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Predigten zu Offenbarung 1,13

"und inmitten der [sieben] Leuchter einen gleich dem Sohne des Menschen, angetan mit einem bis zu den Füßen reichenden Gewande, und an der Brust umgürtet mit einem goldenen Gürtel;"

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Begürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel."

Einer, der war eines Menschen Sohne gleich, erschien dem Apostel Johannes auf Patmos, und der geliebte Jünger sah, dass Er einen goldenen Gürtel trug. Einen Gürtel, denn Jesus war allezeit gegürtet, so lange Er auf Erden wandelte, und war stets bereit zum Werk der Gnade, und auch jetzt steht Er vor dem Throne der Ewigkeit seinem heiligen Amte treu vor, als ein Priester gegürtet "mit dem Gürtel um den Leibrock her." Es ist gut für uns, dass Er nicht aufgehört hat, seine Liebespflichten an uns zu erfüllen, weil das unser köstlicher Schutz und Schirm ist, dass Er ewig lebt und für uns bittet. Jesus ist nie müssig, seine Kleider lockert Er nie, als ob sein Amt ein Ende erreicht hätte; Er fördert aufs fleißigste die Sache seines Volkes. Ein goldener Gürtel, zum Zeugnis der Vortrefflichkeit seines Amtes, der Königswürde seiner Person, der Hoheit seines Standes, der Herrlichkeit seines Lohnes. Er ruft nicht mehr aus dem Staube, sondern Er redet und bittet mit Kraft, wie ein König und Priester. Unser Anliegen ist wohl versorgt in den Händen unsers erhöheten Melchisedek. Unser Herr gibt all den Seinigen ein herrliches Vorbild. Wir dürfen unsern Gürtel nie lösen. Jetzt ist keine Zeit, sich zur trägen Ruhe niederzulegen, es ist Zeit zum Wirken und Kämpfen. Wir müssen den goldenen Gürtel der Wahrheit immer dichter und fester um unsre Brust gürten. Es ist ein goldener Gürtel und ist darum unser reichster Schmuck, und wir bedürfen dessen sehr, denn ein Herz, das nicht wohl umgürtet ist mit der Wahrheit, die in Christo Jesu ist, und mit der Treue, die der Heilige Geist in uns wirkt, wird nur zu leicht umgarnt vom Irdischen und Vergänglichen und überrascht von der List der Versuchungen. Umsonst ist uns die Heilige Schrift anvertraut, wenn wir sie nicht anlegen wie einen Gürtel, der unser ganzes Wesen umgibt und jede Seite unsres Gemüts in gutem Stand erhält und unsern ganzen Menschen kräftigt. Wenn der Herr Jesus im Himmel den Gürtel nicht ablegt, so dürfen wir es auf Erden noch viel weniger tun. Darum stehet und umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Der wahre Menschensohn

Die christliche Botschaft hat aufgehört, eine deutliche Äußerung zu sein, und ist stattdessen zu einer Empfehlung geworden. Kaum jemand hört noch in Jesu Worten den gebieterischen, herrischen Ton.

Der einladende Ton in der christlichen Botschaft hat eine Stellung bekommen, die er so verhältnismäßig in der Bibel nicht hat. Christus als Mann mit einem Licht, einer entschuldigenden Körperhaltung und einem Gesichtsausdruck, der ein schwaches Bitten zeigt, ist an die Stelle des wahren Menschensohnes getreten, den Johannes sah - Seine Augen wie Feuerflammen, Seine Füße wie Golderz und Seine Stimme wie großes Wasserrauschen. Nur der Heilige Geist kann unseren Herrn so offenbar machen, wie Er wirklich ist, und Er zeichnet Ihn nicht mit Ölfarben. Er offenbart Christus unserem menschlichem Geist, nicht unseren leiblichen Augen.

Dies sind keine einfachen Zeiten, und Männer wie Frauen werden umworben, sich dem einen oder anderen Meister anzuvertrauen. Aber alles andere außer völliger Hingabe an Christus ist unangemessen und muss in Sinnlosigkeit und Hoffnungslosigkeit enden.