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Predigten zu Markus 6,2

"Und als es Sabbath geworden war, fing er an, in der Synagoge zu lehren; und viele, die zuhörten, erstaunten und sprachen: Woher diesem solches? und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist, und solche Wunderwerke geschehen durch seine Hände?"

Autor: Ludwig Hofacker (* 15.04.1798; † 18.11.1828) deutscher evangelischer Pfarrer
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Herz! Staune, bete an, beuge dich zu den Füßen des Demütigsten unter allen Menschenkindern. O was sieht aus diesem Betragen des Heilandes heraus! Welch ein Gehorsam gegen seinen Vater im Himmel, welch eine Demut, welch eine Liebe zu den Menschen! Er wußte schon in seinem zwölften Jahre, woher er kam und wer er war; er sah achtzehn Jahre lang das Elend seines Volks; er mußte Gotteskräfte in sich fühlen, und doch schweigt er; doch verhält er sich still und ruhig und arbeitet auf seinem Handwerke, wie wenn er nur dazu geboren wäre, und ist seinen Eltern gehorsam, ob er sie gleich unendlich weit übersieht. Es ist erstaunlich. Dieser Gehorsam, diese Demut geht über alles menschliche Denken weit, weit hinaus. Was sind wir dagegen? Wie müssen wir uns schämen vor ihm! Kaum glauben wir etwas besser zu wissen als unsere Umgebungen oder Mitmenschen, so können wir unsere Weisheit schon nicht mehr zurückhalten; sie muß heraus; sie muß der Welt vor Augen gelegt sein; das Herz oder der Kopf will uns zerspringen, bis unsere Weisheit ausposaunt ist. Er aber, der Weiseste unter allen, schweigt achtzehn Jahre, wie wenn er nichts wüßte, weil der Wille des Vaters so ist. Da sieht man, daß er nicht seine Ehre gesucht hat, sondern die Ehre des Vaters, der ihn gesandt hatte. Denn hätte er das getan, so hätte er wohl anders gehandelt. O wie hat er dadurch unsern Hochmut gebüßt! Welch Beispiel der reinsten Demut hat er uns gegeben! Wie hat er uns zur Treue im Kleinen angewiesen! Welche wahre, unschwärmerische Liebe zu den Seelen der Menschen hat er hier an den Tag gelegt, indem er eben auf dem ihm vom Vater vorgeschriebenen Wege das Werk der Erlösung seiner gefallenen Brüder vollenden wollte!

Nun, wer du auch auf Erden bist: Begehrest du zu sein ein Christ, so folge Christi Weise, daß er, der dir ein Vorbild ist, an dir auch Demut preise.

Dann wird des Höchsten treue Hand dich schon dereinst aus niedrem Stand zur Herrlichkeit erhöhn, dann darfst du, frei von Lügentand, zu seiner Rechten stehn. O Jesu! Gib mir Licht und Gnad, auf daß auch ich der Demut Pfad mit stillem Herzen gehe, daß man einst deinen Liebesrat an mir vollendet sehe.