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Predigten zu Markus 8,38

"Denn wer irgend sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Wenn Er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln."

Wenn wir den Herrn Jesum in seiner Schmach und Erniedrigung nicht verlassen haben, dann werden wir auch teilhaben mit Ihm an dem Lichte des Glanzes, der Ihn umgeben wird, wenn Er wieder erscheint in seiner Herrlichkeit. Bist du, geliebte Seele, bei Christo Jesu? Knüpft dich eine lebendige Gemeinschaft an Ihn? Dann bist du heute bei Ihm in seiner Erniedrigung; du hast sein Kreuz auf dich genommen und bist mit Ihm hinausgegangen vor das Lager und hast seine Schmach getragen; darum wirst du ohne Zweifel auch bei Ihm sein, wenn das Kreuz mit der Krone vertauscht wird. Aber gib diesen Abend ein Urteil über dich ab; denn wenn du nicht bei Ihm bist in der Wiedergeburt, so wirst du auch nicht bei Ihm sein in seiner Herrlichkeit. Wenn du zurückschrickst vor der trüben Seite seiner Gemeinschaft, so kannst du den Glanz nicht begreifen, die selige Zeit, wo der König kommen wird und alle seine heiligen Engel mit Ihm. Wie? Sind Engel mit Ihm? Und doch hat Er keine Engel auf- und angenommen: Er hat angenommen den Samen Abrahams. Sind die heiligen Engel mit Ihm! Komm, liebe Seele; wenn du wirklich sein geliebtes Kind bist, so kannst du nicht ferne von Ihm sein. Wenn seine Freunde und seine Nächsten berufen werden, seine Herrlichkeit zu schauen, was meinst du denn, das dir geschehen wird, wenn du doch Ihm vertrauet bist? Wirst du müssen ferne stehen bleiben? Und ob es gleich der Tag des Gerichts ist, so kannst du dennoch nicht fern von seinem Herzen bleiben, welches nicht nur Engel zu seinen Freunden, sondern dir gesprochen, liebe Seele: "Ich will mich mit dir vertrauen in Gerechtigkeit und Gericht, in Gnade und Barmherzigkeit?" Wenn die Engel, die doch nur Freunde und Nachbarn sind, bei Ihm sein werden, wieviel gewisser und unfehlbarer muss es geschehen, dass seine Geliebte Meine-Lust-an-ihr, auf welcher all sein Wohlgefallen ruht, bei Ihm sein und zu seiner Rechten sitzen wird. Hier ist ein Morgenstern der Hoffnung für dich, ein Stern von so überaus herrlichem Glanze, dass er auch die dunkelste und trübste Erfahrung deiner Seele aufzuheitern vermag.


Autor: Alfred Christlieb (* 26.02.1866; † 21.01.1934) deutscher Theologe
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Falsche Scham

"Wer sich aber mein und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch des Menschen Sohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln."

Von einer falschen, leider sehr verbreiteten Scham redet dieser Text. Wir wollen sie nach drei Seiten hin betrachten und ernstlich beten, dass wir von ihr geheilt werden.

1. Wessen schämt man sich hier?


Man wagt sich nicht, sich zu der Person Jesu und seinem Wort zu bekennen. Hier haben wir die erste Torheit. Wenn jemand der Sohn eines großen, berühmten Mannes ist, schämt er sich seines Vaters nicht. Ich habe jemand gekannt, der mit Stolz sagte: "Ich stamme direkt von Zwingli ab." Ein anderer sagte mir: "Ich bin ein direkter Verwandter von Jung-Stilling." Diese Leute empfanden es als eine Ehre, zur Familie jener Männer zu gehören.

Was sind nun Zwingli und Jung-Stilling im Vergleich mit dem König aller Könige und dem Herrn aller Herren? Wer ist grösser, wer ist herrlicher als Jesus Christus, hochgelobt in Ewigkeit? Es gibt keine grössere Ehre, als diesen Heiland seinen erstgeborenen Bruder, seinen Freund, seinen Führer nennen zu dürfen. Wir wollen uns, so viele von uns sein Eigentum geworden sind, seiner nicht schämen, sondern vielmehr uns seiner rühmen.

Und welche Torheit ist es, sich seiner Worte zu schämen! Welch eine göttliche Kraft liegt in den Worten Jesu! Die ganze Welt kann nichts geben, was diesem Wort vergleichbar ist an Weisheit, Licht, Rettermacht und Trost. Wo dieses heilige Bibelwort verspottet wird, zeigen die Menschen nur ihre Blindheit und Unkenntnis. Wir wollen uns zum Wort unseres Herrn mit fröhlicher Einfalt bekennen.

2. Vor wem zeigt man falsche Scham?

Hier kommen wir an die zweite Torheit. Man scheut sich oft, ein klares Bekenntnis abzulegen "unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht" . Lasst uns diese Worte bedenken, damit wir von der falschen Scham gründlich geheilt werden! Wer sind die Menschen, vor denen wir feige werden, die uns veranlassen, das Licht unter den Scheffel zu stellen? Vor wem fürchten wir uns, ein Zeugnis für unsern Heiland abzulegen? Die Bibel nimmt den Menschen, vor denen wir so große Angst haben, die Maske herunter. Sie entlarvt sie und sagt gleichsam: "Vor solchen Menschen willst du dich des herrlichen Jesusnamens schämen? Solltest du die Sache nicht umkehren? Du hast wohl ein Recht, dich der Gesellschaft jener Verächter zu schämen, aber nicht des teuren Namens, den sie verlästern."

Nun sind nicht alle Gegner des Wortes direkte Ehebrecher. Die Bibel braucht das Bild vom Ehebruch auch, wenn sie vom Menschenherzen spricht, das voll unreiner Begierde und voller Hang zu allerlei Götzendienst ist. Wer nicht die rettende Kraft Jesu an sich erfahren hat, hält sich selbst in dem "ehebrecherischen und sündigen Geschlecht" dieser Zeit fest. Kein Gotteskind hat Grund, unter solchen Menschen sich des Reinsten und Schönsten von allen, des Gottessohnes, des Heilandes, zu schämen.

3. Was ist die Folge der falschen Scham?

Diejenigen, welche sich Jesu schämen, wollen ihre Ehre und ihr Ansehen vor der Welt wahren. Welch eine Kurzsichtigkeit!

Hier wird ihnen gezeigt, dass sie durch ihr falsches Verhalten ihre Ehre für die Zukunft gerade zunichte machen. Wir gehen dem großen Tag entgegen, an dem Jesus in Herrlichkeit wiederkommt. Über diesen Tag erfahren wir in unserm Vers etwas ganz Bestimmtes. So gewiss wie dann die treuen Bekenner Jesu an der Ehre und Herrlichkeit des Herrn teilhaben werden, so gewiss werden die, welche sich aus Menschenfurcht des Heilandes schämten, von dieser Ehre ausgeschlossen sein. Dann wird die ganze Torheit der Menschenfurcht offenbar werden.

Jetzt schon erkennen alle, die Jesu Worte genau anschauen, solche verderbliche Torheit. In jener Stunde aber wird sie mit Händen zu greifen sein. Wir wollen jenen Tag im Auge behalten und die bleibende Ehre bei unserm Herrn für wichtiger halten als die zeitweilige Anerkennung von einem "ehebrecherischen und sündigen Geschlecht" .


Autor: Christoph Blumhardt (* 01.06.1842; † 02.08.1919) deutscher evangelischer Theologe, Pfarrer und Kirchenlieddichter
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Sein und Seiner Worte sich schämen, das ist eine schlimme Sache. Sich verschlüpfen, wenn man die Jünger JEsu zählt, damit man nicht mitgezählt werde, - ja, das ist schlimm. Wir müssen uns darein schicken, für das auch angesehen zu werden, was wir sind. Die Heimlichkeit taugt nicht in's Himmelreich. Es kann wohl verhältnißmäßige Vorsicht angewendet werden nach dem Wort des HErrn: „Seid klug, wie die Schlangen,“ die aus Klugheit, wenn Jemand unversehens kommt, im Gras sich verstecken, ferner: „Hütet euch vor den Menschen.“ Aber es giebt eine Grenze der Vorsicht und der Bewahrung seiner selbst, über welche hinaus man nicht gehen darf. Namentlich wenn man dich geflissentlich sucht, oder wenn ein Bekenntnis deiner Stellung zum HErrn von Freunden oder Feinden erwartet werden kann, darfst du nicht weiter dich verstecken, wenn du nicht willst vom HErrn als ein Verleugner angesehen sein, oder als Einer, der überhaupt vom Heiland nichts will. Auch sollte es mit dir so weit kommen, daß du endlich weißst, auch von selbst vorzutreten, dich als einen Bekenner JEsu zu zeigen. Zuletzt muß es frei offen heraus, oder deine Sache ist nicht viel. Bleibst du immer, dich deines Heilands schämend, im Versteck, so verbirgt Sich der HErr einmal auch vor dir, daß Er, wenn du frägst. „HErr, wo bist Du?“ Sich nicht vor dir sehen läßt. Dann geht große Not an, wenn Er zurückweicht, und sagt : „Ich kenne den nicht; denn er hat ja auch Mich nicht gekannt!“ Dann magst du zusehen, wie es weiter gehe an Seinem Tag; denn für viele geht so der einzige Rettungsweg verloren. Darum wollen wir munter und frei Seinen Namen bekennen, uns darstellen als Anhänger des HErrn JEsu, und nicht nur mit Worten Solches bezeigen, sondern vornehmlich damit, daß man in allem Seine Art an uns sieht. Die macht uns nicht so viele Feinde, als man oft meint; sie macht uns auch Freunde, wo wir's nicht vermutheten. Bloße Worte, ohne die Art JEsu, die erzeugen am Meisten Feindschaft. Wenn aber die Geduld, die Freundlichkeit, die Sanftmuth, die Demuth, die Barmherzigkeit JEsu mit dabei ist, so geht's immer noch erträglich, und kommt man nur vor eigentlichen Satansmenschen in's Gedränge. Ja, wir wollen als Seine Jünger ausharren in Leid und Freud', mögen wir beisammen sein, oder überall hin zerstreut. Wollen wir vereinigt mit einander Ihm dienen und zu Ihm beten, daß wir einmal auch mit einander können Freude haben, wenn Seine Liebe an Seinem Tage, da Er, wie unser Spruch sagt, „kommen wird in der Herrlichkeit Seines Vaters mit den heiligen Engeln,“ von allen Himmelsgegenden her die Verstreuten Schäflein sammelt.

Mel. Ich habe nun den Grund. Bei diesem Grunde will ich bleiben, So lange mich die Erde trägt; Das will ich denken, tun und treiben, So lange sich ein Glied bewegt. So sing' ich ewig hoch erfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit.


Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Diese Worte gehören zu den ernstesten, die unser Herr je ausgesprochen hat. Es ist möglich, sagt Er, daß ein Christ, ein Jünger sogar, sich Seiner und Seiner Worte schämt. Es kann also vorkommen, daß wir, die wir Seinen Namen tragen und behaupten, an Sein Kreuz zu glauben, uns dennoch weigern, es auf uns zu nehmen, daß wir uns fürchten, uns vor der Welt und in der Gemeinde ganz auf Seine Seite zu stellen.

Gottes Sache kann von einem Machthaber wie dem Pharao bekämpft oder von einem Politiker wie Haman angegriffen werden; sie kann aber auch von innen heraus verraten werden durch einen Jünger, der zum Verräter wird, der sich des Herrn Jesus schämt, der sich schämt, für Seine Sache einzutreten und Sein Wort in der Gemeinde zu verteidigen. Wir schämen uns des Herrn Jesus Christus, wenn wir unseren äußerlichen christlichen Schein wahren, unser gemütliches religiöses Leben leben, uns aber scheuen vor der Schmach und dem Kampf um Seiner Sache willen. Damit verlassen wir den Boden des Kreuzes, der gänzlichen Hingabe unserer selbst. Nach außen geht das Leben ruhig weiter, innerlich aber ist es elend. Wir sind von da an Jünger, die ihren Meister verraten haben.

Doch Er weiß alles, und es steht geschrieben, daß Er jedem einzelnen nach seinen Werken vergelten wird. Wenn Er wiederkommt, wird Seine Herrlichkeit und Majestät aufstrahlen und das Weltall mit ihrem Glanz erfüllen. Vor der Menge der Engel im Himmel und angesichts der auf Erden von panischem Schrecken ergriffenen Menschheit wird der Herr einen Augenblick stehenbleiben, damit jeder sehen kann, wie Er sich der Seinen schämt, die sich Seiner schämten, als Er noch der Verworfene war. Wie wird es dann denen ergehen, die Ihn verleugnet haben, wenn schon Petrus nach seiner Verleugnung den Blick seines Herrn nicht ertragen konnte?

Was wir einst sein werden, hängt von dem ab, was wir jetzt mit unserem Leben machen, von unserem Zeugnis inmitten unserer Generation. Gott erwecke uns zur Wirklichkeit, denn nur jetzt können wir uns selbst verleugnen, das Kreuz auf uns nehmen und unser Leben um Seinetwillen und um des Evangeliums willen verlieren!