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Predigten zu Johannes 3,21

"wer aber die Wahrheit tut, kommt zu dem Lichte, auf daß seine Werke offenbar werden, daß sie in Gott gewirkt sind."

Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Um Gott zu dienen, genügt es nicht, aufrichtig zu sein. Auch ein Kind Gottes, das Ihm aufrichtig dienen möchte, kann sich täuschen, wenn es sich auf seine eigene Weisheit verläßt. Nur Gehorsam gegen die im Wort Gottes geoffenbarte Wahrheit läßt uns zum Licht kommen und zeigt uns, wie wir Gott wohlgefällig sein können. Dieses Licht durchforscht unser Herz und Gewissen und bringt an den Tag, was nicht mit dem Willen Gottes übereinstimmt. So werden unsere Werke offenbar vor dem Herrn, der uns vor der Gefahr warnt, mit Holz, Heu oder Stroh zu bauen (1. Korinther 3,12-13).

Solch ein Offenbarwerden mag unangenehm sein; wir sollten uns aber nicht davor fürchten, denn es gehört zu unserer Heiligung. Zu viele Werke werden angeblich im Namen des Herrn, und doch unabhängig von Ihm getan. Wenn wir unserem Gott erlauben, in Seiner ganzen Vollmacht in uns zu wirken, läßt Er uns eine segensreiche Erfahrung machen: wir bekommen den Beweis, daß die Werke, die wir für Ihn tun, in Ihm getan sind. Darum wollen wir Sein Wort direkt auf uns wirken lassen. Wenn es uns durchdringt, schafft Sein Licht alles fort, was Ihm mißfällt; was aber von Ihm stammt, wird gestärkt, beschützt und fruchtbar gemacht.

In Sprüche 16,3 lesen wir: «Befiehl dem HERRN deine Werke, und deine Pläne werden zustandekommen.» Die Werke, die wir tun, sollen nicht nur in Christus getan werden, sondern wir müssen sie auch in Seinen Händen lassen. Sie wurden von Ihm erzeugt; deshalb dürfen sie auch Seinen Händen nicht entrissen werden. Gott trägt die Verantwortung für Seine Werke. Warum uns also mit dem belasten, was Er selbst auf sich nehmen will? Wenn wir Seine Werke mit unseren eigenen Kräften vollbringen wollen, dann werden sie uns bald über den Kopf wachsen. Dann gibt es nur Aufregung, aber keinen Segen, und die Werke werden schließlich den Platz einnehmen, der Gott zukommt.

Unter der guten Hand unseres Gottes jedoch werden unsere Werke bleibende Frucht bringen und «unsere Pläne zustande kommen». Gottes Wort, das die Wahrheit ist, gebe uns all unser Tun ein und helfe uns, nichts unabhängig von Ihm zu tun!


Autor: Adolf Schlatter (* 16.08.1852; † 19.05.1938) schweizer evangelischer Theologe und Professor fürs Neues Testament
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Was Jesus Nikodemus zuerst gesagt hat, behielt für ihn erschreckende Dunkelheit. Mit der herrlichsten aller Verheißungen hatte Jesus begonnen, damit, dass Gottes Geist uns einen neuen Anfang des Lebens, eine neue Geburt beschert. Das blieb aber für Nikodemus ein Geheimnis, das ihn erschreckte, weil es den Grund zerbrach, auf den er seine Zuversicht gestellt hatte. Was blieb ihm noch, wenn alles, was wir mit unserem natürlichen Vermögen leisten, zum Eingang in Gottes Reich nicht ausreichte? Dann hatte ihm Jesus seine Sendung gepriesen, die ihm die Liebe des Vaters erteilt hat, durch die er, wie einst in der Wüste die Schlange, erhöht werden wird, damit er vom Kreuze aus in uns den Glauben schaffe. Aber dieser Blick auf den Ausgang Jesu war für Nikodemus wieder ein dunkles Geheimnis. Was das nicht ein schreckliches Wort? Konnte das der Weg Gottes mit Israel sein , dass Israel den von Gott gekommenen Lehrer kreuzigte? Nun aber gab ihm Jesus zuletzt noch ein Wort, das eine strahlende Freude in seine Seele gießen konnte: Deine Werke sind in Gott getan, wenn du die Wahrheit tust. Die Wahrheit, das ist nichts Verhülltes und Unzugängliches, nicht ein erst in der Ferne sich zeigendes göttliches Geschenk. Das ist Gottes gegenwärtige Gabe, dir geschenkt, weil du sein Wort hast, und in dir mächtig, weil die Wahrheit dich an sie bindet. Du kannst sie tun, und das ist wiederum Gottes dir verliehene Gabe. Denn du wirst zum Täter der Wahrheit in der Verbundenheit mit Gott. Damit ist Nikodemus vor die Pforte gestellt, die ihn zum Glauben führt. Was hinter dieser Pforte liegt, sieht er noch nicht. Die Pforte selbst aber steht in deutlicher Sichtbarkeit und offener Zugänglichkeit vor ihm. Er weiß nun, wie er den Zugang zu Jesus findet und was ihn zum Empfang des vom Geist gewirkten Lebens bringt. Blieb auch alles, wovon Jesus mit ihm sprach, noch Zukunft und rätselhaft, von Gott ihm gezeigte Wahrheit hat er empfangen. Nun greife zu und tue sie. Das ist der Weg ins Licht.

Licht, Vater, ist das Zeichen Seiner Gegenwart. Wenn Deine Hand uns bewegt, vergehen Schein und Lügen. Dein wissender Blick führt uns in die Wahrhaftigkeit und nun dürfen wir die Wahrheit lieb haben und so handeln, dass sie in uns bleibt. Darum bitte ich Dich und danke Dir für Deine Verheißung, die uns das Tun der Wahrheit zur Pforte für den Reichtum Deiner Gnade macht. Amen.