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Predigten zu Klagelieder 3,27

"Es ist dem Manne gut, dass er das Joch in seiner Jugend trage."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Es ist einem Manne gut, in seiner Jugend das Joch zu tragen."

Wenn es mir möglich wäre, es jedem jungen Christen leicht zu machen, dem Herrn zu dienen, so würde ich es doch nicht tun. Wenn es möglich wäre, das Predigen unter freiem Himmel zu einer sehr leichten Angelegenheit zu machen, so würde ich es nicht tun. Es ist für euch gut, dass ihr das Joch tragt. Es ist gut, dass euer Dienst Selbstverleugnung erfordert und eure Geduld prüft. Es ist gut für euch, dass eure Kinder in der Sonntagschule nicht sehr aufmerksam sind, wenn sie in eure Klasse kommen. Es ist gut für euch, dass die Menschen nicht stillstehen und sehr bescheiden zuhören, sondern dass euch Ungläubige hässliche Fragen vorlegen, wenn ihr auf der Straße predigt. Es ist ein gutes Ding für einen rechten Arbeiter, wenn der Teufel strebt, ihn niederzuwerfen; denn wenn Gott ihn hingestellt hat, so kann er nicht niedergeworfen werden. Aber der Versuch, ihn niederzuwerfen, wird ihm guttun, seine geistlichen Muskeln entwickeln und die Kräfte seiner Seele in Tätigkeit setzen. Ein sehr leichter Weg würde uns schädlich sein.

Betrachtet David, nachdem Samuel das Öl auf sein Haupt gegossen und ihn zum König über Juda gesalbt hat. Es wäre schlecht für ihn gewesen, wenn er die Zeit bis zu seiner offiziellen Anerkennung als König mit Schlafen ausgefüllt hätte. Aber bringt ihn an den Hof Sauls und lasst Saul den Wurfspiess nach ihm werfen; lasst ihn mit Goliath kämpfen; verbannt ihn anschließend und zwingt ihn, in Höhlen und Schlupfwinkeln zu leben und um sein Leben zu kämpfen, denn durch dieses Verfahren werdet ihr einen Helden erziehen, der imstande ist, Israel zu regieren. Er kommt auf den Thron und ist nicht mehr ein Jüngling, sondern ein Kriegsmann von Jugend an und bereit, die Philister zu schlagen. Es ist also gut, wenn man im Dienst für den Herrn Jesus durch Schwierigkeiten geübt wird.


Autor: Dora Rappard (* 01.09.1842; † 10.10.1923) Schweizer Missionarin und evangelische Kirchenlieddichterin

"Es ist ein köstliches Ding einem Manne, dass er das Joch in seiner Jugend trage."

Manche köstliche Dinge haben wir schon aufgezählt. Hier ist noch eines. Aber dieses Juwel hat einen gar eigentümlichen Schimmer. Ein Joch tragen. Und noch dazu in der Jugend! Ist denn das köstlich? Jawohl! Gottes Wort sagt es, und Gottes Wort trügt nie. Wer übrigens mit Verständnis hineinschaut in die Wege des Herrn mit seinen Menschenkindern, bekommt einen tiefen Eindruck von der Wahrheit unseres Wortes. Fast alle die Heldengestalten, die uns aus der Welt und der Kirchengeschichte teuer sind, tragen den Stempel früher Entbehrung und Not.

Auch im täglichen Umgang merkt man es den Leuten an, ob sie tragen und ertragen gelernt haben. Man sieht es an dem milderen Blick, man hört es an dem Klang der Stimme, man spürt es an dem demütigeren Wesen. Ja, wohin kämen wir hochmütigen Menschen ohne diese ernste väterliche Zucht? O du gutes, heilsames Joch, gesegnet seist du mir!

Liebes Gotteskind, hast du etwa auch ein Joch zu tragen in deiner Jugend: Kränklichkeit, oder strengen Dienst, oder unfreundliche Behandlung, oder getäuschte Hoffnung? Ach, das alles tut weh. Doch nenne es nicht "schrecklich", wie man's so leicht tut, sondern sprich im Glauben: Es soll mir "köstlich" sein.

Herr, ich danke Dir für alle Deine Führungen mit mir; denn ich weiss, dass sie zu meinem Heile dienen. Hilf mir, mein starker Heiland!


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Es ist ein köstlich Ding einem Manne, dass er das Joch in seiner Jugend trage.

Wem ist ein Joch köstlich? Nicht einmal dem Ochsen; viel weniger der Jugend. Die Jugend entwickelt sich gerne frei, ungebunden, schrankenlos. Man sieht aber täglich, was herauskommt bei der Ungebundenheit. Wie selbstherrlich, frech und genusssüchtig ist die heutige Jugend vielfach! Zuchtlosigkeit in der Jugend ist der Weg, für sich und andere eine Rute zu werden. Ist man selber älter geworden, so unterschreibt man obiges Wort von ganzem Herzen und dankt für das Joch, das man in seiner Jugend getragen hat. Zu diesem Joch gehört vor allem Ge h o r s am. Wäre der Gehorsam eine selbstverständliche Pflanze des natürlichen Herzens, so könnte man mit Befremden fragen: ist denn Gehorsam ein Joch? Wer aus der Kinderstube heraus redet, der weiß wohl, wie schwer oft der Gehorsam der Jugend wird; aber sie muss gehorchen lernen, bis der Gehorsam nicht mehr drückend ist. Wer den Erziehern nicht gehorchen lernt, wird auch dem lieben Gott viel Not machen,und es schwer büßen müssen. Wer nie gehorchen lernt, lernt nie befehlen, und es wird aus ihm für Zeit und Ewigkeit nichts. – Weiter gehört zu dem Joch, das man in der Jugend tragen lernen soll, der Fleiß . Es ist ein Unterschied zwischen Kindern; manche sind von sich aus fleißig, andere nicht. Letzteren ist es überaus süß, ihre Aufgaben nicht zu machen, und ihren jugendlichen Gelüsten nachgehen zu können. Wehe den Kindern, die nicht arbeiten und die Zeit nicht schätzen lernen! Ihr Leben wird ein verfehltes werden. Das Joch der Arbeit als Segen tragen lernen ist sehr nötig für die Jugend; es ihr nicht auflegen ist die größte Unbarmherzigkeit. Auch Selbstverleugnung gehört zum Joch der Jugend. Selbstsucht im Nehmen, das größte und beste Stück haben wollen, ist der Jugend eigen. Durch Selbstverleugnung muss sie geben, dienen und lieben lernen. Wer sich nicht selbst verleugnen lernt in der Jugend, bekommt es schwer durch das ganze Leben und wird sich und andern zur Last. Einfachheit und Genügsamkeit gehören zum Joch der Jugend. Eitelkeit und Genusssucht stecken tief im Herzen. Wer diese zwei Feinde nicht fliehen lernt, ist sein eigener Feind. Ordnung gehört zum Joch der Jugend; wer sie nicht lernt, hat es sein Leben lang zu büßen. Binde dieses Joch der Jugend fest auf; aber unterlege es mit Liebe, damit der Nacken nicht wund wird.

Herr! wie ungeschickt sind wir in der Kindererziehung! hilf Du uns. Amen