steht, zu verkündigen. Menschen mögen mit ihren Torheiten und Einbildungen kommen und sagen, diese seien ihnen von dem Heiligen Geist eingegeben; ich verabscheue solche gotteslästerliche Frechheit und schenke ihr nicht einen Augenblick Gehör.

Es fehlt uns nicht an Hinweisen, wodurch wir erkennen können, ob die, die beanspruchen, durch den Heiligen Geist zu reden, es auch wirklich tun. Der Heilige Geist gebraucht zur Überzeugung und Belehrung die Predigt des Wortes Gottes. Seine gewöhnliche Wirkungsweise ist, den Sinn auf göttliche Dinge zu richten und im menschlichen Gedächtnis längst vergessene Dinge zu beleben und zur Berührung von Herz und Gewissen zu benutzen. Es ist die einzige Aufgabe des Geistes, Christus an uns und in uns zu offenbaren und uns in das Bild Christi umzugestalten. Er ist nicht darauf aus, uns nach diesem oder jenem Ideal zu bilden, sondern er will uns Christus ähnlich machen. Der Herr Jesus ist das Modell, nach dem uns der Heilige Geist durch seine Tätigkeit bilden will, bis wir "in sein Bild" verwandelt sind. Der Heilige Geist wirkt niemals zur Verherrlichung einer Gemeinde oder Gemeinschaft, nicht für die Ehre eines Menschen oder die Auszeichnung einer Sekte. Sein einziges großes Ziel ist die Verherrlichung Jesu. Da der Heilige Geist einzig und allein auf Jesus aufmerksam macht, werden wir mehr und mehr dahin geführt, unseren hochgelobten Heiland zu lieben und ihn anzubeten. Ihr seht also, wie das Werk Jesu und das Werk des Heiligen Geistes untrennbar miteinander verbunden sind.


Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Derselbe wird mich verherrlichen; denn von dem Meinigen wird er es nehmen und euch verkündigen."

Lasst uns diesen Prüfstein zuerst auf den Dienst am Wort anwenden. Es gibt eine Klasse von Brüdern, die vor allem darauf aus sind, bestimmte Erfahrungen zu verherrlichen. Wenn du so oder so gefühlt hast, ist kein Ausdruck des Lobes zu stark für dich. Bist du aber in einer anderen Weise, auf einem anderen Pfad, geführt worden, dann hast du nach dem Urteil dieser Brüder nie etwas vom lebendigen Christentum erfahren. Sie halten sich ebenso vertraut mit den Geheimnissen des Himmels wie der Papst, und in ihren kleinen Gebieten sind sie nicht minder unfehlbar als er. Manche dieser Brüder sind vielleicht durch eine tiefe, schreckliche Erfahrung gegangen; sie haben in großen Sünden gelebt und sind ihrem Herrn untreu gewesen. Aber sie stellen ihre Erfahrung als Modell auf und sagen, wir seien keine Christen, wenn wir nicht genau dieselbe Erfahrung gemacht haben. Ich möchte kein Wort gegen Erfahrungschristentum reden, sondern halte die Erfahrung für sehr wichtig. Es muss aber eine Erfahrung von dem Herrn Jesus sein. Bei aller Verkündigung, die nicht zu einer Erfahrung führt, die Christus verherrlicht, habe ich Zweifel, ob sie vom Heiligen Geist geleitet ist.

Denkt daran, liebe Brüder, dass wir verflucht sind, wenn wir fortwährend "Moral" lehren, wenn es bei uns heißt, dass wir errettet werden, wenn wir nur dies oder das tun. Ihr solltet sofort diese Synagogen verlassen, denn wo die Werke des Fleisches und nicht das vollendete Werk Christi erhöht wird, wo das Tun, der Wille, die Gebete und Gefühle des Menschen an die Stelle des Blutes und der Gerechtigkeit unseres Herrn Jesus gestellt werden, da ist der Heilige Geist nicht wirksam. Wenn wir einst auf dem Sterbebett liegen, werden wir mit großer Traurigkeit auf jedes Wort zurückblicken, mit dem wir eine Sekte verherrlicht oder auf Kosten unseres Herrn ein Sakrament erhoben haben.


Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Derselbe wird mich verherrlichen; denn von dem Meinigen wird er es nehmen und euch verkündigen."

Es ist das höchste Ziel des Heiligen Geistes, Christus zu verherrlichen. Brüder, was der Heilige Geist tut, ist unserer Nachahmung würdig. Lasst uns darum bestrebt sein, Christus zu verherrlichen. Was Christus nicht verherrlicht, ist nicht vom Heiligen Geist; und was vom Heiligen Geist ist, das ehrt unabwendbar unseren Herrn Jesus. Behaltet diese Wahrheit bei allen Tröstungen im Auge. Wenn irgendein Trost, den ihr nötig habt, Christus nicht verherrlicht, so betrachtet ihn argwöhnisch. Wenn ein scheinbar frommer Mann zu euch von einer Wahrheit spricht, von der er sagt, dass sie wertvoll sei, und ihr findet nicht, dass sie Christum ehrt, so weist sie ab. Es ist eine vergiftete Süssigkeit, die euch einen Augenblick entzücken kann, aber eure Seele verdirbt, wenn ihr daran teilnehmt. Wertvoll sind nur die Tröstungen, die von Christus sprechen, die Tröstungen, die in seiner Person, in seinem Wort, in seinem Blut, in seiner Auferstehung und seiner Herrlichkeit ihren Ursprung haben.

Wir sollten auch alle neuen religiösen Bewegungen nach diesem Maßstab beurteilen. Wenn sie vom Heiligen Geist herrühren, verherrlichen sie Christus. Es entstehen hin und wieder große Bewegungen, und wir sind geneigt, hoffnungsvoll darauf zu blicken, denn jede Bewegung ist besser als Erstarrung. Aber mit der Zeit fragen wir uns mit heiliger Eifersucht, welches wohl ihre Wirkungen sein mögen. Wie sollen wir sie beurteilen? Welchen Prüfstein sollen wir anlegen? Hier ist er: Wird die Verherrlichung unseres Herrn durch die Bewegung erstrebt? Wird Christus verkündigt? Werden Menschen allein auf Christus hingewiesen? Beurteilt jede Bewegung nicht nach denen, die ihr nachlaufen, auch nicht nach denen, die sie bewundern und loben, sondern nach diesem Wort unseres Herrn: "Er wird mich verherrlichen."


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Bitte um Erleuchtung durch den Heiligen Geist

Dir allein sei Lob, Preis, Dank und Ehre, o Herr Jesus Christus, der Du alle unsere Schmerzen auf Dich geladen und den bitteren Tod um unsertwillen erlitten hast. Du bist am Kreuz gestorben, bist wiederauferstanden und zum Himmel aufgefahren, um uns arme und elende Menschen mit Deinem himmlischen Vater zu versöhnen und um uns Deinen Heiligen Geist und die Gemeinschaft der himmlischen Güter und das ewige Leben zu geben. Weil Du uns aber in den Tagen Deines Fleisches befohlen hast, den Vater in Deinem Namen zu bitten, so kommen wir heute mit unseren Wünschen zu Dir, obwohl unsere Herzen noch kalt sind und unser Gemüt zerstreut ist und unser ganzer Mensch – Gott sei’s geklagt – noch mehr an diesen zeitlichen Gütern hängt, als dass wir uns nach den himmlischen Gütern und Gaben ernstlich sehnten. Auch versäumen wir es, Dich in dem Maße, wie es billig wäre, in vollem Glauben anzurufen. Du wollest heute, o gütiger Jesus, für uns einstehen, unsere Schwachheit ausfüllen und uns armen, unwürdigen Kreaturen helfen, dass wir uns aus Gnaden durch Deinen Heiligen Geist umgestalten lassen, damit er unser Herz erneuere, in Deiner Liebe entzünde und in Deine und Deines Vaters Erkenntnis und in alle Wahrheit führe, damit wir hier schon in göttlicher Liebe und Gottesfurcht allezeit leben und Dich in allen unseren Plänen als unseren gnädigen Gott und Herrn stets vor Augen haben – Dich, der da lebt und herrscht mit Gott dem Vater und der in Einheit mit dem Heiligen Geist ist, nun und ewiglich ohne Ende. Amen.


Autor: Jakob Kroeker (* 1872; † 12.12.1948) wichtigster Vertreter des freikirchlichen russländischen Protestantismus
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"Derselbe wird mich verherrlichen; denn von dem Meinigen wird er es nehmen und euch verkündigen."

Es ist wohl kein Zufall, dass jedes Sendschreiben zunächst von Christus spricht und dann erst von der Gemeinde. Das ist bezeichnend für die Sprache und die Botschaft des Geistes. Er spricht nicht von sich selbst, Er verherrlicht nicht die Kirche, sondern Er bezeugt Christus. Denn in jedem Sendschreiben spricht der Geist zunächst von den Geistesvollmachten, die Christus für die Gemeinde besitzt. Bevor Er das Bild der einzelnen Gemeinden zeichnet, enthüllt Er zuvor das Bild des Christus. Bevor Er auf die Armut, die Verluste, die Kämpfe, die Gefahren, die Dienste und die Irrungen der Gemeinde aufmerksam macht, richtet Er zunächst den Blick auf die ganze Herrlichkeit, Majestät und Geistesfülle dessen, der mit seiner Kraft der Schöpfer, der mit seinem Leben der Inhalt und der mit seiner Herrlichkeit die Zukunft der Gemeinden sein will.

In jeder Geistesvollmacht, in der sich Christus den einzelnen Gemeinden entsprechend ihrer inneren Stellung offenbarte, lag aber ein wunderbares Evangelium für die Gemeinde. Was die Gemeinden in sich nicht hatten, sollten sie in der Lebensverbindung mit Ihm empfangen. Nur im Umgang mit Christus selbst wurden sie gesund bleiben im Leben, stark sein im Kampfe, sich rein erhalten inmitten der Welt, getrost und freudig ausharren im Dienste und Raum haben für die Gegenwart ihres erhöhten und doch gegenwärtigen Herrn. So will der Geist auch zu uns wieder von Christus sprechen. Denn so widerspruchsvoll es auch klingen mag, aber bei all unserem Christentum haben wir vielfach doch Christus verloren. Anstatt Christus zu bezeugen, verteidigen wir höchstens eine paulinische Christuserkenntnis. Dem Geiste Jesu Christi stehen wir jedoch vielfach sowohl im innerlichen Leben, als auch im praktischen Dienst völlig fern.

Von Gott haben wir uns in den christlichen Gottesdienst und in die Vielgeschäftigkeit christlicher Liebestätigkeit gerettet. Sie sind nicht mehr die natürliche Frucht unseres Umgangs mit Gott. Vom Geist haben wir uns in den rechtgläubigen Eifer und in eine starke Beredsamkeit geflüchtet. Dabei haben wir aber den Blick für den Unterschied von Gottes verborgenem, schöpferischem Wirken und der eigenen frommen Betriebsamkeit verloren. Das hat uns im Dienst so arm und das hat unsere Kirchen so leer gemacht. Nicht zurück zum Urchristentum, wohl aber zurück zu Christus als dem lebendigen und gegenwärtigen Herrn, der zu jeder Zeit eine Kirche erwecken konnte, in der das Leben den Tod überwindet.


Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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Wir hören zwar viel von der Liebe Gottes; das ganze Evangelium predigt sie; die ganze Schöpfung predigt sie; wir meinen auch etwas davon zu wissen: aber von Natur weiß unser Herz doch nichts davon, ist trotz allem Wissen doch so verhärtet dagegen wie ein Stein; wenn die Sünden aufwachen im Gewissen, wenn der König anfängt zu rechnen, da erprobt es sich, daß das Herz Gottes uns wirklich unbekannt ist, daß uns wohl vieles von seiner Strafgerechtigkeit, aber nichts von seiner Erbarmung in unser Inneres geschrieben ist, bevor Gott es hineinschreibt durch seinen heiligen Geist. Ehe dieses geschehen ist, kann sich der Mensch gar nicht unter den ganzen Fluch des Gesetzes demütigen, und wenn er es, durch die Wahrheit überzeugt, doch tun müßte, so müßte er geradehin verzweifeln. Aber er wehrt sich dagegen, solange er kann; er sucht immer neue Feigenblätter, um seine Blöße zu decken; als ein armer, nackter Sünder ohne Gerechtigkeit, ohne rechtmäßige Ansprache an Gott, vor der strafenden Heiligkeit zu erscheinen, davor scheut er sich, davor erbebt er in seinen innersten Tiefen. Gott hat zwar das Evangelium gegeben; er läßt sich dem Sünder anbieten als vergebende, erbarmende Liebe, die den Tod des Sünders nicht wolle; er hat es mit unauslöschlicher Flammenschrift auf das Kreuz sei- nes Sohnes eingegraben, daß seine Gedanken dahin gehen, die Sünder selig zu machen: aber solange der Geist der Wahrheit es nicht groß macht im Herzen, kann man doch daraus kein rechtes, kein ganzes Vertrauen fassen. Ja man kann sich daran halten in der größten Dunkelheit als an ein festes, unwandelbares Wort, das da scheint in einem dunklen Ort; aber aus der eigenen Gerechtigkeit sich heraus- und hineinwagen in den freien Liebeswillen Gottes - diesen Sprung kann man nicht machen, es sei denn, daß der Morgenstern angefangen habe, bereits im Herzen aufzugehen, und ein heller Schein von dem Tag des neuen Testaments in dasselbige zu dringen. Wo aber dies geschehen ist, wo die Liebe Gottes und das Hohepriesterrum Christi offenbar wird im Herzen, da legt man willig den Rock der eigenen Gerechtigkeit ab, und überläßt sich willig und ganz der ewigen Liebe.

Wenn meine Schuld vor dir mich niederschlägt Und deinen Geist der Kindschaft in mir dämpft; Wenn das Gesetz mit meinem Glauben kämpft Und lauter Angst und Furcht in mir erregt, So laß mich doch dein treues Herz noch sehn Und neue Kraft und Zuversicht entstehn.