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Predigten zu Markus 9,24

"Und alsbald rief der Vater des Kindleins und sagte [mit Tränen]: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!"

Autor: Martin Luther (* 10.11.1483; † 18.02.1546) theologischer Urheber der Reformation
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Könnte ich doch glauben!

Ich danke meinem Gott, dass ich gelernt habe, für meine Sünde durch eigene Bußübungen nichts tun zu können. Ich kann auch nicht gläubig werden, indem ich es mir durch gute Werke verdiene, dass ich für meine Sünden bezahlen kann. Den Menschen gegenüber kann ich das wohl tun, indem ich vor der Welt und dem Richter meine Strafe trage und so Genugtuung leiste. Aber bei Dir, o Gott, ist ewiger Zorn, vor dem ich unmöglich bestehen kann. Da muss ich verzweifeln. Darum danke ich Dir, dass ein anderer an meiner Stelle meine Sünde auf sich genommen, sie getragen und abgebüßt hat. Das möchte ich gern glauben, und in meinen Gedanken ist das auch herrlich und gut, heilig und voller Trost, aber leider ist das alles höher, als es mein Sinn je fassen kann. Ich fühle, dass es meine Kraft übersteigt, und weiß nicht, wie das geschehen soll. Herr, wecke mich auf, hilf mir und gib mir durch den Heiligen Geist die Kraft, damit auch ich glauben kann!


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Verkehr in beiden Richtungen

In der Ungewissheit unserer Zeit ist der Konflikt zwischen Glauben und Unglauben tragischerweise sehr groß, was aber bereits die Heilige Schrift ankündigte. Doch wir können uns vielleicht mit dem Wissen ermutigen, dass der Verkehr nicht immer nur in die eine Richtung - Richtung Unglaube - verläuft, sondern manchmal auch die andere Richtung!

Immer wieder einmal hört man von einem »Liberalen«, dass er der Mischung aus angewandter Psychologie und trivialer Literatur überdrüssig geworden und wie der verlorene Sohn nach Hause zurückgekehrt sei. Es ist so, dass der Weg von der rechten Lehre zum Liberalismus gewöhnlich langsam beschritten wird, so langsam, dass man ihn kaum wahrnimmt. Ich habe bis jetzt von keinem einzigen Fall gehört, in dem jemand infolge geistlicher Erfahrungen Modernist geworden wäre.

Doch der Weg zurück zum Glauben wird oft recht rasch, fast explosiv, eingeschlagen. Ein Mann oder eine Frau wird durch eine plötzliche Begegnung mit Gott und geistlichen Dingen zu Christus bekehrt! Die schlichte Tatsache, dass der Gläubige immer irgendwelche Erfahrungen macht, der Ungläubige hingegen nicht, sollte uns eines ganz klarmachen: Nur der wahre Christ ist sich gewiss, dass die Sonne aufgegangen ist!


Autor: Hermann Bezzel (*18.05.1861; † 08.06.1917) deutscher lutherischer Theologe
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Ich glaube, lieber Herr; hilf meinem Unglauben!

Wie heißt die Kraft, die alles überwindet? Wie heißt die Stärke, die den Tod bezwingt? Wo ist der Sieg, vor dem die Welten sinken, und wo die Herrlichkeit, vor der die Welt sich beugt? Diese Kraft heißt Glaube. Dort auf der Wartburg, vor dem Zimmer, in dem unser Luther gekämpft und gerungen hat, haben sie zwischen Rankenwerk ein Wort gemalt: „Der Glaube ist ein neuer Sinn, weit über die fünf Sinne hin.“ Und Luther schrieb an seinen Kurfürsten: „Wer am meisten glaubt, der wird am meisten schützen!“ Erwecke in dir die Kraft des Glaubens, die dir von dem Tage deiner Taufe her in die Seele gesenkt ist, dann kannst du einer ganzen Welt trotzen und jedem Widerstand entgegenschleudern: Dennoch bleibe ich stets an dir. Lass dich schelten, was man dich schelten will, lass dir absprechen, was sich ein Mann nicht gern absprechen lässt, aber lass dir das Eine nicht rauben, mit dem ein armer Mensch ein Held von Gottes Gnaden wird: die Kraft des Glaubens.