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Predigten zu Markus 9,2

"Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und den Jakobus und Johannes mit und führt sie auf einen hohen Berg besonders allein. Und er wurde vor ihnen umgestaltet;"

Autor: Jakob Kroeker (* 1872; † 12.12.1948) wichtigster Vertreter des freikirchlichen russländischen Protestantismus
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Über unsere Erquickungen vom Herrn.

"Dort trat vor ihren Augen in seinem Äußeren eine Wandlung ein; auch seine Kleider wurden so glänzend und weiss, wie sie kein Bleicher auf Erden machen konnte."

Die Taborstunden ließen die Jünger tiefer denn je hineinschauen in die Herrlichkeit dessen, dem sie nachfolgten. Jesus ward vor ihnen verklärt. Das war der große Segen, den sie in diesem Alleinsein mit dem Meister auf hohem Berge fanden.

Zwar hatten sie schon manches an der Seite Jesu erlebt. Manche Herrlichkeiten waren ihnen durch sein Wirken enthüllt worden. Denn die innere Herrlichkeit einer Persönlichkeit wird sichtbar in deren Worten und in deren Handlungen. An diesen zeigt es sich, was eine Person an Licht und an Kraft in sich tragt. Wenn Johannes in seinen späteren Jahren den Gesamteindruck zusammenfasste, den er mit den anderen Jüngern von dem Wirken ihres Meisters erhalten hatte, so tat er das mit dem Zeugnis: "Das Wort ist Fleisch geworden und hat für eine Weile unter uns gewohnt. Wir haben seine Herrlichkeit gesehen, ja eine Herrlichkeit, wie sie ein einziger Sohn empfängt von seinem Vater: voller Gnade und Wahrheit." Der bisherige Umgang der Jünger mit Jesu hatte denselben daher so manche Gelegenheit gegeben, mit der vor der Welt verborgenen Herrlichkeit ihres Meisters vertraut zu werden. Wie tief hatten sie gelegentlich hineingeschaut in die Herrlichkeit seines Wesens, in die Kraft seiner Worte und in die Vollmacht seines segnenden Dienstes.

Wie viel Licht war ihnen von Fall zu Fall geworden durch sein Wort. Wenn er zum Volke redete, so lehrte Er nicht, sondern zeugte, so forderte Er nicht, sondern bot. Jesus trat in seiner Botschaft nicht als ein zweiter, verbesserter Mose auf. Auch war Er nicht der Größte unter den israelitischen Schriftgelehrten. Er war Prophet und mehr als das. Er war in seiner Person die verkörperte Botschaft Gottes an die Welt, das Evangelium des Vaters an seine verlorenen Söhne und Töchter auf Erden. Daher lag auch in seinen Worten solch eine unmittelbare Kraft. Aus ihnen sprach nicht eine fromme Theorie, sondern das persönliche Leben. Seine Zeugnisse waren nichts anderes als die reife Frucht seines vertrauten Umgangs mit Gott. Er schaute Ewiges, daher trug Er die Ewigkeit in die Vergänglichkeit. Er atmete die Lebenssphäre seines himmlischen Vaters, daher zeugte Er vor den verlorenen Söhnen von einem Vater in den Himmeln. Er war vertraut mit der ganzen Fülle einer vergebenden Gnade. Das Reich seines Vaters war ihm die Summe alles Heils, daher lenkte Er den Blick aller Wartenden auf den Anbruch dieser Gottesherrschaft auf Erden.