10.800 biblische Andachten und Predigten von Spurgeon, MacArthur, MacDonald, Christlieb, Eichhorn, Hofacker, Zinzendorf, Luther uvm.

Predigten zu Kolosser 4,2

"Beharret im Gebet und wachet in demselben mit Danksagung;"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Haltet an am Gebet."

Es ist merkwürdig, dass in der Heiligen Schrift soviel vom Gebet die Rede ist, wobei Sie uns entweder Beispiele vorhält oder zum Beten aufmuntert oder köstliche Verheißungen gibt. Kaum wenden wir das erste Blatt der Bibel um, so lesen wir schon: "Zu derselbigen Zeit fing man an zu predigen von des Herrn Namen"; und wenn wir ans Ende des Buches gelangen, trifft das "Amen" einer inbrünstigen Bitte unser Ohr. Dazwischen begegnen wir einer Fülle von Beispielen. Hier ringt Jakob mit Gott bis zum Anbruch der Morgenröte; dort fällt Daniel des Tages dreimal auf seine Kniee, betet, lobt und dankt; und ein David schreiet aus der Tiefe seines Herzens zu Gott. Auf dem Berge sehen wir Elias, im Kerker Paulus und Silas. Ermahnungen und Aufforderungen sind in Menge vorhanden, und der Verheißungen sind unzählige. Was zeigt uns das anders, als wie ganz besonders wichtig und notwendig das Gebet sei! Wir dürfen uns sicher darauf verlassen, dass alles, was Gott in seinem heiligen Wort so besonders betont, nach seiner Gnadenabsicht in unserm Leben eine vorzügliche Stelle einnehmen soll. Hat Er viel vom Gebet gesprochen, so ist's darum geschehen, weil wir dasselbe ganz besonders nötig haben. So tief gehen unsre Bedürfnisse, dass wir nicht aufhören dürfen mit Bitten und Flehen, bis wir zum Himmel eingehen. Fehlt dir gar nichts, dann, fürcht ich, kennst du deine Armut nicht. Weißt du keine Gnade, die du dir gern von Gott erbitten möchtest? Dann wolle doch des Herrn Gnade dir dein Elend offenbar machen! Eine Seele ohne Gebet ist eine Seele ohne Heiland. Das Gebet ist das Lallen des gläubigen Kindes, der Siegesruf des ringenden Glaubens, der Schwanengesang des sterbenden Heiligen, der in seinem Jesu entschläft. Das Gebet ist Odem, Losungswort, Trost, Kraft, Ehre des Christen. Wenn du ein Kind Gottes bist, so treibt's dich, deines Vaters Antlitz zu suchen, treibt's dich in deines Vaters Liebesarme. O bitte doch, dass du möchtest dies Jahr heilig, demütig brünstig, geduldig sein; schließe dich in herzinnigstem Umgang noch enger an deinen Herrn und Heiland an und lass die Liebe sein Panier über dir sein. Bitte, dass du andern zum Vorbild und zum Segen werden und mehr und mehr nur der Verherrlichung deines Heilandes leben mögest. Die Losung dieses Jahres sei für dich: "Haltet an am Gebet."


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Haltet an am Gebet!

Aus einem Buch wirst du niemals ein gutes Gebet sprechen! Du magst wohl darin lesen und dich unterweisen lassen, wie und was du bitten sollst. Und oft wirst du dadurch berührt und erwärmt, aber das echte Gebet kommt aus dem Herzen, ohne vorgeschriebene Worte zu gebrauchen. Du selbst musst die Worte machen, wie sie gerade in deinem Herzen brennen. Paulus sagt nachdrücklich, wir sollten anhalten am Gebet und nicht ablassen und faul werden, auch wenn unsere Bitten nicht gleich erhört werden. Denn das Allerbeste am Gebet ist der Glaube, der sich auf die Verheißung der Erhörung verlässt, die Gott gegeben hat. Die Erfahrung aber lehrt uns, dass der Glaube nicht sogleich erhält, was er glaubt, denn Gott lässt auf sich warten und stellt sich gar, als hätte er sich von uns abgewendet. Aber schließlich kommt er doch. Vom anhaltenden Gebet reden Christi Gleichnisse vom ungerechten Richter in Lukas 18 und vom inständigen Bitten des Freundes in Lukas 11. So lehrt er uns, allenthalben vertrauensvoll zu beten. Und in Matthäus 21,22 sagt er: »Alles, was ihr bittet im Gebet, so ihr glaubet, werdet ihr’s empfangen.«


Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Ermahnung zum Gebet

Dies Wort sei uns gesagt, damit wir uns daran gewöhnen, mit ganzem Fleiß und Ernst zu beten. Denn das ist nach der Predigt des Evangeliums (wodurch Gott mit uns redet und uns all seine Gnade und Güter in ihrer ganzen Fülle anbietet) das höchste und vornehmste Werk. Durch das Gebet können wir mit Gott reden und auch wieder etwas von ihm empfangen. Darum ist es für uns auch wahrlich hoch vonnöten, denn wir müssen doch alles durchs Gebet tun, damit uns erhalten bleibt, was wir besitzen, und wir uns gegen unsere Feinde, gegen Teufel und Welt verteidigen können. Und was wir erlangen sollen, müssen wir im Gebet suchen und finden. Denn es ist für uns beides: Trost, Kraft und Heil für uns selbst und unsere Waffe und unser Sieg gegen alle Feinde. Du darfst auch nicht denken, es sei in dein Belieben gestellt, ob du betest oder nicht, als sei das Nichtbeten keine Sünde, und es sei genug, wenn andere es für dich tun. Wisse vielmehr, dass es dir bei der höchsten Ungnade und Strafe ernstlich geboten ist. Dir ist ja genauso geboten worden, keine anderen Götter zu haben und Gottes Namen nicht zu missbrauchen. Warum fürchtest du dich dann nicht vor Gottes Zorn, wenn du das Gebot nicht achtest und sicher dahingehst, als seiest du nicht schuldig zu beten?


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Geistlicher Stolz: Gott einmal zu bitten, muss genug sein

Ich habe Christen getroffen, die darauf bestanden, es sei falsch, zweimal um dieselbe Sache zu bitten – weil sie meinten, wenn man beim Beten wirklich glaube, bekommt man die Antwort beim ersten Mal. Ein zweites Gebet verrate den Unglauben beim ersten Bitten! Drei Dinge sind an dieser Lehre falsch. Erstens wird damit ein großer Teil der Bibel beiseitegeschoben. Zweitens funktioniert sie in der Praxis äußerst selten, selbst bei den geheiligtsten Seelen. Und drittens – wenn man es durchhält – beraubt sich der Beter zweier seiner mächtigsten Waffen in seinem Kampf gegen Fleisch und Blut und den Teufel – Fürbitte und Bitte. Ich will es gar nicht im Einzelnen bewerten – aber der brauchbare Fürbitter ist niemals ein Mann, der nur einmal betet, genauso wenig öffnen sich einem erfolgreichen Beter die reichen Quellen gleich beim ersten Versuch! Anzumerken ist, dass solche Lehren oftmals zu unbewusstem geistlichem Hochmut führen. Man braucht nur das zufriedene Lächeln des Besserwissens im Gesicht eines Einmal-Beter-Christen zu sehen, um zu verstehen, dass ein Haufen Stolz hinter dem Lächeln steckt. Während andere Christen mit Gott ringen und in der Fürbitte kämpfen, lehnen sie sich in demütigem Stolz zurück und warten ab. Sie beten nicht, weil sie schon gebetet haben. Der Teufel fürchtet solche Christen nicht. Er hat sie schon besiegt, und seine Technik war in diesem Fall eine falsche Logik.