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Predigten zu Markus 14,3

"Und als er in Bethanien war, in dem Hause Simons, des Aussätzigen, kam, während er zu Tische lag, ein Weib, die ein Alabasterfläschchen mit Salbe von echter, kostbarer Narde hatte; und sie zerbrach das Fläschchen und goß es auf sein Haupt."

Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Und Maria zerbrach das Glas und goss es auf sein Haupt.

Eine der letzten Stationen vor dem Leiden des Heilandes war das stille Bethanien, wo der Heiland gerne noch einmal weilte im Kreise seiner Lieben, um sie zu stärken und sich bei ihnen zu erquicken. Tausende hatten den Herrn gehört im Lande umher, und vielen war er zum Segen geworden; aber wenige hatten so viel erfahren im Umgang mit ihm, wie jene drei Geschwister in Bethanien. Sie hatten nicht nur seine Worte gehört, wie viele andere, sondern auch das größte Wunder erfahren, das der Herr getan: die Auferweckung des Lazarus. Deshalb ging auch ihre Liebe und Dankbarkeit gegen den Herrn tief. Besonders die stille, für den Herrn so empfängliche Maria lässt ihn ihre Liebe dies Mal besonders fühlen durch die Salbung mit köstlicher Narde. Wir wissen nicht, was der Heiland in jenem stillen Kreise bei seinem letzten Besuch redete. Es lässt sich aber fast erwarten, dass er merken ließ, es sei sein Abschiedsbesuch und Maria, die die Mordgedanken der Hohenpriester und Pharisäer, die durch die Auferweckung ihres Bruders auf's Höchste stiegen, kennen mochte, ahnte vielleicht mehr als andere, was in den nächsten Tagen wartete auf den Herrn. Jedenfalls spricht der Herr nach der Salbung aus, sie habe ihn zu seinem Begräbnis gesalbt und nennt ihre Tat ein gutes Werk. Es war ein gutes Werk, weil es ein Werk inniger, herzlicher Liebe und Dankbarkeit zum Herrn war. Wir in unsern Tagen erinnern uns an Jesu Worte: was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan, Matth. 25,40. Wir können und sollen ihn salben in den Hungrigen und Durstigen, in den Armen, Nackten und Kranken und wenn es im Sinne der Maria geschieht, in herzlicher Liebe und Dankbarkeit für empfangenen Segen durch Jesu Worte, für Erfahrung seiner Auferstehungskraft, als wir tot waren in Übertretungen und Sünden, so sind wir Brüder und Schwestern der Maria, deren Werke offenbar werden, wenn er vergelten wird einem jeglichen nach seinen Werken. O, gebe der Herr uns viele Bethanien, wo Marienseelen geboren werden!

Treuer Heiland! Kehre auch bei mir ein. Fülle mein Herz mit Deiner göttlichen Liebe, damit ich Dich wieder lieben möge in Deinen geringsten Brüdern,und so Dein rechter Jünger werde in Liebe und Barmherzigkeit. Amen