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Predigten zu Kolosser 3,18

"Ihr Weiber, seid euren Männern unterwürfig, wie es sich geziemt in dem Herrn."

Autor: Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung

"Ihr Frauen, seid untertan euren Männern in dem Herrn, wie sich's gebührt."

Der Grund zu allen Pflichten der Frau ihrem Manne gegenüber besteht in der Untertänigkeit. Der Apostel hätte mehrere Pflichten nennen können, wie z.B. Freundlichkeit, Treue, Häuslichkeit usw.; aber er nennt nur diejenige, die ihre besondere Pflicht ist - untertan zu sein. Dies war auch das einzige Gebot, das Gott ihr am Anfang gab: "Dein Wille soll deinem Manne unterworfen sein, und er soll dein Herr sein." (1. Mose 3, 16.) Sodann kann der Mann immer daran erinnern, was er weiter fordert; darum konnte der Apostel die Pflichten der Frau so kurz bezeichnen. Hier hören wir aber sogleich manche fragen: "Soll denn der Mann regieren, wie er will?" Antwort: Nein! Auch er erhält seine Regeln, nach denen er sich richten soll. Sollte er sich aber nicht nach denselben richten, so macht der Apostel hier den Zusatz "wie sich's gebührt in dem Herrn." Nicht um des Mannes willen oder wegen dessen Vollkommenheit soll die Frau ihm untertan sein, sondern "in dem Herrn, wie sich's gebührt", also um des Herrn willen, mag der Mann seine Pflichten erfüllen oder nicht. Der Apostel Petrus sagt schon von nur menschlicher Ordnung, dass man ihr untertan sein soll um des Herrn willen, wieviel mehr einer rein göttlichen Ordnung, wie diese es ist.

Die Worte "in dem Herrn, wie sich's gebührt" enthalten zwei Dinge: Die Frau soll ihrem Mann untertan sein um des Herrn willen, aus christlichem Beweggrunde, wie schon gesagt ist. Dies soll in einer christlichen, mit den Worten des Herrn übereinstimmenden Weise geschehen, dass sie also den Mann ihren Herrn sein lässt, und dass ihre Worte und Werke und auch ihr Wille ihm ergeben sind, dass sie also mit ihres Herzens Lust "um des Herrn willen" den Willen ihres Mannes zu ihrem Willen macht.

Hierhin gehört aber auch, dass du, der du alles um des Herrn willen tust, dich nie dazu bringen lässt, deinem Manne so gehorsam zu sein, dass du deinem Gott ungehorsam wirst. Sollte der Mann etwas gegen das Gebot Gottes fordern, dann gilt die allgemeine Regel: "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen." Der Kirchenlehrer Gregorius sagt hierzu: "Die Frau soll ihrem Mann so zu Gefallen sein, dass sie ihrem Schöpfer nicht zum Missfallen wird." Aber in allem übrigen lehrt die Schrift ausdrücklich, dass sie ihm in allen Dingen untertan sein soll. Der Apostel sagt: "Die Frauen seien untertan ihren Männern als dem Herrn; denn der Mann ist ihr Haupt, gleichwie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist. Wie nun die Gemeinde Christus untertan ist, also sollen auch die Frauen ihren Männern in allen Dingen untertan sein."

Dies sind ja hohe und herrliche Beweggründe! Gleichwie Christus das Haupt der Gemeinde ist, die Gemeinde aber, Seine Braut, "die Braut des Lammes", Ihm untertan ist, so ist der Mann das Haupt der Frau, von Gott dazu verordnet, und so soll die Frau dem Mann untertan sein. So sagt auch Petrus: "Die Frauen sollen ihren Männern untertan sein, auf dass auch die, die nicht an das Wort glauben, durch der Frauen Wandel ohne Wort gewonnen werden, wenn sie ansehen euren keuschen Wandel in der Furcht." Hier redet der Apostel von Frauen, die Heiden zu Männern hatten, was zu jener Zeit, als das Evangelium zum ersten Male gepredigt wurde, oft der Fall war, wo der eine der beiden heidnischen Gatten bekehrt wurde. Obwohl die christliche und erleuchtete Frau nun einen Heiden zum Mann hatte, befiehlt der Apostel doch, dass sie ihm untertan sein sollte. O, dass jede christliche Gattin dies beachten möge! Bist du bekehrt, dein Mann aber ist es nicht, und bist du auch verständiger und tüchtiger als dein Mann, deine Pflicht bleibt doch dieselbe, ihm untertan zu sein, solange er keine bestimmte Sünde von dir fordert. Bedenke einmal, welch ein grobes und gottloses Wesen bei einem Heiden herrschen muss! Und doch befiehlt der Apostel, dass eine christliche Frau ihm untertan sein soll; der Apostel will, dass sie, wenn sie ihrem Mann auch nicht mit Worten predigen darf, es doch mit ihrer christlichen Ergebenheit, Milde, Freundlichkeit und Treue tun soll, damit er möglicherweise, bewogen von der zerschmelzenden Kraft der Demut und der Liebe, dem Worte Gottes stillhält, sich bedenkt und sagt: "Ich sehe an meiner Frau, dass die Christen gute Menschen sind; Gott helfe auch mir, ein Christ zu werden!"

Gott gebe, dass jede christliche Gattin dies und alles, was wir von ihren Pflichten gesehen haben, bedächte! Es ist gewiss dem Fleisch und Blut bitter, das sich gern der Ordnung Gottes widersetzen und sprechen will: "Soll ich immer untertan sein?" Aber wo der Geist Jesu wohnt, da muss das Fleisch gekreuzigt werden, und da muss es dem Geist überaus lieblich sein zu erfahren, welche Werke Gott von uns haben will, lieblich sein, das tun zu können, wovon man gewiss weiss, dass es auch ihm gefällt. Luther sagt gerade hiervon: "Das ist ein hoher, edler Schatz, den eine Frau haben kann, wenn sie sich also hält, dass sie dem Manne untertan sei, dass sie sicher ist, dass ihr Werk Gott gefällt. Was kann ihr Fröhlicheres widerfahren? Darum, welche eine christliche Frau sein will, die soll also bedenken: Ich will nicht ansehen, was ich für einen Mann hab, ob er ein Heide oder Jude, fromm oder böse sei, sondern das will ich ansehen, dass mich Gott in den ehelichen Stand gesetzt hat, und deshalb will ich meinem Mann untertan und gehorsam sein."

Sei guten Muts, wir sind es nicht, Die diesen Orden aufgericht't Es ist ein höh'rer Vater, Der uns hat je und je geliebt, Und bleibt, wenn uns're Sorg' uns trübt, Der beste Freund und Rater Anfang, Ausgang aller Sachen Die zu machen wir gedenken, wird Er wohl und weislich lenken.