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Predigten zu Kolosser 1,18

"Und er ist das Haupt des Leibes, der Versammlung, welcher der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, auf dass er in allem den Vorrang habe;"

Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Der Herr Jesus und Seine Leute, die „er sich mit Blut erkauft", die gehören zusammen. Nicht nur so, wie der Freund zum Freunde gehört. Auch nicht nur so, wie Mann und Weib zusammengehören in einer rechten Ehe. Sondern so, wie unser Kopf und unser Körper zusammengehören.

Das sieht jeder ein: Kopf und Körper gehören zusammen. Der Mensch kann weiterleben, wenn man ihm Arme und Beine abnimmt. Aber wenn man ihm den Kopf abschneidet, dann ist es aus. Die Glieder sind tot ohne das Haupt. So steht es zwischen Jesus und Seiner Gemeinde. Die Gemeinde kann nicht ohne ihren Herrn sein. Zu Seinen Jüngern sagt der Herr Jesus: „Ohne mich könnt ihr nichts tun." So ist es! Und der Apostel Paulus nennt den Herrn Jesus Christus unser „Leben". „Euer Leben ist verborgen mit Christo in Gott“ (Kolosser 3, 3).

Es ist klar: Die Glieder können nicht ohne das Haupt sein, die Gemeinde Jesu nicht ohne ihren Herrn. Aber wunderbar ist, dass Jesus sich so an Seine Gemeinde gebunden hat, dass das Haupt nicht mehr ohne Seine Glieder sein kann und sein will. Er bindet sich geradezu an die Seinen. Und darum hat Er ihnen versprochen und sich dafür verbürgt: „ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." Amen.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Was bedeutet das? Das Haupt denkt für die Glieder. Nicht unsere Hand oder unsere Füße denken, was wir tun sollen. Das Haupt ist der Sitz des Gehirns. Das Haupt denkt. So ist es auch in der Gemeinde Jesu. Das Haupt denkt; sorgt und plant, was die Glieder tun sollen und was mit ihnen geschehen soll.

Es war wohl je und dann so, dass die Glieder der Kirche Jesu in Unglauben fielen und meinten: „Nun müssen wir planen und führen und sorgen." So war es, als Petrus meinte, er müsse den Herrn Jesus warnen vor dem Kreuzesweg: „Herr, das widerfahre dir ja nicht!"

So war es, als Petrus im Garten Gethsemane sein Schwert zog. Da meinte er, jetzt müsse er einmal „Haupt" spielen und die Sache in die Hand nehmen. So war es, als die Gemeinde in Jerusalem mit Petrus zankte", weil er den heidnischen Hauptmann Cornelius im Auftrag des Hauptes Jesus besucht und getauft hatte. Auch da wollten die Glieder klüger sein als das Haupt. So war es noch oft in der Christenheit. Und so war es auch oft in unserem Leben. Warum sind wir so töricht? Wir wollen doch ganz kindlich abhängig werden von dem Haupte Jesu. „Er wird's wohlwachen!“ Amen.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Stellen wir uns einmal vor, unsere Glieder fingen eines Tages an zu streiken. Sie beschlössen, sie wollten sich der Befehlsgewalt und Herrschaft des Gehirns entziehen und selbständig werden.

Du liebe Zeit! Das gäbe ein Gehampel und Gestrampel; das gäbe ein Durcheinander und Elend. Ganz gewiss würden wir ein Gelächter und Gespött für die ganze Welt! Nun, so lächerlich diese Vorstellung ist – sie hat eine ernste Seite. „Jesus ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde!" Das bedeutet: Wenn die Gemeinde Jesu nicht vor Menschen und Engeln mit Recht zum Gespött werden soll, dann muss das Haupt die ganze und volle Befehlsgewalt haben. Dann muss auch das kleinste Glied der Gemeinde Jesu ganz gehorsam sein.

Sind wir Glieder am Leibe Jesu? Das ist die erste und entscheidende Frage! Sind wir Glieder am Leibe Jesu? Dann geht es nicht an, dass wir irgendein Gebiet unseres Lebens dem Gehorsam unter Jesus entziehen – etwa unsere Ehe, oder unser Berufsleben, oder unsere Geldverhältnisse, oder unsere freie Zeit. Sonst werden wir kranke, ja sterbende Glieder am Leibe Christi. Dieser Gehorsam in großen und alltäglichen Dingen ist schwer. Unser natürliches Wesen will sich immer regen und selbständig sein. Es will Rebellionen machen gegen das Haupt. Wie gut, dass der Herr uns Seinen guten Heiligen Geist gegeben hat. Möchte Er durch den Heiligen Geist Recht Sieg haben in unserem Leben, dass wir willig Ihm, dem Haupt, dienen! Amen.


Autor: Wilhelm Busch (* 27.03.1897; † 20.06.1966) deutscher evangelischer Pfarrer, Prediger und Schriftsteller
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Wundersam ist die Verbindung in unserem Leib zwischen Gliedern und Haupt! Wenn dem kleinen Finger nur der kleinste Schmerz zugefügt wird, dann wird das sofort durch die Nerven dem Gehirn mitgeteilt. Es gibt keinen Schmerz, keine Wunde, an der das Haupt nicht teilhätte.

Das gilt auch für die Gemeinde Jesu, die des Herrn Leib ist. Er, Jesus, ist das Haupt. Er thront nicht in den Wolken, unberührt und unbekümmert um die Nöte und Kämpfe der Seinigen, „in olympischer Ruhe". O nein! Er ist in engster und nahester Verbindung mit einem jeden Glied Seiner Gemeinde. Trifft irgendein Glied eine Not, ein Leid, ein Schmerz: Jesus nimmt daran teil. Unser Leid ist Sein Leid, unser Schmerz ist Sein Schmerz, unsere Not ist Seine Not.

„Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen." Dies Wort vom Leiden Jesu dürfen wir auch in diesem Sinne verstehen. Das ganze Neue Testament zeugt davon. Jesus hörte das Rufen der bedrängten Gemeinde. Und als sie betete, bewegte sich die Stätte. Jesus tröstete den sterbenden Stephanus überschwänglich und ließ den Petrus aus des Todes Rachen befreien.

Jedes Glied des Leibes Christi ist dem Haupt gleich nahe. Und sei es das Kleinste und Geringste – es ist nie allein mit irgendeinem Schmerz. Jesus, das Haupt, weiß darum. Welch reicher Trost! Amen.