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Predigten zu Johannes 1,36

"und hinblickend auf Jesum, der da wandelte, spricht er: Siehe, das Lamm Gottes!"

Autor: Watchman Nee (* 04.11.1903; † 30.05.1972) chinesischer Prediger
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"Und indem er auf Jesus blickte, wie er umherging, sagte er: Siehe, das Lamm Gottes!"

Als Johannes zum erstenmal Christus als Lamm Gottes bezeugte, fügte er hinzu: "... . das die Sünde der Welt hinwegnimmt" (Vers 29) und legte damit den Nachdruck auf Jesu Erlösungswerk. Beim zweitenmal dagegen sagte er einfach: "Siehe, das Lamm Gottes!" Hier liegt der Akzent weniger auf Jesu Tat als auf seiner Person. Wirkliche Wertschätzung bedeutet, dass Menschen uns wert und teuer sind um ihrer selbst willen. Wir lieben sie nicht so sehr wegen dem, was sie getan haben, als vielmehr um deswillen, was sie sind. So sollte es auch bei unserer Wertschätzung Christi sein. Wir danken ihm für seine Gaben, aber wir loben ihn um seiner persönlichen Werte willen. Christus am Kreuz löst bei uns staunende Danksagung aus; der auf den Thron erhöhte treibt uns zum Lobpreis. Wenn wir auf das schauen, was er getan hat, erfüllt uns tiefe Dankbarkeit; schauen wir, wer er ist, so beten wir an.


Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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Ei, wie sollte uns das Herz hüpfen und springen; wie sollten wir ganz Liebe und Dank und Anbetung werden bei dieser frohen, seligen Botschaft vom Lamme Gottes. Aber man hört diese Botschaft jahraus jahrein; man ist daran gewöhnt; man glaubt, es müsse so sein; man ist nicht verlegen über seine Sünden; sie drücken einen nicht; darum ist es den meisten gleichgültig, ob sie vorhanden oder weggenommen sind. O liebe Brüder und Schwestern! Lasset uns doch aus diesem Kaltsinn, aus dieser Gleichgültigkeit aufwachen; denn dies ist die größte Schmach, die wir dem Heiland antun können; lasset uns doch auch einmal anheben zu rühmen von dem Lamme, das geschlachtet ist: Lasset uns doch auch einmal ihm die Ehre geben.

Wer aber dieses verwirft, wer die Erlösung durch Christum verachtet, wie soll dem geholfen werden? Wem es entweder zu unbequem oder zu abgeschmackt ist, ein Nachfolger Christi zu werden, wie soll dem geholfen werden? Wer um der Augenlust, Fleischeslust, um des hoffärtigen Wesens willen, wer aus Anhänglichkeit an das Irdische Jesum verwirft, wie soll dem geholfen werden? Wer nur für sich selbst vor Gott erscheinen will, da doch Christus allein uns Sündern den Weg bereitet hat, wie soll dem geholfen werden? Ach, seine Sünde bleibet über ihm; der Zorn Gottes, der hinunterbrennt bis in die unterste Hölle, der Zorn des Heiligen, der der Sünde ernstlich feind ist, bleibet über ihm. Oder sollte einer unter uns sein, der da in dem bewußten oder unbewußten Wahne stände, der Heiland sei für die Langeweile gemartert worden und habe für die Langeweile die Sünden der Welt gebüßt, der mag die Folgen seines Irrtums auf sich selber haben. Nein, liebe Brüder und Schwestern, der Herr fordert von uns seinen Schmerzenslohn, welcher wir selber sind. Er fordert für diese seine Aufopferung nichts als uns selber, unser Herz ganz und ungeteilt. Seele, zögere nimmer länger, gib's ihm, er hat's verdient! Kommt, Sünder, und blicket dem ewigen Sohne ins Herz, in die Nägelmal, unter die Krone und sucht euch noch mehrere zuzugesellen, die sich mit euch vor den Gekreuzigten stellen.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Glauben heißt, die Aufmerksamkeit des Herzens auf Jesus zu richten

Der Hebräerbrief weist uns an, den Wettlauf des Glaubens so zu laufen, dass wir dabei auf Jesus schauen, den Anfänger und Vollender des Glaubens. Denn Glauben ist nicht eine einmalige Tat, sondern ein unablässiges Schauen des Herzens auf den Dreieinigen Gott! Praktischer Glaube bedeutet, die Aufmerksamkeit des Herzens auf Jesus zu richten. Er richtet unseren Sinn darauf, das Lamm Gottes anzuschauen, und hört für den Rest unseres Lebens nicht damit auf. Ablenkungen mögen uns beeinflussen. Aber wenn sich das Herz Ihm einmal hingegeben hat, wird es nach jedem kurzen Abweg wieder zu Ihm zurückkehren und sich wieder auf Ihn verlassen, wie ein umherirrender Vogel wieder zu seinem Nest zurückkehrt. Ich kann nicht deutlich genug auf diesen einmaligen Akt, diese Willenshingabe, hinweisen. Er bewirkt die Herzensabsicht, von nun an immer auf Jesus zu blicken. Gott nimmt diese Absicht ernst und hilft uns dann, sooft es nötig ist, bei all den tausend Ablenkungen, denen wir in dieser Welt ausgesetzt sind. Der Glaube korrigiert unsere Sichtweise, damit wir von der Selbstbetrachtung weg unseren Blick wieder auf Gott richten. Wenn wir unser inneres Auge erheben, um auf Gott zu blicken, können wir uns sicher sein, in Augen zu blicken, die uns freundlich anschauen – denn es steht geschrieben, dass die Augen des Herrn die ganze Erde durchlaufen. Die schöne Sprache der Erfahrung lautet: »Du, Gott, siehst mich!« Wenn die Augen der Seele von sich wegsehen, begegnen sie den Augen Gottes, der uns anschaut. Dann hat der Himmel hier auf Erden schon begonnen.