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Predigten zu Markus 6,47

"Und als es Abend geworden, war das Schiff mitten auf dem See, und er allein auf dem Lande."

Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Und am Abend war das Schiff mitten auf dem Meer und er auf dem Lande allein.

Der Heiland ist auf dem Berge mit seinem Vater allein. Nach vieler Arbeit stärkt er sich wieder für neues Tagewerk, und tritt betend ein für seine Jünger und sein Volk. Um ihn her ist alles still, auch in seinem Herzen ist es stille in seliger Gemeinschaft mit seinem Vater. Aber drunten auf dem See stürmt es; seine Jünger sind in Not und seufzen: ach, wenn nur der Meister da wäre! Er ist nicht ferne; sein Auge schaut ihre Not; wandelnd auf dem See naht er sich ihnen, um ihnen zu helfen und als er sein: ich bin es, fürchtet euch nicht, gerufen und in das Schifflein getreten war, da wurde es stille. Welch eine liebliche Botschaft für uns! Droben auf dem Berge Zion ist nun unser Herr und Hoherpriester; dort ist kein Sturm, alles ist still; nur das Hallelujah und Heilig, heilig, heilig erschallt dort, Seufzen und Angst gibt es dort oben nicht. Wir seine Jünger sind hier unten im Sturm; unser Schifflein ist oft von Wellen umtobt. Er schaut herab auf uns und ehe wir es uns versehen, naht er sich uns unsichtbar; vielleicht in einer Gestalt, die uns bange macht; aber er ist es dennoch als Helfer und spricht: fürchtet euch nicht! Ach, dass das arme Herz oft so lange bange sein kann im Blick auf die Wellen! Vergiss es nicht: wo der Herr seinen Fuß hinsetzt, da wird es stille. Wo wir stehen mögen, in irgend einer Gefahr, dürfen wir nur den „Fernsprecher“ gebrauchen: es ist das gläubige Gebet und wäre es nur ein Seufzer zu ihm empor gesandt und wir werden es erfahren, Er ist nicht ferne. Können wir genug danken und preisen, dass der Herr die Seinen auf dem Meere nicht allein lässt? Wie viele rudern allein und ihr Schifflein zerschellt, weil sie Jesum nicht kennen und nicht haben, und sie sinken trostlos. Ohne Jesum wollen wir nicht weiter gehen.

Ja, Herr! Wie oft hast Du mich mich angeblickt im Sturme und hast mein Herz stille gemacht. Ich danke Dir für alle Deine Treue, für alle Hilfe in der Not, für allen Trost und alle Stärkung in der Gefahr. Amen