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Predigten zu Johannes 1,18

"Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kundgemacht."

Autor: Christoph Blumhardt (* 01.06.1842; † 02.08.1919) deutscher evangelischer Theologe, Pfarrer und Kirchenlieddichter
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Es ist dieses einer der Sprüche, die zu erkennen geben, daß bei dem HErrn, wenigstens in den Tagen, da Er aufgetreten war, eine besonders fühlbare Gemeinschaft mit Seinem Vater stattfand. Er fühlte Sich im Schoß des Vaters, weswegen es heißt: „Der in des Vaters Schoß ist.“ Es fand bei Ihm eine Art Sehen Gottes statt, wie es bei keinem sonstigen Menschen möglich war, auch bei Mose nicht, der hintennach sehen durfte (vergl.20.a). Dadurch unterscheidet sich der HErr nicht nur als der allergrößte, sondern auch als der einzige Prophet von den anderen, wie Er auch sonst (Hebr.1,1.2) als der Sohn, durch welchen Gott zuletzt geredet habe, allen andern Propheten gegenübergestellt wird. Andere bekommens nur bruchstückweise und als Brosamen; Er aber, der Sohn, bekam es nicht nach dem Maß (Joh.3,34), sondern als Einer, der in des Vaters Schoß ist. Darum heißt es jetzt von Ihm (Kol.2,9), daß „in Ihm wohne die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig.“

Es ist merkwürdig, wie sie in unsern Tagen das Leben Christi so überaus und rein menschlich aufzufassen und zu erklären sich bemühen, meinend, daß sie damit erst den rechten Christus gefunden hätten, wenn er ganz und nur Mensch wäre, und ganz menschlich sich entwickelnd gedacht werde. Aber so viel sie sich auch abmühen und krümmen, - mit der Schrift kommen sie nicht zurecht; und so können sie sich, - ein böses Zeichen wider ihre Weisheit, - nicht anders helfen, als daß sie von der Schrift gar absehen, und diese entweder als unecht wegkritisieren, oder die Verfasser auf den Stuhl der Unwissenheit oder Schwärmerei oder Irrbildung setzen. Denn die Schrift, schon obiger Spruch, will's durchaus anders, und ist eben damit dem Menschen, der Trost und Hilfe und Gewißheit des ewigen Lebens sucht, ein willkommenes Evangelium. Darum sagen wir mit Luther : „Das Wort sie sollen lassen stah'n.“ Wie groß wird doch in ihr und nur in ihr, nicht in der Scheinweisheit der Neuerer, die Barmherzigkeit Gottes, mit welcher Er durch Christum uns nahe gekommen ist!

Mel. Fahre fort. Prüfe recht, prüfe recht, Prüfe weislich jeden Geist, Der dir ruft nach beiden Seiten; Tue nicht, was er dich heißt. Laß nur deinen Stern dich leiten. Beide, das, was gut scheint und was schlecht, Prüfe recht, prüfe recht.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Nur Gott handelt wie Gott

Als Jesus vor rund 2000 Jahren in Galiläa umherzog und lehrte, fragten viele: »Wer ist dieser Mann?« Die Antwort der Bibel ist klar: Jener Mann, der in Galiläa umherzog, war Gott, handelte wie Gott! Er war Gott, der sich freiwillig einschränkte, um Mensch zu werden, um den breiten geheimnisvollen Graben zu überbrücken, den Graben zwischen Gott und Nicht-Gott, zwischen Gott und Schöpfung. Kein Mensch hatte Gott zuvor gesehen. Johannes 1,18 wurde so übersetzt: »Der Eingeborene... hat ihn uns verkündigt.« Andere Übersetzer rätseln herum, ob man das, was der Heilige Geist hier sagt, besser ausdrücken könnte. Doch selbst wenn wir unseren Wortschatz erschöpft haben und keine weiteren Begriffe dafür mehr finden, haben wir immer noch nicht das gesagt, was Gott geoffenbart hat: »Niemand hat je Gott gesehen, doch als Jesus Christus kam, zeigte er uns, wie Gott aussieht« (paraphrasierende Übersetzung von Johannes i, 18). Er hat Ihn geoffenbart - Er hat uns gezeigt, wie Gott ist!

Er hat Ihn verkündigt! Er hat Ihn uns vor Augen geführt! Er hat Ihn geoffenbart! Er ist in des Vaters Schoß. Das wird in der Zeitform der Gegenwart, des Bleibenden ausgedrückt. Deshalb verließ Jesus nicht Seines Vaters Schoß, als Er am Kreuz hing!