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Predigten zu Markus 8,27

"Und Jesus ging hinaus und seine Jünger in die Dörfer von Cäsarea Philippi. Und auf dem Wege fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Wer sagen die Menschen, daß ich sei?"

Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Es wird Schweigen eingetreten sein zwischen dieser Frage des Herrn und der Antwort der Jünger: «Für Johannes den Täufer, und andere für Elia; andere aber für einen der Propheten...» – also für einen bloßen Menschen! Welche Enttäuschung, welcher Schmerz für den Herrn, der sich dem Volk mit so großer Barmherzigkeit gewidmet hatte! Wir sollten mit dem Herrn in die ganze Tiefe des Schmerzes hinabsteigen, den Er in diesem Augenblick empfunden haben muß, als die Antwort der Jünger einmal mehr erwies, daß Er von den Menschen als Messias und Gottes Sohn verworfen war. Er war der «Mann der Schmerzen»... Kennen wir diese Traurigkeit? Nicht darüber, daß wir selbst verworfen werden, sondern daß wir sehen müssen, wie unser Herr verworfen wird? «Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Du bist der Christus.» Als Jesus jedoch verkündete, daß der Sohn des Menschen viel leiden und verworfen, ja, getötet werden müsse, da fing Petrus an, Ihm zu wehren!

Woher kam diese Verständnislosigkeit dem Kreuz gegenüber? Jesus sagte zu Petrus: «Du denkst nicht göttlich, sondern menschlich.» Wenn der Mensch seine Meinung übers Kreuz vorbringt, gibt es Verständnislosigkeit und Verwirrung; denn hinter diesen menschlichen Gedanken steht der Satan und versucht, uns zu hindern, das Geheimnis des göttlichen Lebens zu erfassen: das Einsgemachtwerden mit Christus in Seinem Tod, um in einem neuen Leben zu wandeln (Römer 6,4-5). Der Herr sagt ganz klar: «Wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird es retten. Denn was wird es einem Menschen helfen, wenn er die ganze Welt gewinnt und sein Leben verliert?»

Petrus machte sich mit seinem ungekreuzigten Eigenleben große Illusionen über seinen Dienst als Jünger, und das wurde den anderen zum Fallstrick, zur Gefahr. Sein Eigenleben war die Triebkraft seiner ganzen Tätigkeit. Er folgte dem nach, der alles hingegeben hatte, aber selbst hatte er noch nicht alles hingegeben.

Der Hauptgrund unserer Schwierigkeiten ist, daß wir unser Eigenleben lieben. Dieser Isolator hindert den Heiligen Geist, so in uns zu wirken, daß wir die Menschenseelen erreichen können. Erst wenn wir uns ganz ausgeliefert haben, werden wir Seelen für Christus gewinnen.