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Predigten zu Johannes 6,37

"Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen;"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir."

Dieser Ausspruch schließt die Lehre von der Gnadenwahl ein: Es sind etliche, die der Vater Christo gegeben hat. Er enthält auch die Lehre von der kräftigen Wirkung der göttlichen Berufung: Wer Christo gegeben ist, kommt zu Ihm; wie sehr sie auch wider den Stachel löcken mögen, so werden sie dennoch aus der Finsternis zu Gottes wunderbarem Licht gebracht. Er lehrt uns die unerlässliche Notwendigkeit das Glaubens, denn auch die, welche Christo gegeben sind, werden nicht anders selig als dadurch, dass sie zu Jesu kommen. Ach! welch eine Macht und Majestät liegt in den Worten: "Das kommt zu mir." Der Herr sagt nicht, sie hätten Macht zu kommen, noch sie könnten kommen, wenn es ihnen so gefalle, sondern einfach und bestimmt: "das kommt zu mir." Der Herr Jesus nötigt durch seine Botschafter, sein heiliges Wort und seinen Heiligen Geist die Menschen freundlich und gnädig, hereinzukommen, und das hochzeitliche Mahl mit Ihm zu halten; und das bewirkt Er, ohne dem freien Entschluss des Menschen irgend Gewalt anzutun, allein durch die unwiderstehliche Macht seiner Gnade. Ich kann über eines andern Willen einen mächtigen Einfluss ausüben, und doch kann dabei des andern Wille sich vollkommen frei entschließen, weil der Einfluss den Gesetzen des menschlichen Gemüts entsprechend ausgeübt wird. Jehovah Jesus weiss, wie unwiderstehliche Beweisgründe, die der Vernunft entgegengehalten werden, wie mächtige Vorstellungen, die auf unsre Gemütsbestimmung einwirken, und vor allem, wie der geheimnisvolle Einfluss seines Heiligen Geistes, der alle Kräfte und Fähigkeiten unsrer Seele in Tätigkeit setzt, den ganzen Menschen in den Gehorsam gefangen nehmen, so dass er, der einst widerspenstig war, sich seiner Leitung nun willig hingibt, getrieben von der unumschränkten Macht der Liebe. Woran aber sollen wir die Auserwählten Gottes erkennen? Daran, dass sie willig und freudig den Herrn Jesum Christum annehmen, und mit einfältigem und aufrichtigem Glauben zu Ihm kommen und sich ganz allein an Ihn anklammern, als an ihr Heil und ihr Verlangen. Liebe Seele, bist auch du mit dieser Gesinnung zu Jesu gekommen?


Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstossen."

Es ist der Gültigkeitsdauer dieser Verheißung keine Grenze gesetzt. Es heißt nicht etwa bloss: "Ich will einen Sünder, der das erste Mal zu mir kommt, nicht hinausstossen," sondern fest und bestimmt: "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstossen." Im Urtext heißt es: "Den werde ich nicht, gar nicht hinausstossen," oder "den werde ich nie, nie hinausstossen." Die Stelle will sagen, dass Christus einen Gläubigen das erste Mal nicht hinausstösst, und wie Er es das erste Mal nicht tut, so will Er es bis zuletzt nicht tun. Wenn aber der Gläubige wieder sündigt, nachdem er gekommen ist, wie dann? "Und ob jemand sündiget, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesum Christum, der gerecht ist." Aber denkt einmal, ein Gläubiger weiche wieder ab? "So will ich ihr Abtreten wieder heilen, gern will ich sie lieben; dann soll mein Zorn sich von ihnen wenden." Aber die Gläubigen können der Versuchung unterliegen? "Gott ist getreu, der euch nicht lässt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende gewinne, dass ihr es könnet ertragen." Aber der Gläubige kann in Sünden fallen, wie einst David? Wohl, aber Er entsündigt mich mit Ysop, dass ich rein werde; Er wäscht mich, dass ich schneeweiss werde; "ich will sie reinigen von aller Missetat."Gottlob! dass Dein unschätzbar' Blut An unsern Seelen Wunder tut."Ich gebe meinen Schafen," spricht Er, "das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen." Was sprichst du hierzu, mein armes, schwaches, zitterndes Gemüt? Ist das nicht eine köstliche Gnade, dass, wenn du zu Christo kommst, du nicht einen solchen findest, der dir eine kleine Weile Gutes tut, und dich dann wieder an deine Arbeit gehen heißt; sondern Er nimmt dich auf und macht dich zu seiner Braut, und du sollst sein bleiben in alle Ewigkeit. Empfange nicht abermals den knechtischen Geist der Furcht, sondern den Geist der Kindschaft, durch den du ausrufen kannst: "Abba, lieber Vater!" Ach, welche Gnade ist doch in diesen Worten enthalten: "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstossen."


Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstossen."

Tausende haben sich im Leben und im Sterben auf dieses Heilandswort gestützt. Zitternde Seelen, die eben erst aus dem Schlamm der Sünde emporgehoben waren und es kaum zu hoffen wagten, dass sie noch Gnade finden könnten, haben beim Hören dieses Wortes Mut gefasst, sind zu Jesu gekommen und haben es erfahren, dass sie nicht hinausgestossen wurden. Und geheiligte Väter und Mütter in Christo, die ein Leben in seiner Nachfolge verbracht hatten, haben es leuchtenden Auges bezeugt, wie dies Wort bis zuletzt sie erquicke und ihnen ganz gewisse Zuversicht und Freude einflösse.

So ist es mit allen Worten unseres Gottes. Felsengrund geben sie uns unter die Füße. Durch alle Finsternisse und Anfechtungen hindurch gründet sich der Glaube nur um so fester hinein und rühmt es angesichts der Feinde: Der Herr ist mein Trotz (Spr. 3, 26).

Er hat's gesagt und darauf wagt Mein Herz es froh und unverzagt. Und lässt sich gar nicht grauen.

Darum nimm auch du dieses große Wort heute in deine Seele auf. Kennst du schon dessen starken, unerschütterlichen Trost? Wenn nicht, so lass dich bitten: Willst du denn nicht heute zu ihm kommen? Wer nur immer kommt, wird angenommen.

Wie ich bin, komm ich zu Dir! Nichts hat mir die Tür erschlossen Als Dein Ruf: "Kommt her zu Mir!" Und Dein Blut, für mich geflossen.


Autor: Christoph Blumhardt (* 01.06.1842; † 02.08.1919) deutscher evangelischer Theologe, Pfarrer und Kirchenlieddichter
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In dem Spruch ist Dreierlei gesagt oder angedeutet, erstlich, daß, wer zum Heiland komme, Ihm vom Vater gegeben sei, sodann daß der, den der Vater liebe, auch wirklich komme, und endlich, daß der Heiland keinen der Art hinausstoße.

Besehen wir das Erste, so kann also nicht Jedermann zum Heiland kommen, sondern nur, den der Vater giebt. (Joh. 6,44). Der Vater muß es sein, der dazu treibt. Der natürliche Mensch, der rein alles mit seinen natürlichen Sinnen und Seinem natürlichen Verstande begreifen will, bekommt keinen Geschmack, daß ich so sage, am Heiland. Darum bleiben in der Regel die Klugen uns Weisen weg, wie der Heiland selber sagt, weil die nur mit ihrer natürlichen Weisheit und Klngheit dran gehen, wenn sie aufmerksam werden, und dann den Kopf schütteln. Sind sie aber etwa schon innerhalb der Gemeine durch Geburt, wie bei uns, so können sie's nicht lassen, das alles wegzudisputiren, was ihre Vernunft nicht faßt, und dann der Welt begreiflich machen zu wollen, man müsse das Christentnm ganz anders auffassen, als es herkömmlich gewöhnlich sei. Diese Leute alle erscheinen vorerst nicht als vom Vater dem Sohne gegeben; es ist kein Zug Gottes in ihnen zum Sohne. Warum das ? können wir nicht weiter untersuchen. Sie mögen eben den Zug, den ihnen der Vater gehen wollte, nicht annehmen, weil sie in selbstischer Weise widerstehen. . So kommt der Zug gar nicht an sie; und die Folge davon ist, daß sie ferne vom Heiland bleiben.

Das Zweite, was unser Spruch sagt, ist, daß Alles was der Vater dem Sohne gebe, auch wirklich zu Diesem komme. Denn es heißt. „Alles, was Mir der Vater giebt, das kommt zu Mir.“ Das ist ein tröstliches Wort. Der Zug des Vaters, wenn auch längere Zeit verdeckt, ist zuletzt so stark, daß Keiner, der ihn hat, zurückbleibt. Wenn wir nun freilich auf unsere Zeit hinsehen, so könnten wir fast sagen, der Vater gebe doch nur wenige Seelen Seinem Sohne, weil so Wenige zu Ihm kommen. Wie das ist, können wir wiederum nicht recht sagen. Aber gewiß ist, daß doch unendlich mehr Leute müssen vom Vater dem Sohne gegeben sein, als man vor Augen steht. Es ist für so viele an unsern Zuständen etwas, was ihr wirkliches Kommen zum Heilande verhindert, auch wenn der Zug da ist. Letzterer kann auch möglicherweise vorerst nur in seinem Keime da sein, da man dann Geduld haben und warten muß. Bei vielen wirds noch auf dem Sterbebette offenbar. Jedenfalls haben wir im Wort des HErrn den Trost, daß einmal auch nicht Eine Seele im Reiche Gottes fehlen darf, die, obwohl sie den Verborgenen Zug hatte, nicht eingebracht wäre. Deswegen warten wir noch auf große Erweckungen und Bekehrungen durch eine neue Ausgießung des heiligen Geistes, damit das Gegebene noch komme. Darum verzieht auch scheinbar der HErr, damit ja kein Gegebenes verloren gehe, wenn Er zu schnell käme, wie uns Petrus belehrt (2Petr.3,9). Halten wir's als einen Trost fest, daß der Heiland kein Gegebenes, am Zug zum Sohne erkenntlich, zurücklasse. Denn bei Gott sind alle Dinge möglich, insbesondere auch das Seligmachen derer, bei welchen es vor Menschen Augen nicht möglich ist (Matth. Joh.6,27).

Endlich lesen wir die tröstlichen Worte, daß der Heiland Keinen, der zu Ihm komme, hinausstoße. Denken wir uns allerlei Menschen, die dem Hause Gottes zulaufen, darunter auch manche verkommene, häßliche, arge Leute. Sie kommen etwa bis vor die Türe. Der Hausherr aber erschrickt nicht, und sagt nicht: „Bleibet ihr weg! Jaget sie fort!“ schickt auch nicht, daß ich so sage, die Hunde nach ihnen, um sie fortzutreiben; sondern wer vor die Türe kommt, wie er auch aussehen und wer er auch sein mag, zu dem sagt Er: „Komm nur herein!“ - wenn Er ihn auch einstweilen, daß ich so sage, in ein Nebenstübchen tun muß, bis er gesäubert ist. Herein darf und muß, wer herein will; denn der Vater giebt ihn. Es wird Keinem im Geringsten durch einen Blick oder eine Miene zu erkennen gegeben, daß er fortbleiben könne. So steht's da. „Wer zu Mir kommt,“ sagt der HErr, „den werde Ich nicht hinausstoßen.“ Darum wenn du dich scheust und denkst: „Wie kann ich kommen, der ich bin, wie ich bin?“ - sorge nicht; für das, daß es recht wird, wird der Heiland schon sorgen. Er weiß dich unter die Erlösten und Auserwählten zu bringen. Darum zage Keines, und komme nur, wenn auch mit Scham, doch mit kindlichem Vertrauen. Wage zu hoffen und zu glauben, daß der, welcher der Heiland der Sünder geworden ist, auch dich nicht verschmäht, wenn du nur kommst.

M e l. Meinen JEsum laß ich nicht. O wie tröstlich ist mir doch. Diese Stimme, die ich kenne! Sie versichert mich, daß noch JEsu Herz vor Liebe brenne, Daß Er unaufhörlich treu, Und der Sünder Heiland sei.


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.

Es gibt ein doppeltes Geben des Vaters an den Sohn. Der Herr Jesus sagt ausdrücklich: alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater, Matth. 11,27; mir ist gegeben alle Gewalt, im Himmel und auf Erden, Matth. 28,18. Der Herr herrscht also über alles als König, so dass auch die Gottlosen unter seiner Macht stehen. Dann gibt es aber ein Geben des Vaters an den Sohn als Heiland und Hohenpriester zur Rettung und Erneuerung der Seelen, und das ist in unserm Text gemeint. An der Rettung jeder Seele arbeitet der dreieinige Gott; der Vater zieht zum Sohne durch den heiligen Geist. Dem Heiland erscheinen die Seelen, die zu ihm kommen, als Gabe des Vaters, die er dem Sohne für die Ewigkeit anvertraut, dass er sein Werk an ihnen vollende. Es ist für den Glauben eine große Sache, in das Geheimnis der Liebe Gottes hinein zu schauen. Jede Seele, die in Wahrheit bei Jesu ist, soll wissen: ich bin eine Gabe des Vaters an meinen Heiland. Dieser Blick hebt uns heraus aus kleinlichen Gedanken; wir schauen nicht nur auf unsere schwachen Füße, auf denen wir stehen, sondern auf die treue, allmächtige Vaterhand Gottes und die hohepriesterliche Hand Jesu. Bei diesem Übergeben des Vaters an den Sohn walten keine Zufälligkeiten, sondern ewige Gnadengedanken Gottes, nach denen a l l e s zum Sohne kommt, was der Vater ihm gibt, keine Seele bleibt zurück und keine Seele wird vom Sohne zurückgestoßen und verschmäht. Es gibt Worte des Heilandes, die wir Rettungsengel in besonderem Sinn nennen können. Ein solcher Rettungsengel ist das köstliche Wort: wer zu mir kommt, den will ich nicht hinausstoßen. Wie viele tausend zitternde Menschenherzen haben es durch dieses Wort schon gewagt, ihre Hand in Jesu durchgrabene Hand zu legen und er hat sie gefasst und in seine Pflege genommen und sie seine überschwängliche Liebe und Gnade erfahren lassen und ewig selig gemacht. Ihm sei ewig Lob und Dank, dass er niemand zurückweist, her als armer Sünder zu ihm kommt.

Vater! Dir sei Dank und Anbetung, dass Du in Jesu Gnadengedanken über uns hast. Deine Vaterhand will ich küssen, die mich dem Sohne übergeben hat. Dich meinen Heiland will ich ewiglich loben, dass Du auch mich angenommen hast. Amen