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Predigten zu Offenbarung 22,17

"Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst."

Autor: Charles Haddon Spurgeon (* 19.06.1834; † 31.01.1892) englischer Baptistenpastor
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"Wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst."

Jesus spricht: "Nehmet umsonst." Er verlangt weder Bezahlung noch Vorbereitung. Hast du auch keine guten Gefühle; wenn du dich nur willig finden lässest, so bist du eingeladen; darum komm! Du hast keinen Glauben und keine Reue: komm zu Ihm, und Er wird sie dir schenken. Komm gerade, wie du gehst und stehst, und nimm "umsonst," kaufe ohne Geld und umsonst. Er schenkt sich denen, die Ihn nötig haben. Die Trinkbrunnen auf den öffentlichen Straßen und Plätzen großer Städte sind eine herrliche Einrichtung; und wir können uns kaum einen solchen Toren denken, der schmachtend vor Durst vor einem solchen Brunnen stünde, und erst nach seinem Beutel griffe und dann ausriefe: "Ich darf nicht trinken und kann nicht trinken, denn ich habe keine zehn Thaler in der Tasche." Wie arm auch der Mensch sein mag, hier steht der Brunnen, und er darf davon trinken, wie er will. Alle Durstigen, die vorübergehen, seien sie nun in grobes Halbleinen oder in Samt und Seide gekleidet, kommen, und schauen sich nicht erst nach irgend einer Erlaubnis um, ob sie trinken dürfen; der Brunnen steht ja dazu da, und das ist Erlaubnis genug, um das Wasser umsonst zu nehmen. Der freigebige Sinn einiger wohlwollender Freunde hat das erfrischende, kristallhelle Labsal hierher gestiftet, und wir nehmen es und brauchen keine weitere Erlaubnis. Die einzigen Personen vielleicht, die dürstend durch jene Straßen kommen, wo solche öffentliche Freibrunnen errichtet sind, sind die vornehmen Damen und Herren, die in ihren Vierspännern vorüberfahren. Sie sind vielleicht sehr durstig, aber sie dürfen's nicht wagen, sich so gemein zu machen, um wegen eines Labetrunks auszusteigen. Es würde sie verunehren, meinen sie, wenn sie an einem öffentlichen Brunnen trinken würden: und so fahren sie vorüber mit lechzenden Lippen. Ach, wie viele gibt's, die sich reich dünken an guten Werken und die darum nicht zu Christo kommen können! "Ich will," sagen sie, "nicht auf gleiche Weise selig werden wie der Ehebrecher und Gotteslästerer. Wie, ich soll auf demselben Wege in den Himmel kommen, wie jeder Bettler? Gibt's denn nicht noch einen andren Weg zur Herrlichkeit, als den Weg, auf dem alle Diebe mitlaufen? So will ich nicht selig werden." Solche stolze Pocher müssen ohne das Lebenswasser bleiben; aber "Wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst."


Autor: Carl Eichhorn (* 11.07.1810; † 08.02.1890) deutscher lutherischer Pastor
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Das aufrichtige Verlangen nach Leben

"Wen dürstet, der komme, und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst."

"Wen dürstet." Durst ist ungestilltes Verlangen, das gebieterisch Befriedigung erheischt. Es gibt nichts Unerträglicheres als brennenden Durst. Auch in unserer Seele soll ein solch unbezwingliches Verlangen sein nach dem Leben aus Gott. Gott lässt den Menschen sein inneres Elend durchs Wort und durch äußere Nöte empfinden. Doch erst unter dem Druck der Sündenschuld fängt die Seele an, nach Stillung durch Christus zu schreien. - "Wen dürstet, der komme!" Es ist die letzte Einladung aus dem Mund Jesu. Wenn er einlädt, dann darf man, ja soll man kommen. Die Einladung des höchsten Königs darf man nicht ausschlagen. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit Gottes! Es gibt nichts Schrecklicheres als die Sattheit. Sie ist das Kennzeichen innerer Erstorbenheit und die erste Station zum geistlichen Tod. - "Wer da will, der nehme das Wasser des Lebens!" Ein ganzes Wollen ist notwendig. Gar viele wollen schließlich einmal selig aus der Welt gehen, aber nicht jetzt und heute in den Besitz der Seligkeit kommen. Ihr Wollen ist mehr nur ein Wünschen. In der menschlichen Seele sind allerlei Strömungen. Dazwischen macht sich auch eine Strömung geltend nach oben hin. Aber wenn diese nicht die alles beherrschende wird, gewinnen die anderen Strömungen bald wieder die Übermacht. Man findet oft suchende Seelen. Sie wollen Jesus, aber das Irdische, Weltliche wollen sie auch. Es ist nicht so einfach, sich über das innerste Wollen klarzuwerden. Erst wenn gewisse Proben kommen, wird es klar, was der Mensch eigentlich will. Z. B. in Krankheitsfällen zeigt es sich oft, dass der innerste Wille doch nur aufs Gesundwerden gerichtet ist. - Gerade aufrichtige Menschen bekennen, dass sie im Grunde doch nicht ganz wollen. Sobald jemand ganz will und nichts anderes will als Jesus, dann ist die Sache gewonnen. - Dringen wir durch zum entschiedenen Wollen! Gott schafft das Wollen, aber nur in denen, die aufrichtig sich über ihr Nichtwollen beugen. In gewissem Sinne ist die Seligkeit in den Willen der Menschen gelegt: "Wer will, der nehme!" Die Gabe Gottes kann man sich nicht selbst erwerben oder verdienen. - Der Herr Jesus kennt das Menschenherz, das sich so schwer entschließt, einfach wie ein Kind zu nehmen. Darum setzt er noch hinzu: "umsonst". Der Wahn des eigenen Verdienstes steckt so tief im Menschenherzen drin. Aus allem, sogar aus dem Beten, macht der Mensch ein Verdienst und meint, er könne Gott dadurch bewegen. Und doch ist das Beten, recht betrachtet, nur die Hand, die glaubensvoll ergreift, was uns die göttliche Huld zugedacht hat. - Das Wörtlein "umsonst" schließt in sich einen köstlichen Trost. Die höchste Gabe kann jeder haben, wer nur redlich will. Es liegt aber darin auch eine schwere Verantwortung. Es kann niemand sagen: Der Preis war zu hoch und für mich unerschwinglich. Du kannst das Leben aus Gott umsonst haben, wenn du nur willst.


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Gott verletzt nie unsere Entscheidungsfreiheit

Es gehört zur menschlichen Natur, dass sein Wille frei sein muss. Weil er im Bilde Gottes geschaffen wurde, der völlig frei ist, muss der Mensch ein gewisses Maß an Freiheit besitzen. Das befähigt ihn, seine Gefährten für dieses und das zukünftige Leben auszusuchen. Es setzt ihn instand, seine Seele zu hängen, an wen er will, sich mit Gott oder mit dem Teufel zu verbünden, ein Sünder zu bleiben oder ein Heiliger zu werden. Und Gott respektiert diese Freiheit. Gott hatte einst alles angesehen, was Er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Wer auch nur im kleinsten Werk Gottes einen Fehler findet, weist damit dessen Schöpfer einen Fehler nach. Es ist falsche Demut, wenn man klagt, Gott habe etwas Unvollkommenes geschaffen, als Er den Menschen nach Seinem Bilde machte. Ausgenommen die Sünde, braucht an der menschlichen Natur nichts entschuldigt zu werden. Das wurde für alle Zeit durch die dauerhafte Menschwerdung des Ewigen Sohnes bestätigt! So hoch schätzt Gott das Werk Seiner Hände ein, dass Er es unter keinen Umständen beschädigen will. Er kommt uns neun Schritte entgegen, aber den zehnten Schritt macht Er nicht. Er will uns zur Buße bereit machen, aber Er kann nicht für uns Buße tun. Es gehört zum Wesen der Buße, dass sie nur von dem getan werden kann, der die bußwürdige Tat begangen hat. Gott kann auf den sündigen Menschen warten, Er kann das Gericht zurückhalten, Er kann so langmütig sein, dass Er uns gleichgültig in Seinem richterlichen Walten erscheint – aber Er kann den Menschen nicht zur Buße zwingen. Täte Er das, verletzte Er damit die Freiheit des Menschen und nähme ihm die einst verliehene Gabe. Der Gläubige weiß, dass er frei wählen kann – und mit dieser Erkenntnis wählt er für immer den gepriesenen Gotteswillen!


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Wer kann zu Jesus kommen?

Gottes Art und Weise, Menschen zu sich einzuladen, ist abwechslungsreich und vielgestaltig, aber keineswegs diffus und unbestimmt. Die Worte »wer da will, der komme« öffnen die Tür, doch die Gemeinden tragen das Evangelium weit über ihre eigenen Grenzen hinaus, wobei daraus freilich etwas Menschliches und weniger Göttliches wird, als es in der Heiligen Schrift war.

Wir neigen dazu, zu übersehen, dass die Worte »wer da« (d. h. »wer auch immer«) nicht isoliert stehen. Sie werden immer durch ein hinzugefügtes Verb näher bestimmt, also durch »glauben«, »wollen« oder »kommen«. Nach Jesu eigenen Worten kann niemand wollen, kommen oder glauben, wenn nicht zuvor in ihm schon Gottes Wirken eingesetzt hat, das ihn dazu befähigt.

Im sechsten Kapitel des Johannesevangeliums sagt Jesus, dass niemand aus eigenem Antrieb kommen kann; er muss vom Vater gezogen werden. »Der Geist ist's, der lebendig macht«, sagt Jesus, »das Fleisch ist nichts nütze.« Ehe irgendein Mensch gerettet werden kann, muss er oder sie einen glühenden geistlichen Hunger verspüren. Wo ein hungriges Herz gefunden wird, da können wir sicher sein, dass Gott zuvor in ihm gewirkt hat. »Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt« (Johannes 15,16).


Autor: Aiden Wilson Tozer (* 21.04.1897; † 12.05.1963) US-amerikanischer evangelischer Pastor und Autor (besser bekannt als A. W. Tozer)
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Jeder darf kommen

Es liegt eine eigenartige Schönheit über den Wegen, die Gott mit Menschen geht. Er schickt der Welt die Errettung in Gestalt eines Mannes, und Er lässt diesen Mann Seitenwege beschreiten und sagen: »Wer mir nachfolgen will...« Keine Fanfaren, kein lautstarkes Aufmarschieren! Ein freundlicher Fremder geht über diese Erde, und seine Stimme ist so leise, dass sie manchmal im Rummel und Getümmel untergeht. Doch dies ist Gottes letztes Wort, und wenn wir nicht still werden und es hören, entgeht uns die eine glaubwürdige Botschaft.

»Wer . . . will«, sagt Er und lehrt damit, dass Seine Einladung an alle Menschen weltweit ergeht und dass Er zugleich jedem Menschen seinen freien Willen lässt. Jeder darf kommen, aber niemand muss kommen. Wer auch immer kommt, der kommt, weil er sich dazu entschieden hat.

Jeder Mensch hat also seine Zukunft in seiner eigenen Hand. Nicht nur der große, mächtige Weltherrscher, son- dem auch der »kleine« Mann, der völlig anonym lebt, ist ein »Mensch der Entscheidung«! Er entscheidet, welchen Weg sein Leben gehen wird. Er wählt und bestimmt durch ein kurzes Kopfnicken sein ewiges Schicksal. Er entscheidet - und vor ihm tut sich die Hölle auf, oder der Himmel bereitet eine neue Wohnung vor! So viel hat Gott dem Menschen in die Hände gelegt!


Autor: Hugh E. Alexanders (* 1884; † 1957) englischer Evangelist, der Anfang des 20. Jahrhunderts in der französischen Schweiz wirkte

Der Wert dieses dreimal wiederholten Rufes fällt auf dem dunklen Hintergrund der in der Offenbarung geschilderten Ereignisse besonders auf. Unter dem Druck der schrecklichen Endgerichte ertönt ein letzter Aufruf des Himmels: «Komm!» Gott gebe uns Ohren, diesen Ruf jetzt schon zu hören, und ein Leben, das dazu geweiht ist, ihn weiterzugeben! Der Geist und die Braut sprechen: Komm! Die Braut, die dann in vollkommener Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist ist und Ihn nicht mehr betrübt, sondern endlich der Tempel und das Sprachrohr des Heiligen Geistes geworden ist, kann nun der Welt den Ruf weitergeben: Komm! In Erwartung dieses Tages völliger Gemeinschaft sollte unser Zeugendienst eine große Anziehungskraft auf Menschenseelen ausüben und in unserer Umgebung den Wunsch wecken, Gott zu finden. Von unserem ganzen Leben und Sein sollte das göttliche Wort ausgehen: Komm! Wer es hört, der spreche: Komm! Ein Christ, der die Worte der Bibel liest und in die Tat umsetzt, ein von Gott erweckter Christ, der die Geister unterscheidet und sich auf die Zeiten versteht, sagt zu der suchenden Seele: Komm! O laßt uns Herz und Mund auftun und diesen letzten Aufruf an unsere Mitmenschen weitergeben!

Der Aufruf ergeht schließlich an den, der Durst hat, der sich nach dem Wasser des Lebens sehnt, damit ihn nicht wieder dürste. Wenn Gott in unserem Leben ungehindert Quellen entspringen lassen kann, dann werden bestimmt durstige Seelen zu uns kommen, und Ströme lebendigen Wassers werden von uns fließen. Aber alles hängt davon ab, ob wir Gott in uns wirken lassen wollen. Unsere Gemeinschaft mit Ihm muß so wirklich, so innig sein, daß Seine Gegenwart in unserem Leben ganz natürlich sichtbar ist. Dann wird Sein gnädiger Aufruf «Komm!» durch uns an die leidende, aus den Fugen geratene Welt ergehen. Diese Botschaft am Schluß der Bibel soll uns eine Lehre sein. Wir müssen zuerst zu Gott kommen, dann werden die anderen auch kommen. Wenn wir endlich mit Gott und untereinander eins sind, wenn wir begriffen haben, welche Verantwortung wir tragen, wenn wir nicht mehr zögern, dann werden sich die Durstigen angezogen fühlen, und unser Ruf wird überzeugend wirken: Komm!


Autor: Elias Schrenk (* 19.09.1831; † 21.10.1913) deutscher Theologe und Erweckungsprediger des Pietismus

Der Geist und die Braut sprechen: komm! Und wer es höret, der spreche: komm! Ja, ich komme bald. Amen. Ja komm, Herr Jesu!

Diese herrlichen Worte stehen am Schlusse der Offenbarung Johannis, am Schlusse der heiligen Schrift. Damit ist von Gott dem Herrn selber ausgesprochen, dass das nächste Ziel des jetzigen Zeitlaufs die Zukunft unseres Herrn Jesu Christi ist, zur Aufrichtung seines Reiches. Auf diese Zeit war teilweise unklar, teilweise klar die Sehnsucht aller Gläubigen gerichtet, sowohl im alten, wie im neuen Bunde. Es war nicht etwa ein Fehler der Apostel, dass sie fortwährend sehnsuchtsvoll auf die Wiederkunft des Herrn warteten, sondern es war Geistestrieb in ihren Herzen. Der Herr selber hatte ihnen geboten, auf ihn zu warten und sie gewarnt, zu sagen: „mein Herr kommt noch lange nicht“ Matth. 24,48. Auch wir sollen auf das Kommen des Herrn warten und darum bitten. Nur darf es nicht selbstsüchtig geschehen, damit ich und du es gut bekommen, sondern es muss mit dem innigen, priesterlichen Verlangen geschehen, dass der Herr seiner Gemeinde, und durch seine Gemeinde der ganzen Kreatur, die verheißene Hilfe bringe, wie wir in Röm. 8,19 – 25 so klar und ergreifend lesen. Ein Christentum ohne Warten auf die Wiederkunft unseres Herrn Jesu Christi ist ziellos. – Man erkennt die Brautgemeinde an ihrem Ruf: komm, Herr Jesu! Diesen Ruf legt ihr der heilige Geist in Herz und Mund; darum heißt es: der Geist und die Braut sprechen: komm! Dieser Ruf ist also keine bloße Liebhaberei, wie manche meinen; er geschieht nach dem Willen des Vaters und des Sohnes, durch den heiligen Geist, durch den Mund der Brautgemeinde. Wer diesen Ruf hört, soll auch mitrufen; natürlich nicht nur mit dem Munde, sondern von Herzen, nachdem er sich innerlich hat zubereiten lassen. Wer nicht mitruft, nicht auf den Herrn wartet, gehört nicht zur Braut. Gottlob! Die Braut hat bestimmte Verheißung: ja, ich komme bald! antwortet der Herr. Harren wir getrost, und freuen wir uns von Herzen auf seine Erscheinung.

Lieber Herr Jesu! Ich danke Dir von Herzen für Deine Verheißung: ich komme bald. Ich bitte Dich für mich und Deine ganze Brautgemeine, Du wollest uns zubereiten, dass unsere Lichter brennen und der Ruf: Komm, Herr Jesu! immer lauter erschalle. Amen